Junge, rüstige Burschen verkleideten sich als Perchten und zogen über den Weihnachtsmarkt in der Wasserburger Altstadt. Perchten, das sind häßliche, grauslige Gestalten, deren Namen noch in mancher Kinderstube als Schweigemittel helfen muß. Die Perchten, sollen die bösen Geister und Dämonen austreiben.
Die Grenzland-Perchten-Laufen sind 1990 von Franz Lohinger gegründet worden. Im ersten Jahr waren es vier Maskenträger, jedoch ein Jahr später war die Gruppe bereits auf neun Läufer herangewachsen. Mittlerweile besteht die Gruppe aus einer stattlichen Anzahl Perchten, Hexen, einem Nikolaus sowie einem Kraxenmandl sowie einer Jugendgruppe, die natürlich für viele kleine Überraschungen sorgen.
Die Masken wurden von verschiedenen Schnitzern aus dem Salzburger Land erworben. Die Zusammenstellung und den Aufbau der Masken gestalten die Mitglieder selbst. Im Sinne des „Bösen“ und des „Feuers“ habt die Gruppe den „Feuerteufel“. Er wird symbolisch von den Perchten und Krampussen vertrieben. Dies wurde früher mit einer dafür geschmiedeten Feuerstelle dargestellt, in welcher ein Bengalfeuer entzündet wurde. Seit einigen Jahren wurde diese Feuerstelle durch einen Feuerkranz, welcher um den Feuerteufel entzündet wird, abgelöst.
Die Grenzlaufperchten aus Laufen habe es sich zur Aufgabe gemacht, diesen alten österreichischen Gebirgsbrauch im südbayrischen und natürlich im österreichischen Raum zu verbreiten und den Zuschauern nahe zu bringen.
Der Krampus- und Perchtenbrauch kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Das Brauchtum läßt sich bis ins Jahr 1850 zurückverfolgen. Die älteste Teufelsmaske gab es in Altgastein um 1850 und auch in Salzburg läßt sie sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen. In dieser Zeit zogen am 5. Dezember Krampusse und Nikolaus durch den Ort und führten auch Hausbesuche durch. Dies wurde bis zum Beginn des 2. Weltkrieges betrieben. Von 1935 bis 1937 hat es bis zum 5. Januar abends Perchtenläufe gegeben.

Weitere Informationen zu den Grenzlandperchten aus Laufen unter www.perchten.net

Fotos: Rainer Nitzsche

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Rainer Nitzsche

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Als Reportage-Fotograf möchte ich mit wenigen Bildern wiedergeben, was als geschriebener Text vielleicht Bände füllen würde. Es geht um Ereignisberichte in Bildern. Es gilt, schrittweise und in den richtigen Momenten Entwicklung und Ablauf von Ereignissen festzuhalten, die schließlich in einem Höhepunkt gipfeln. Das bedeutet, meine Fotografien sind sehr oft weniger formell und zeigen den Charakter der Menschen eher in einer pose-freien, authentischen Weise, die nicht inszeniert ist.

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