Brauchtum

Priener Schützen-Chronik für SKH Herzog Max in Bayern

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Vom Heimatschutz zum Leistungssport“ – unter diesem Motto hat die im Jahr 1617 gegründete Königlich Privilegierte Feuerschützengesellschaft Prien a. Chiemsee eine Chronik herausgegeben, deren Präsentation im Biergarten des Schützenhauses erfolgte. Erster Empfänger des 170 Seiten starken und reich bebilderten Werkes war Seine Königliche Hoheit Herzog Max in Bayern, dessen Familie und Schloss Wildenwart in den zurückliegenden 400 Jahren mit den Feuerschützen stets gut und eng verbunden war.

Eineinhalb Jahre war Chronistin Hannelore Thiel damit beschäftigt, die reiche Dokumenten-Sammlung zu sichten, zu entziffern und auszuwerten. „Ein Glücksfall war es, dass unser Mitglied Uschi Erhard als Grafikerin die gesamte Erstellung professionell und ehrenamtlich unterstützte“, so Hannelore Thiel zur neuen Chronik, deren Herausgabe unter anderem von der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG in Prien, von der Chiemsee-Schifffahrt Ludwig Feßler KG, von HEFTER Maschinenbau als Sponsoren großzügig unterstützt worden ist. Als eine hohe Ehre bezeichnete es bei seinen Willkommensgrüßen Schatzmeister Anton Rappel vom Schützengau Chiemgau-Prien, dass SKH Herzog Max in Bayern mit seiner Ehefrau Elizabeth zur Chronik-Präsentation gekommen ist. Dieser sagte in seinem Grußwort: „Gemeinsam dürfen wir stolz darauf sein, dass wir den bewundernswert langen Zeitraum von 400 Jahren gemeistert haben und dass es immer wieder Leute gab und gibt, die sich für heimatliche Werte einsetzen. Die Chronik ist eine große Quelle für Betrachtungen zur Entwicklung des Schützenwesens“, so der Ehrenprotektor des Schützengaues Chiemgau-Prien, der auch vor zwei Jahren das Protektorat bei den 400-Jahr-Feierlichkeiten in Prien innehatte. An diese und an weitere Höhepunkte im Priener Sportschützen-Geschehen erinnerte auch der damalige Schirmherr und Bürgermeister Jürgen Seifert in seinen Gruß- und Dankes-Worten als er sagte: „Als wir 2008 die 850-Jahr-Feier unserer Marktgemeinde hatten, da waren die Königlich Privilegierten Feuerschützen wertvolle Darsteller unserer Geschichte beim Historischen Festzug und ihre Ausstellung im Priener Heimatmuseum federführend durch den damaligen Schützenmeister Dr. Helmut Schmelz ist uns ebenfalls noch in bester Erinnerung. Auch in Zukunft wird es erforderlich sein, Tradition durch immerwährenden Einsatz am Leben zu erhalten“. Aus den Händen von Schützenmeister Florian Wunderle und den beiden Chronik-Erstellerinnen Hannelore Thiel und Uschi Erhard erhielten dann im Beisein von Ehrenschützenmeister Otto Dauer senior SKH Herzog Max in Bayern und Bürgermeister Jürgen Seifert die ersten Exemplare der Chronik „400 Jahre Priener Feuerschützen 1617 – 2017“, die   nunmehr zum Preis von 15 Euro im Priener Rathaus, bei „Servus Heimat“ in der Bahnhofstraße und in der Gaststätte Schützenhaus erhältlich ist.

Chronik inklusive der 400-Jahr-Feierlichkeiten

Über die Chronik zum ältesten Priener Verein informierte Verfasserin Hannelore Thiel, dabei sagte sie: „Bewusst haben wir zum 400. Geburtstag 2017 keine Festschrift oder Chronik erstellt, weil wir die Jubiläumsfeier, lichkeiten noch in das Werk integrieren wollten. Ein wichtiges Anliegen war mir, die ursprüngliche Bedeutung der Schützen zum Heimatschutz und das Schießen als Breiten- und Leistungssport herauszuarbeiten, da ja viele Menschen denken, das Schützenwesen sei entweder ein Folkloreanhängsel oder bestünde aus schießwütigen Waffennarren“. Sehr spannend – so die Chronistin weiter- fand sie auch die Verflochtenheit mit der Heimatgeschichte und mit Persönlichkeiten aus der Region, insbesondere mit den Besitzern und Bewohnern von Schloss Wildenwart. „Der Tiroler Adelige Ferdinand Schurff, der die Vorfahren unserer Schützen als Herrschaftsgilde 1617 erneuerte und förderte, hatte eine äußerst interessante Lebensgeschichte und kam durch eine damals sehr ungewöhnliche Liebesheirat mit Sophia von Freyberg zu Schloss Wildenwart“ – so Hannelore Thiel beispielgebend dafür, dass Leben und Schicksal der Feuerschützen untrennbar mit der Heimatgeschichte verbunden sind. In der langen Liste verdienstvoller Personen, deren Wirken in der Chronik festgehalten ist, nannte die Chronistin den ersten gewählten Schützenmeister Augustin Haas, der von 1850 bis 1875 im Amt war und der ab 1857 auch Priener Bürgermeister war. Lorenz Hartinger, der ab 1878 die Feuerschützengesellschaft mit großer Tat- und Entschlusskraft führte war zudem Mitbegründer der Priener Feuerwehr und deren erster Kommandant. Hartinger war ein angesehener Maurer- und Baumeister, unter seiner Regie wurde der Umzug des Schützenhauses und Schießplatzes vom heutigen Wendelstein-Parkplatz in die Nähe der Seestraße bewerkstelligt. Erst später  im Jahr 1936 folgte dann der Umzug in das Schützenhaus im Eichental, dem Ort des nunmehrigen Zusammentreffens, dem auch Ehrenmitglied Otto Silbernagel und einige Schützenfrauen beiwohnten.

Fotos:  Hötzelsperger – Eindrücke von der Übergabe der Chronik „400 Jahre Priener Feuerschützen 1617 – 2017“ beim Schützenhaus in Prien an SKH Herzog Max in Bayern und Bürgermeister Jürgen Seifert.

Gruppenbild von links: Ehrenschützenmeister Otto Dauer senior, Verfasserin Hannelore Thiel, SKH Herzog Max in Bayern mit Ehefrau Elizabeth, Bürgermeister Jürgen Seifert, Grafikerin Uschi Erhard und Schützenmeister Florian Wunderle.

Nähere Informationen:  www.fsg-prien.de

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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