Die sogenannte „Staade Zeit“ wurde in Grainbach auf dem Samerberg genutzt, um wieder ein besonderes Theaterstück auf die Bretter, die die Welt bedeuten können, zu bringen. „Generationen-Sprünge“ heißt die heurige Komödie in drei Akten von und mit Peter Wiesholzer. Dabei wird das Geschehen in der Welt und auf dem Samerberg in den letzten sechs Jahrzehnten und damit in drei Generations-Zeiten durchleuchtet. In den drei Akten fehlten weder persönliche Erfahrungen von Theaterleiter Peter Wiesholzer noch lokalbezogene Erinnerungen – alles in allem: ein Theaterabend mit Humor und Witz am laufenden Band.

Bereits Trachtenvorstand Fred Wiesholzer versprach zu Beginn, dass sich die Proben und Vorbereitungen in der „Staaden Zeit“ gelohnt haben. Wiesholzer dankte dabei der Brauereifamilie Steegmüller-Pyhrr und den Wirtsleuten vom Hamper-Wirt für die Gewährung der Räumlichkeiten und den Samerberger Musikanten unter der Leitung von Benedikt Paul für die musikalische Gestaltung des Theaterabends. In drei Akten erinnert die Komödie daran, was sich seit Ende der 50er Jahre auf dem Samerberg und in der Welt ereignet und auch verändert hat. Von 120 ursprünglichen Bauern verblieben in den 80er Jahren noch 82 Landwirte und heute zählt der Samerberg noch 25 Milchvieh- und Biobauern. Die Landwirtschaft war eines der inhaltlichen Kernthemen, weitere immer wiederkehrende Themen waren die Gastronomie sowie der Tourismus. Natürlich blieben bei den Rückbetrachtungen weder Komplikationen noch menschliche Verwicklungen aus. „Lieber miteinander arbeiten als gegeneinander Schießen“ – so lautete eines der Themen nach dem Krieg und bei der Aufbruchstimmung innerhalb der neu gegründete Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Die erste Wehrmacht-Einberufung auf dem Samerberg und die Verfolgung von Kriegsverbrechern beendete den Zusammenhang mit den vormaligen Kriegszeiten und es begannen heitere Zeiten mit Almtänzen und Heimatabenden. Der Watschen-Plattler eines Burschen-Quartetts vom Grainbacher Trachtenverein kam dabei ebenso gut an wie Szenen, die an frührere Rauffreuden von Samerberger Burschen erinnerten. Im zweiten Akt waren die zunehmende Emanziaption sowie höchste Milchpreise und Bulldog-Neuanschaffungen Grund für die bäuerlichen Gespräche, bei denen Peter Wiesholzer und Konrad Estermann in ihren Paraderollen begeisterten. Beendet wurde der zweite Akt mit Erinnerungen an den ersten Todestag von Franz Josef Strauß, mit der beginnenden Auseinandersetzung zum Umweltschutz sowie mit der gemeinsam mit dem Publikum gesungenen Bayernhymne. Im dritten Teil des Theaters kamen neue Ansprüche bei den Gästen (Wellness- und Sport-Angebote) zum Ausdruck, denen die Samerberger Kurverwaltung allerdings aufgrund des „windigen Verkehrsamts-Kammerls“ nicht gerecht werden konnte. Was es mit der Übergabe eines lauwarmen Schokokuchens zum Abschluss auf sich hatte, sei noch nicht verraten. Auflösungen gibt es bei den nächsten Aufführungen am Donnerstag, 28. Januar, am Freitag, 29. Januar, am Dienstag, 2. Januar, am Mittwoch, 3. Januar, am Donnerstag, 4. Januar sowie noch einmal am Sonntag, 7. Januar jeweils um 20 Uhr im Gasthaus Maurer. Karten sind im Vorverkauf bei der Raiffeisenbank in Törwang sowie jeweils ab 19 Uhr an der Abendkasse erhältlich.

30 Frauen, Männer, Dirndl und Buam waren an der Aufführung des Theaters „Generationen-Sprünge“ aktiv auf der Bühne beteiligt, dazu kamen noch weitere Helferinnen und Helfer hinter der Bühne, sie alle zusammen hatten mit Regisseur Peter Wiesholzer senior allen und guten Grund zum Abschluss des Abends zusammen mit dem dankbaren Publikum das Lied „Lasset uns das Leben genießen“ zu singen.

Foto/s: Hötzelsperger – Eindrücke von der Premiere des Theaterstücks „Generationen-Sprünge“  vom Trachtenverein Hochries-Samerberg in Grainbach.

Weitere Informationen: www.trachtenverein-grainbach.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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