Kirche

Priesterweihe im Augustinerkloster Maria Eich

Für die Menschen die unzerstörbare Hoffnung auf Rettung und damit den wahren Trost erfahrbar zu machen, dass ihr Leiden von Gott durch Jesus von Nazareth „mitgelitten wird, wirklich, in allen Fasern“, ist laut Kardinal Reinhard Marx Aufgabe des Priesters. „Der Priester soll ein Mann des Trostes sein, aber nicht, indem er alle auf sich konzentrieret, sondern indem er Bote und Zeichen des Trostes ist in der Eucharistie“, betonte der Erzbischof von München und Freising am Samstag, 4. September, dem Fest „Maria Mutter des Trostes“, beim feierlichen Gottesdienst am Freialtar der Wallfahrtskirche Maria Eich in Planegg, bei dem er Bruder Christian Rentsch OSA das Sakrament der Priesterweihe spendete. Die Eucharistie als der Ort, an dem das priesterliche Leben in besonderer Weise konzentriert sei, mache sichtbar, was ein Priester sein solle: „Vorsteher der Gemeinde, aber dann doch in der klaren Orientierung an dem Weg, den Jesus geht, der bei uns zu Tisch ist, aber als einer, der bedient, der nach unten geht.“

Eucharistie sei immer ein Weg „nach unten, in das Elend, in die Not, in die Sünde der Welt hinein, um sie von dort her aufzubrechen“, so der Erzbischof weiter. Der Priester solle das ahnen lassen. „Deshalb ist es für den Priester wichtig, dass er nicht nur ein Funktionär ist, der nach den Riten genau die Messe feiern kann und stolz darauf ist, dass er liturgisch alles richtig macht, sondern dass er jemand ist, der die Bewegung, die in der Eucharistie dargestellt ist, mit seinen Kräften, mit seinen Grenzen mitgeht in die Not, in die Wirklichkeit der Menschen hinein“, unterstrich Marx in seiner Predigt.

Der Kardinal erinnerte daran, dass der Heilige Augustinus in einem Briefwechsel auf die Frage hin, was denn das Wichtigste im Christentum sei, die „Humilitas“ genannte habe, die Demut. Humilitas heiße eigentlich, „sich auf die Erde legen“. Augustinus habe daraus die Schlussfolgerung gezogen, die der Erzbischof mit den Worten umschrieb: „Als ich erkannte, dass sich Gott in Jesus von Nazareth in den Dreck der Welt gelegt, sich flach auf die Erde gelegt hat, zu mir herunter, da bin ich Christ geworden.“ Dieses Beispiel, diese Bewegung Christi könnten Priester und Bischöfe nur nachahmen und sei gleichzeitig ein Auftrag an alle Christen, für jeden mit seiner jeweiligen Berufung: „Damit in all dem Unglück, in all dem, was uns herausfordert, wirklicher Trost sichtbar und erfahrbar wird, dafür gibt es Kirche, dafür ist das Volk Gottes da: Menschen zu trösten.“

Bezugnehmend auf das Fest „Maria Mutter des Trostes“, das von den Augustinern in Maria Eich bewusst für den Tag der Priesterweihe gewählt worden sei, empfahl Kardinal Marx dem Neupriester wie auch allen Priestern, der Gottesmutter verbunden zu bleiben. In den beiden „großen Urbildern“ Mariens in der christlichen Tradition, die Mutter mit dem Kinde und die Mutter mit dem toten Sohn auf ihrem Schoß, werde deutlich, was wirklicher Trost bedeute: „Dass Gott nicht spielt. Er spielt nicht Leiden, er nimmt es auf sich, er spielt nicht Mensch, er wird Mensch.“

Christian Rentsch (41) stammt aus der Pfarrei St. Maria Magdalena in Münnerstadt, Bistum Würzburg. 2017 legte er seine Profess ab. Im November 2020 wurde er zum Prior des Augustinerklosters Maria Eich gewählt. Zudem ist Rentsch Provinzsekretär der deutschen Augustinerprovinz und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München. Als Primizspruch hat er die mehrfach in der Bibel erwähnte und für die augustinische Eucharistietheologie bedeutsame Aussage gewählt: „Unum corpus multi sumus“ („Wir viele sind ein Leib“).

Bericht: Erzbischöfliches Ordinariat

Fotos: Robert Kiderle

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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