Brauchtum

Päpstlicher Gregorius-Orden für Trachtler Max Bertl

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Aus den Händen von Reinhard Kardinal Marx erhielt Max Bertl, Landesvorsitzender des Bayerischen Trachtenverbandes den päpstlichen Gregorius-Orden in der Ordensklasse der „Ritter“ bei einer Feierstunde im Saal der ehemaligen Karmelitenkirche von München. Wie der Erzbischof von München und Freising bei seiner persönlichen Würdigung sagte, soll damit das umfassende und vorbildhafte Wirken von Max Bertl zum Ausdruck kommen.

In der Laudatio heißt es: „Max Bertl hat sich in außerordentlicher Weise für das christliche Brauchtum in Bayern und das Allgemeinwohl engagiert. Er führte von 1978 bis 2007 als Zimmerermeister seinen eigenen Zimmereibetrieb mit mehreren Angestellten. Hier hat sich Herr Bertl insbesondere im Bereich des Denkmalschutzes besondere Anerkennung verdient. 25 junge Männer hat er zum erfolgreichen Abschluss im Zimmerergewerk geführt. In seiner Ausbildungsmethodik legte er insbesondere großes Augenmerk auf Wertevermittlung und hier insbesondere auf die Schöpfungsverantwortung.

Die aktive Mitwirkung bei der Gestaltung seiner Heimat ist Max Bertl in vielfältiger Weise ein Anliegen. So wirkte er in den Jahren von 1978 bis 2002 als Gemeinderat der Gemeinde Wildsteig und von 1978 bis 1984 als Pfarrgemeinderat. Für das Gemeinwohl engagierte er sich weiter von 1964 bis 1989 als aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Wildsteig.Neben dem kommunalpolitischen Engagement ist jedoch insbesondere das Engagement von Max Bertl in der bayerischen Trachtenbewegung hervorzuheben. Von 1972 bis heute gestaltete Herr Bertl seine Heimat mit, von der örtlichen Vereinsebene bis zur Mitverantwortung auf Landesebene in der Funktion des stellvertretenden Landesvorsitzenden und nunmehr als Landesvorsitzender des Bayerischen Trachtenverbandes. Beachtlich ist sein Engagement für die Integration von Flüchtlingen, die ausdrücklich

im Bayerischen Trachtenverband willkommen sind. Er setzte sich immer mit voller Kraft für die Vermittlung des christlichen Werteverständnisses über das Brauchtum ein. Von der entsprechenden Schwerpunktsetzung in der Jugendarbeit bis hin zur tatkräftigen Organisation und Umsetzung von christlichen Brauchtumsereignissen setzt er immer wieder Maßstäbe. Von 1980 bis 2000 organisierte er die jährliche Fronleichnamsprozession in Wildsteig. Seit vielen Jahren gestaltet Max Bertl zudem die traditionelle Trachtenwallfahrt des Oberen Lechgauverbandes zur Wieskirche „Johannes der Täufer“ in Steingaden. Auf seine Initiative und unter seiner Leitung fanden zahlreiche Maiandachten und Gottesdienste statt. Seit fast vierzig Jahren tritt Herr Bertl als Heiliger Nikolaus in seiner traditionellen Darstellung mit Stab und Mitra auf und vermittelt so ein authentisches Bild des Heiligen im Gegensatz zu neueren „Weihnachtsmann“-Tendenzen. Mehr als zwanzig Jahre (1968 bis 1990) lang führte Herr Bertl als Hochzeitslader Hochzeiten wiederum in fester Überzeugung des christlichen Werteverständnisses und trat hier in vielen Fällen dem abgewandten Zeitgeist entgegen. Die Lebensfreude in Verbindung mit dem Kirchenjahr vermittelte er mit der Gestaltung und Moderation des Wildsteiger Pfingstsingens von 1984 bis 2002. Max Bertl setzt auch seine handwerklichen Fähigkeiten für seine Überzeugung ein. Er fertigte und stiftet so bereits schon einige Feldkreuze. Er baute zudem kostenlos einen großen alpenländischen Altar für Festgottesdienste im Freien um einen würdigen Rahmen für Gottesdienste auch mit einer großen Gemeinschaft von Gläubigen zu schaffen. Sein aktives Eintreten für die Verbreitung des christlichen Brauchtums sowie sein Verantwortungsbewusstsein der Gesellschaft gegenüber, verdienen die hohe Anerkennung durch den päpstlichen Gregoriusorden in der Ordensklasse der Ritter“.

Fotos: Hötzelsperger – Max Bertl, Landesvorsitzender vom Bayerischen Trachtenverband erhielt aus den Händen von Reinhard Kardinal Marx den Gregorius-Orden in der Ordensklasse der „Ritter“. Max Bertl empfing den Orden im Beisein von seiner Ehefrau Annemarie sowie von Pfarrer Josef Fegg und Diakon Martin Mylius (mit Frau Silke) aus Wildsteig.

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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