Kirche

Pfarrer Klaus Hofstetter nach sieben Jahren von Prien verabschiedet

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Sieben Jahre Dienst an Gott, Kirche und Gläubigen des Pfarrverbandes Westliches Chiemseeufer sind für Pfarrer Klaus Hofstetter mit einem Abschiedsgottesdienst in der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ in Prien zu Ende gegangen. Gemeinsam mit Pater Joshy, der zeitgleich in der Pfarrkirche „Sankt Laurentius“ in Bernau seinen letzten Gottesdienst feierte, kam er vor sieben Jahren an den Chiemsee und gemeinsam verlassen sie auch den Pfarrverband. Pfarrer Klaus Hofstetter übernimmt auf Zuruf von Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx in Höhenkirchen bei Aying die Leitung für den Priesternachwuchs in der Erzdiözese. Pater Joshy übernimmt im Auftrag seines Karmeliterordens die Seelsorge eine 1.600 Christen starke Pfarrgemeinde in Marienthal im Bistum Münster.

Da sich für die  langfristige Nachfolge für die beiden scheidenden Geistlichen noch keine Bewerbung und Lösung ergeben hat, übernimmt vorläufig für ein Jahr Dekan Daniel Reichel die Leitung für die Pfarrverbände Bad Endorf und Westliches Chiemseeufer als Pfarradministrator. In seinen Dankesworten an Pfarrer Hofstetter sagte der Dekan: „Du hast Dich bei den Dekanats-Konferenzen stets aktiv, zum Teil ermahnend aber immer mitbrüderlich eingebracht. Als symbolische Geschenk darf ich Dir ein Glas Honig überreichen. Dieser Honig ist nicht von einer einzelnen Biene geschaffen, sondern von einem ganzen und guten Volk, möge Dir der Honig den Abschied versüssen“. Der Gottesdienst, der mit dem großen Geläute der Kirchenglocken begann und beendet wurde, wurde musikalisch vom Kirchenchor „Mariä Himmelfahrt“ gestaltet. Unter der Leitung von Kirchenmusiker Bartholomäus Prankl sang ein Ensemble der Capella Vocale Werke von Hassler, Mozart, Schubert und Bruckner zu Ehren von Pfarrer Hofstetter und Pater Joshy. Am Schluss der Messe verabschiedete sich die Priener Kirchenmusik mit dem Chorstück “Irish blessing” – einem gesungenen Reisesegen – von Pfarrer Hofstetter, dem die Kirchenmusik stets ein besonderes Anliegen war.Pater Joshy ließ über Gemeindereferent Werner Hofmann einen persönlichen Gruß vermelden, dazu hieß es: „Das Priesteramt ist der schönste Beruf, den es gibt, mit diesem habe ich in den sieben Jahren eine wunderbare Zeit in den beiden Pfarrverbänden gehabt, ich danke Gott und Euch für das Geschenk des Zusammenseins und vermisse Euch jetzt schon“. Über eine CD erklang dann noch ein Lied von Pater Joshy in seiner indischen Muttersprache.

Eine Lederhose als Geschenk

Nach dem Gottesdienst überreichten  Pfarrverbandsratsvorsitzender Anton Stein und Priens Pfarrgemeinderatsvorsitzende Regina Seipel an Pfarrer Hofstetter eine Lederhose, die er sich als Geschenk gewünscht hatte. Dabei sagte Anton Stein: „Lieber Klaus, Du warst sieben Jahre eine starke Lokomotive, mit guten Zielen und viel Triebkraft. In einer Zeit, in der die Personaldecke immer dünner wurde, hast Du  als Meisterstück das Seelsorgeteam gegründet. Weitere Bau- und Haltestellen Deines Triebwagens mit Pater Joshy an Bord waren die Änderungen der Gottesdienstzeiten, die Liturgie und die Jugend, die von Dir viele Impulse erhalten durfte. Bei allem hast Du stets und für jede Pfarrei Gerechtigkeit walten lassen“. Zweiter Bürgermeister Michael Anner junior von der Marktgemeinde Prien erinnerte auch Namens seiner Kollegen aus den Gemeinden Rimsting, Frasdorf und Bernau an das gute Miteinander von katholischer und politischer Gemeinde in den Jahren mit Klaus Hofstetter und er sagte: „Gerne denken wir an die feierlichen Gottesdienste beim Katharinentag oder an die ökumenischen Gottesdienste, schweren Herzens lassen wir Dich ziehen, möge Gottes Kraft und Segen Dich begleiten“. Als Geschenk übergab Bürgermeister Anner einen Betonguss der Bronzetafel mit dem Auferstehungs-Motiv (entsprechend der 14. Kreuzwegstation nach St. Salvator) von der Künstlerin Christine Stadler an Pfarrer Hofstetter und einen Obulus für eine neue Gitarre für Pater Joshy. Ein gemeinsames „Vergelt´s Gott“ für die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Chiemsee kam von den ACK-Vorstandsmitgliedern Rita Sandig (Neuapostolische Kirche) und Rainer Pannenberg (Katholische Kirche) mit den Worten: „Gemeinsam Aufbrechen und neue Wege gehen, das war immer das Motto unserer Gemeinschaft. Dabei warst Du, lieber Klaus, mit Deiner Offenheit und Herzlichkeit ein oftmaliger Brückenbauer, der neue Ideen einbrachte und auch umsetzte“.

Der scheidende Pfarrer Klaus Hofstetter resümierte seine Zeit in Prien und Umgebung wie folgt: „Wenn ich in Eure Gesichter schaue, dann erfahre ich viele Erinnerungen, die mir Freude und Dankbarkeit geben. Wichtig war mir alle Zeit und bei allem Tun, dass es nicht allein auf den Pfarrer ankommt, sondern auf jeden von Euch. Letztlich hat mich das gute Miteinander mit den Haupt- und insbesondere auch mit den Ehrenamtlichen beeindruckt. Pater Joshy und ich wollen heute Danke sagen, wir haben auch nur mit Wasser gekocht und Fehler gemacht. So wollen wir hoffen, dass Ihr uns mit Eurer Barmherzigkeit verzeiht“.

Abschließend machte Dekan Daniel Reichel den Gläubigen vom Pfarrverband Westliches Chiemseeufer Mut indem er sagte: „Es wird gut weitergehen, das ist mein Glaube und davon bin ich zutiefst überzeugt, denn die Kirche ist eine Kirche des Miteinanders“. Langer und starker Applaus galt dann Pfarrer Hofstetter und Kaplan Joshy. Nach den Gottesdiensten in Prien und Bernau gab es noch Gelegenheiten, sich persönlich von den beiden Geistlichen zu verabschieden. Unter den Gläubgen des Abschiedsgottesdienstes für Pfarrer Klaus Hofstetter in Prien waren auch Seine Königliche Hoheit Herzog Max in Bayern und seine Ehefrau Elizabeth.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Abschiedsgottesdienst für Pfarrer Klaus Hofstetter in Prien

  • Regina Seipel und Anton Stein überreichen eine Lederhose
  • Rita Sandig und Rainer Pannenberg von der ACK Chiemsee
  • Dekan Daniel Reichel dankt mit einem Glas Honig
  • Zweiter Bürgermeister Michael Anner dankt für die Marktgemeinde Prien

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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