Tourismus

Private Gastgeber im Chiemgau wieder im Aufwind

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Zeit, in denen Privatvermietung im Chiemgau rückläufig war oder gar als Auslaufmodell gesehen wurde, scheint vorbei zu sein. Dies war das Stimmungsbild bei der überaus gut besuchten und inzwischen 5. Mitgliederversammlung des Vereins „Private Gastgeber im Chiemgau“ im Saal des Gastofes Feldwies in der Gemeinde Übersee am Chiemsee. Bartholomäus Irlinger aus Oberwössen, seit Vereinsgründung der Vorsitzende, konnte hierzu mit Landrat Siegfried Walch, mit Geschäftsführer Oswald Pehel vom Tourismusverband Oberbayern-München (TOM) und mit Chiemgau-Tourismusverbands-Geschäftsführer Stephan Semmelmayr starke touristische Mitstreiter willkommen heißen. Derzeit zählt der Verein 150 Mitglieder.

 „Wir unterstützen und stärken die privaten Gastgeber, damit die Gäste die Einzigartigkeit unserer Gastgeber, der Region und Landschaft erleben und genießen können. Zukunftsorientierung und Unabhängigkeit sollen das Maß all unserer Aktionen und unseres Handelns sein“ – mit diesem Leitsatz der Privaten Gastgeber wies Bartholomäus Irlinger darauf hin, dass im Chiemgau die Vermieterbetriebe mit weniger als zehn Betten für ein Drittel des insgesamt erzielten Umsatzes sorgen. Als weiteren Punkt benannte Irlinger eine vernünftige Preisgestaltung, denn Qualität und Engagement müssen ihren Preis haben, damit letztlich für die Vermieter was übrig bleibt, unter anderem für zukünftige Investitionen. In seinem weiteren Appell bat der Vorsitzende, dass sich jeder Gastgeber und Vermieter mit den aktuellen Entwicklungen, insbesondere mit den Themen „Digitalisierung“ und „Klimaschutz“ befassen möge. „Unverdient“ – so Irlinger – „wird mit der gebeutelten Landwirtschaft innerhalb der Gesellschaft umgegangen, deswegen ist es wichtiger denn je, dass wir mit den Organisationen von Urlaub auf dem Bauernhof weiterhin gut zusammenarbeiten“.

Überörtliche und politische Unterstützung erfuhren die Privatvermieter gleich durch mehrere Grußworte.  Bürgermeister Marc Nitschke von der Gemeinde Übersee bezeichnete dabei die Versammlungsstätte als historischen Saal in einem der ältesten Wirtshäuser im Chiemgau und die Privaten Gastgeber wertschätzte er als Ursprung und Fundament des Tourismus. Landrat Siegfried Walch sagte am Ende eines guten und spannenden Tourismusjahres, dass Gäste in erster Linie persönlich von ihren Gastgebern begeistert werden. „Der Mensch, den man erlebt, der zudem mit Herz und Professionalität Gastgeber ist, der prägt den Tourismus-Erfolg“ – so der Landrat, der die heurigen Zuwächse in der Statistik als Verdienst der Vermieter und als Zeichen einer großen Gemeinschaftsleistung bezeichnete und seine Rede mit dem Satz beendete: „Wir brauchen Euch und Euer Engagement, nur große Hotels allein bringen uns auch nicht voran“.

Ausführlich ging Geschäftsführer Markus Ritter auf die Aufgaben, Leistungen und Vorhaben des Vereins ein. Schulungen, Beratungen und die Gewinnung von Neuvermietern standen zuletzt im Fokus der Vereinsführung, dies soll auch weiterhin so bleiben. Schatzmeisterin Ernestine Schmidbauer konnte zum Abschluss ihrer fünfjährigen Tätigkeit eine zufriedenstellende Bilanz vorweisen, die Ordnungsmäßigkeit der Kassenführung wurde von der Prüferin Iris Kaiser-Wochinger und der Versammlung bestätigt. Bei den turnusgemäß erfolgten Neuwahlen wurde vorab zugestimmt, dass Sabine Schweiger aus Ruhpolding zukünftig die Aufgaben der Schatzmeisterin übernimmt indem sie als Teilzeit-Angestellte die Arbeit mit Geschäftsführer Markus Ritter teilt. „Deswegen haben wir aufgrund einer internen Regelung keine erhöhten Personalausgaben“ – ergänzte Vorstand Bartholomäus Irlinger. In einer eigenen Abstimmung wurde zugestimmt, dass fortan die Neuwahlen nicht mehr wie bisher alle zwei Jahre, sondern nunmehr alle drei Jahre erfolgen.

Ehe TOM-Geschäftsführer Oswald Pehel und Chiemgau-Tourismus-Geschäftsführer Stephan Semmelmayr die Neuwahlen leiteten, erklärten beide Touristiker, dass in Bayern die erhöhte Aufmerksamkeit zugunsten der Privatvermieter der Chiemgauer Initiative zu verdanken ist. So gehören mit Semmelmayr und Irlinger zwei Vertreter aus dem Chiemgau einer neu gegründeten Arbeitsgruppe innerhalb des TOM an, deren Aufgabe wird es unter anderem sein, die inzwischen vom Bayerischen Wirtschaftsministerium zugesagte Sonder-Förderung im Sinne der Privatvermieter umzusetzen. Bei den Wahlen gab es folgende Ergebnisse: Erster Vorsitzender bleibt Bartholomäus Irlinger, sein Vertreter Klaus Gimpl und die weiteren Vorstandsmitglieder sind Brigitte Horn, Robert Jacobs, Wolfgang Krauss, Willi Praxenthaler, Lisa Ruh und Bärbel Schuster. Mit Blumen wurde der bisherigen Schatzmeisterin Ernestine Schmidbauer und der ebenfalls aus dem Vorstand ausgeschiedenen Irene Austermann   gedankt. Im Rahmen der Versammlung stellte Frau Dr. Birgit Löffler vom vielfach unbekannten Museum Maximum in Traunreuth die im Jahr 2011 eröffnete Einrichtung für zeitgenössische Kunst vor. Bei den verschiedenen Beiträgen der freien Aussprache waren die GEMA (hier berichten wir noch wegen einem Muster-Prozess), die E-Alpenstraße, die auch durch den Chiemgau führt sowie die Ladestationen für E-Bikes bei Privatvermietern besonders wichtige Themen.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke  von der JHV der Privaten Gastgeber im Chiemgau

  • Ehrung und Verabschiedung von links: Landrat Siegfried Walch, Ernestine Schmidbauer, , Gf Markus Ritter, Irene Austermann und Vorsitzender Bartholomäus Irlinger.
  • Neue Mitarbeiterin: Sabine Schweiger mit Vorstand Bartholomäus Irlinger (li) und Geschäftsführer Markus Ritter
  • Drei Tourismus-Verantwortliche von links: Gf Markus Ritter, Oswald Pehel (TOM) und Chiemgau-Geschäftsfüjhrer Stephan Semmelmayr
  • Landrat Siegfried Walch (re.) mit Vorstand Bartholomäus Irlinger und Gf Markus Ritter (li.)
  • Logo: Private Gastgeber im Chiemgau e.V.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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