Leitartikel

Otfried-Preußler-Gedächtnis-Lesung im Priental

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Ein Müllerbursche, der zaubern kann? Ja, das ist Pumphutt; bei allen Müllern in der Lausitz ist er bestens bekannt und so kommt er auf seinen Streifzügen durchs Land eines Tages zur Gemauerten Mühle. Dort wird gerade Hochzeit gefeiert und der Mauermüller lädt Pumphutt ein, mit den anderen Gästen an der Tafel im Freien zu schmausen, vier hungrige Bettelkinder aber jagt er davon. Für diese Herzlosigkeit  muss der Mauermüller aber sehr schnell büßen: das Wasserrad seiner Mühle macht sich selbständig, bis er seinen Fehler einsieht und die Bettelkinder eigenhändig verköstigt.

„Ich bin ein Geschichtenerzähler“, sagte Otfried Preußler immer von sich; wer das immer noch nicht wissen sollte, der konnte sich im Behandlungszentrum Aschau (BZ Aschau) bei der großen Lesung zum siebten Todestag von Otfried Preußler persönlich davon überzeugen. Pumphutt mit dem großen gelben Hut kam quicklebendig zur Lesung in die „Talstation“ des Behandlungszentrums in Aschau. Das „pralle Bilderbuch“ von Pumphutt und seinen Taten fand allgemeinen Anklang bei den Kindern aus dem BZ Aschau und ihren Gästen. Es machte an diesem Abend die Märchenwelt der Lausitz für die Besucher aus Aschau wieder lebendig. Seit fast drei Generationen werden die Bücher von Otfried Preußler gelesen und die Figuren daraus sind allen Kindern vertraut, im BZ Aschau sind sie für alle Patienten, Bewohner und Mitarbeiter Basiswissen. Die Gruppen der Tagesstätte im BZ sind nach seinen bekanntesten Werken benannt: von der „Kleinen Hexe“ dem „Kleinen Gespenst“ und dem „kleinen Wassermann“, über „Hörbe mit dem großen Hut“, „Pumphutt“ bis hin zu den „Abenteuern des starken Wanja“. Der Chor des Aschauer Behandlungszentrums umrahmte den Abend musikalisch.

Der Geschäftsführer des BZ Aschau, Simon Leicht erinnerte an das langjährige segensreiche Wirken von Otfried Preußler für das Behandlungszentrum in Aschau. „Seit weit mehr als 40 Jahren besteht diese Verbindung unseres Hauses zu Otfried Preußler und seiner Familie, sie entstand durch mehrere Besuche von ihm in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts; Otfried Preußler war ein Mensch, der etwas tun wollte, der anderen helfen wollte. Auch nach seinem Tod wirkt Otfried Preußler weiter für das BZ Aschau“. Seit 1992 war er Erster Vorsitzender der von ihm mitbegründeten gemeinnützigen Vereinigung „Hilfswerk für die Orthopädische Kinderklinik Aschau“, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die jungen Patienten und ihre Familien in Notfällen zu unterstützen. Und die Hilfe geht weiter: Besonders über Weihnachten konnten das Behandlungszentrum Aschau und die Kinderklinik wieder einmal die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung in Form vieler Spenden spüren. „Es ist gut zu wissen, dass sich so viele Menschen in der Region an der Unterstützung für unsere Kinder beteiligen – das macht alle, die in dieser Einrichtung Verantwortung und Sorge tragen, sehr dankbar. Die Kinder stehen bei uns im Zentrum, der Mensch im Mittelpunkt – wir sind ein Zentrum für die Kinder“, Simon Leicht dankte allen, die das BZ Aschau bei seiner Arbeit seit vielen Jahren durch Spenden unterstützen. „Unsere Kinder sind im Hause gut versorgt und erhalten durch die staatlichen Zuwendungen alles, was zum Leben unbedingt notwendig ist. Aber wie alle Kinder und Jugendlichen haben sie Wünsche, die wir für sie mit den zusätzlichen Spenden finanzieren können. Der Bezirk Oberbayern, die zuständigen Ämter und die Behindertenhilfe liefern als Grundlage quasi das Brot, Butter und Marmelade finanzieren wir aus den vielen Spenden, die wir in jedem Jahr erhalten“.

Bericht und Foto: Heinrich Rehberg – Friedlich vereint: der Mauermüller (Philipp-Manuel Riedel), Pumphutt (Julia Prokopski) und der Erzähler (Leopold Wimmer) nach der siebten Otfried Preußler Gedächtnislesung in der Heilpädagogischen Tagesstätte Aschau.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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