Leitartikel

  Porträt: Priens neuer Energiereferent Hartl Hinterholzer

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Den Energieverbrauch der Marktgemeinde Prien zu reduzieren und den Einsatz erneuerbarer Energien zu fördern – das sieht Leonhard Hinterholzer (Fraktion „Die Grünen“) als primäre Aufgaben für sein neu angetretenes Amt als Energie- und Klimaschutzreferent und Gemeinderat in Prien. Das Referentenamt hat er mit Beginn der neuen Legislaturperiode von seinem Vorgänger Michael Schlosser (ÜWG) übernommen. Mit diesem Beitrag stellen wir Hinterholzer näher vor und wir stellen ihm einige Fragen:

Leonhard Hinterholzer führt mit 56 Jahren und mit Schuhgröße 46 den eigenen Betrieb „Chiemsee Solar“ in Weisham zwischen Bernau und Prien. Der Elektromeister ist seit 26 Jahren selbstständig, sein Spezialgebiet ist die Solartechnik. Bevor der zweifache Vater nach Prien zog war er vor allem in Bernau kommunalpolitisch und ehrenamtlich tätig. In Bernau war er zudem von 2014 bis 2017 Gemeinderat, dem Kreistag von Rosenheim gehört er seit 12 Jahren als Kreisrat an, er ist Vorstand beim Förderverein der Realschule Prien und in zahlreichen Vereinen in Bernau und Prien ist er Mitglied.

Folgende Fragen stellten wir Leonhard Hinterholzer:

Frage:  Welche Ideen und Pläne für die neue Legislaturperiode hat der neue Energie- und Klimaschutzreferent? :

Antwort:  „Konkrete Massnahmen zur Energieeinsparung und für Erneuerbare Energien zusammen mit dem Netzwerk Rosenheim – Traunstein erarbeiten und umsetzen und das 2014 erarbeitete Klimaschutzkonzept umsetzen, soweit es noch aktuell ist. Die Frage der Energieversorgung ist eng verzahnt mit vielen anderen Themen wie Verkehrsplanung, Bauleitplanung, Regionalvermarktung und nicht zuletzt mit der Finanzierung“.

Frage: Welche  Wünsche gibt es an Rathaus und Bevölkerung:

Antwort: „Die Energiewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Deshalb braucht es der Unterstützung meiner Arbeit durch die Verwaltung, den Bürgermeister, den Gemeinderat und vor allem durch die Bevölkerung mit Ideen und Finanzen“.

Frage:  Welche aktuellen Aufgaben gibt es zum Thema Energie?

Antwort: „Es gibt ein neues privates Nahwärmenetz der Zimmerei Stocker, mit Ausbaupotential. Es ist in Prien noch ein weiteres, neues Nahwärmenetz mit Hackschnitzel geplant. Dabei kann die Gemeinde, wo es sinnvoll ist, dieses unterstützen. Die bestehenden, älteren Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern, die von den Bürgern errichtet wurden, sollte die Gemeinde übernehmen und natürlich auch Weitere bauen“.

–       Frage:  Und welche Aufgaben gibt es zum Thema Klimaschutz?

Antwort: „ Ein wichtiges Thema in Prien wird der Verkehr sein. Hier gilt es die Weichen zu stellen zu einem umweltfreundlicheren Verkehrssystem, das alle Bürger nutzen können. Mehr öffentlicher Nahverkehr und gute Radwege, sind dabei ebenso wichtig wie die Förderung der E-Mobilität durch mehr moderne E-Tankstellen“.

Frage: Was kann der einzelne Priener für den Klimaschutz tun?

Antwort: „Sehr einfach geht die Umstellung seines Energieversorgers auf einen echten Ökostromanbieter. Hausbesitzer können Solarstromanlagen bauen für die eigene Stromversorgung und Einspeisung. Aber auch für Mieter gibt es inzwischen kleine Anlagen für den Balkon, die direkt über eine Steckdose Strom für den Eigenverbrauch erzeugen. Nur die Produkte einkaufen, die man wirklich braucht, gebrauchte Sachen verwenden sind ebenso wichtig für den Klimaschutz wie sich zu Fuß oder mit Radl zu bewegen und natürlich auf Flugreisen zu verzichten. Wer nicht auf Fleisch und Wurst verzichten will, sollte auch diese Produkte möglichst biologisch und regional einkaufen“.

Frage:  Wo sind nach den bisherigen Ablehnungen bei den Bürgerbegehren noch Synergieeffekte zum Thema Energie?

Antwort: „Das Thema Klimawandel ist in den letzten Jahren zurecht wesentlich stärker in das Bewußtsein der Menschen gerückt. Unser Verhalten hat Auswirkungen auf die ganze Welt, für uns und unsere Kinder. Neue, umweltfreundliche Konzepte sind aber inzwischen oft auch wirtschalftlich rentabel. So werden wir uns natürlich auch das Energiekonzept des Prienavera unter die Lupe nehmen und prüfen, ob durch neue Technik noch Energie eingespart werden kann oder z.B. mit der Umstellung auf einen anderen Gaslieferant, der aus Windkraft erzeugten Wasserstoff verwendet, die CO2 Belastung gesenkt werden kann. Dabei werde ich großen Wert auf Transparenz und Bürgerbeteiligung legen. Allerdings haben wir auch nicht Zeit zu warten bis der letzte Klimaskeptiker seine Ignorranz der Tatsachen aufgibt“.

Foto: Hötzelsperger –    Priens neuer Energiereferent Hartl Hinterholzer

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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