Leitartikel

Priener Gedanken zum Unsinnigen Donnerstag

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Prien (hö) – „14. Februar Valentinstag, 15. Februar Rosenmontag, 16. Februar Faschingsdienstag und 17. Februar Aschermittwoch – da rührt sich was nach alten Kalenderlagen, aber nicht heuer“. So wie für viele junge und junggebliebene Leute wäre   diese besondere Festtags-Folge ganz besonders für die Priener Faschingsgesellschaft „Prienarria“ ein herrlicher Abschluss eines Faschings gewesen. Aber dieser Fasching fiel und fällt nicht nur in Prien, bei der Prienarria, sondern bei der gesamten Gesellschaft aus.

Wie es den Verantwortlichen und Aktiven der Prienarria in Lockdown-Zeiten zu Mute ist, erklärten uns Präsident Pius Graf und Andi Rohnke, der für die Öffentlichkeitsarbeit der Prienarria zuständig ist bei einem an und für sich nicht faschings-gerechten Online-Gespräch: „Die Planungen im Sommer 2020 waren sehr vorsichtig: die Garde trainierte im Freien unter Berücksichtigung der Abstands- und Hygienevorschriften.  Das Hygienekonzept, das nach Vorschrift entwickelt worden war bedeutete zum Beispiel keine Hebefiguren und keine Körperkontakte. Konkrete Pläne konnte man ja letztes Jahr nicht machen“ – so Vorstand Graf. Und Andi Rohnke ergänzte: „Sollte es für den Fasching 2021 gut aussehen, wollte man durch das Training gut vorbereitet sein – auch ein Prinzenpaar war gefunden und hat sich ebenfalls auf die Faschingssaison vorbereitet. Jedoch immer mit dem Hintergedanken, dass die Saison nicht stattfinden würde. Da wir Materialtechnisch sehr gut aufgestellt sind, wäre auch eine kurzfristige Durchführung der Faschingsbälle möglich gewesen. Als dann klar wurde, dass es mit dem Fasching nichts wird und auch alle anderen Landkreisgilden eine saisonale Pause bekanntgaben, war der Schock daher nicht allzu groß – die Enttäuschung natürlich umso mehr“. Wichtig war Präsidium und Elferrat, dass zu den Aktiven dank guter digitaler Möglichkeiten immer eine informative Verbindung bestand und der  Kontakt nie abbrach.

Anstatt Faschings-Bälle waren Online-Meetings – Zu den üblichen Terminen, an denen normalerweise die Faschingsbälle (wie Chiemseer Ballnacht oder Gildeball) stattfanden, gab es ein großes Online-Meeting mit über 60 Teilnehmern aus der aktiven Riege des Vereins. Bis in die späten Abendstunden konnte man sich so vor dem PC mit Kamera und Mikrofon unterhalten und es wurden auch Bilder und Videos der vergangenen Saison gezeigt. „Um die Tradition des jährlichen Faschingsordens beizubehalten, wurde für die aktiven Mitlgleider auch ein eigener Jahresorden kreiert und an die Aktiven  unter Einhaltung der AHA-Regeln verteilt (vor dem Lockdown)“ erklärt Pius Graf. Zu den heurigen letzten Faschingstagen laut Kalender gibt es nach Andreas Rohnke folgende Planung: „Jetzt am Faschingssamstag ist das nächste Onlinemeeting angedacht; der Faschingssamstag war immer ein besonderer Abend für uns, da hier viele Auftritte und lange Busfahrten stattfanden. So sind wir alle untereinander gut in Kontakt geblieben und wir sind gespannt wie es weitergeht – was dann die kommende Saison betrifft werden wir sehen“. Im nächsten Jahr 2022 feiert die Prienarria ihren  30. Vereinsgeburtstag. Da hoffen natürlich alle Vereinsmitglieder und darüber hinaus der Rest der Gesellschaft, wieder faschings-aktiv werden zu können und auch ein besonderes Jubiläums-Programm zeigen zu können. Vereinsübergreifend ist der Vorstand auch durch Onlinemeetings mit dem Dachverband Bund deutscher Karneval in Kontakt und auch unter den Vereinen gibt es die eine oder andere lustige Challenge via Instagram oder Facebook. Nach all den heurigen besonderen Umständen und Ersatz-Aktivitäten gibt die Prienarria hoffnungsfroh folgendes Resümee: „Alles in allem geht es uns diesbezüglich gut und wir sind  guter Dinge, was die Zukunft betrifft. Natürlich würden wir gerne in die Öffentlichkeit gehen, aber aufgrund der aktuellen Situation ist quasi öffentlicher Stillstand. Helau!“.

Für Bürgermeister Andreas Friedrich wäre der heurige Fasching der erste in seiner Amtszeit gewesen. Er bedauert die Veranstaltungsabsagen mit den Worten: „Der Fasching gehört zu Prien und die Absage aller Veranstaltungen schmerzt natürlich sehr. Gerade am Unsinnigen Donnerstag war sonst immer gefühlt der ganze Ort auf den Beinen, Priener Institutionen und Geschäfte haben sich Kostüm-Mottos gegeben, die Faschingsnarren sind durch die Straßen gezogen und haben mit ihrer Heiterkeit den ganzen Ort angesteckt. Die vielen Begegnungen und das gemeinsame Feiern fehlt – umso mehr freue ich mich auf den Fasching 2022, den wir bestimmt wieder so ausgelassen begehen können, wie wir das seit vielen Jahren gewohnt sind“

Fotos: hö/Prienarria – Am Unsinnigen Donnerstag des Vorjahres waren Auftritte der Prienarria noch möglich – traditionsgemäß wird dabei durch die Priener Geschäfte und auch ins Priener Rathaus gezogen, um mit Auftritten zu erfreuen

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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