Leitartikel

Prechtl präsentiert zum Jubiläum prächtige Registrierkasse

Der  1896 in der Bahnhofstraße in Raubling gegründete Familienbetrieb Prechtl kann heuer sein 125jähriges Firmenjubiläum feiern. Teil der Jubiläumsaktionen beim Frischemarkt  Prechtl ist die Ausstellung einer sehenswerten Registrierkasse aus dem Jahr 1905. 

Eine solche Registrierkasse war bei Prechtl bis in die 60er Jahre in Betrieb. Prechtl konnte mit einer solchen Kasse über 50 Jahre ununterbrochen kassieren. Das bedeutet, die Kasse hat in dieser Zeit eine Hyperinflation 1923 und zwei Währungsreformen (in den zwanziger Jahren und ebenso eine weitere im Jahr 1948) „überstanden“. Heutige Kassensysteme müssen oft schon nach wenigen Jahren ersetzt werden.

Andreas Prechtl II. im Jahr 1934 mit dem Nachbarsbub Wastl Schmid vor dem ersten Prechtl Lebensmittelladen am Bahnhof Raubling | Foto: Gemeindeverwaltung Raubling

Kaufhaus Prechtl im Jahr 1909 mit allen Mitarbeitern. Das Geschäft befand sich unmittelbar am Bahnhof Raubling. Im linken Gebäudeteil mit den vergitterten Fenstern unterhalb der Terrasse war ein Bankfiliale untergebracht. | Foto: Gemeindeverwaltung Raubling

Foto: Gemeindeverwaltung Raubling

Kaufhaus Prechtl im Jahr 1909 | Foto: Familie Prechtl

Kaufhaus Prechtl im Jahr 1936 – Außenansicht mit Bahnhofstraße | Foto: Familie Prechtl

Kaufhaus Prechtl im Jahr 1936 – Nährmittelabteilung mit alter Waage | Foto: Familie Prechtl

 

Kaufhaus Prechtl 1936 – alte National-Kasse mit Tabakwarenabteilung | Foto: Familie Prechtl

Nachfolgend Geschichtliches zu Entwicklung und Funktion der Registrierkassen

Registrierkassen – Buchen, Rechnen, Sichern

Registrierkassen gehören neben Schreib-, Buchungs- und Rechenmaschinen zu den wichtigsten Erfindungen im Geschäfts- und Bürobereich. Sie entwickelten sich von rein mechanischen Geräten zu einem universell einsetzbaren elektronischen Datenerfassungssystem. Neben ihren traditionellen Funktionen “Kontrollieren”, “Sichern” und “Registrieren” des Geldes übernahmen sie auch organisatorische Aufgaben wie Angaben über den Warenbestand.

Der  unbestechliche Kassierer

Die Geschichte der Registrierkasse begann 1879 in den USA. Der Geschäftsmann James Ritty entwickelte mit seinem Bruder die erste Kasse, um sichere Erkenntnisse über die Geschäftsvorgänge in seinem Verkaufsladen zu erhalten. Die Idee zur Konstruktion einer Kasse kam ihm während einer Schiffsreise, als er eine Vorrichtung sah, die die Umdrehung der Schiffsschraube zählte. Den Brüdern Ritty gelang es jedoch nicht, Kassen in größeren Mengen zu verkaufen. Sie scheiterten an dem Misstrauen der Verkäufer gegenüber diesen “Diebesfängern”. Nach mehreren erfolglosen Versuchen einiger Geschäftsleute, die Kasse auf dem Markt durchzusetzen, erwarb der Händler John H. Patterson 1884 die Rechte für die Kassenherstellung und gründete die National Cash Register Company (NCR). Als einer der ersten Industriellen richtete er eine Verkäuferschule ein, lehrte Verkaufstechniken und hielt Verkaufsbesprechungen. Mit gezielten Werbekampagnen und ausgebildeten Vertretern gelang es nun, die Registrierkassen im Einzelhandel bekannt zu machen. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich NCR zum weltweit führenden Hersteller von Registrierkassen. Neben der neuen Werbestrategie war die technische Weiterentwicklung der Kassen ein Grund für den Erfolg. Kassen, die Quittungen ausdruckten, kamen 1892 auf den Markt. Auch die historische Kasse, ausgestellt bei Prechtl, kann Quittungen drucken. Sie ist auch heute noch voll funktionsfähig. Verborgen hinter einem eigens dafür vorgesehenen Schloß konnte nur der Chef die Tagesumsätze ablesen.

Fotos:  Rainer Nitzsche –  Die historische Registrierkasse, eine sehenswerte Schönheit beim Frischemarkt Prechtl in Raubling. Sie wird im Herbst auch in verschiedenen anderen Prechtl-Filialen ausgestellt. Die Kasse ist noch vollständig in Takt und betriebsbereit. Es lassen sich sogar noch Kassenbons ausdrucken!

Weitere Informationen: www.prechtl.de

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Über den Autor

Rainer Nitzsche

Als Webseiten-Entwickler bin ich für die Gestaltung und den technischen Betrieb dieser Plattform verantwortlich und versuche, die Seite ständig aktuell und zeitgemäß zu halten.

Als Reportage-Fotograf möchte ich mit wenigen Bildern wiedergeben, was als geschriebener Text vielleicht Bände füllen würde. Es geht um Ereignisberichte in Bildern. Es gilt, schrittweise und in den richtigen Momenten Entwicklung und Ablauf von Ereignissen festzuhalten, die schließlich in einem Höhepunkt gipfeln. Das bedeutet, meine Fotografien sind sehr oft weniger formell und zeigen den Charakter der Menschen eher in einer pose-freien, authentischen Weise, die nicht inszeniert ist.
Mehr Fotos finden Sie auch auf meiner Webseite unter www.rainernitzsche.de

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