Brauchtum

Oide Wiesn: Gespräch mit Präsident Karl-Heinz Knoll

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Oide Wiesn ist inzwischen zu einem festen Bestandteil auf dem Münchner Oktoberfest geworden, der Festring München als Veranstalter erfreut sich über viel Zuspruch und Lob. Zum Ende der heurigen Festzeit konnten wir dem Festring-Präsidenten Karl-Heinz Knoll ein paar Fragen stellen.

Auf was führen Sie die große Begeisterung generell für die inzwischen 6. Oide Wiesn seit dem Jahr 2011 zurück?
Die Mixtur aus Brauchtum, echter Blasmusik, junger bayerischer Musik, Volkssänger, Gemütlichkeit und einem Schuss Nostalgie ist der Schlüssel zum Erfolg. Keine Party sondern gepflegte Lebensfreude, wie ein tägliches Gaufest.

Stammgästen fällt auf, dass das Musik- und Bühnenprogramm zwei Bestandteile hat: einmal täglich gleiche Mitwirkende und einmal täglich wechselnde Mitwirkende. Was ist das genau für ein Rezept und welche Personen und Gruppen stehen dahinter?
Wir geben jeden Tag einem der 22 Gaue des Trachtenverbandes die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Trachtler, Plattler, Goasslschnoizer , Alphornbläser usw. Zusätzlich kommt noch eine Bayerische Blaskapelle  zur Stammkapelle hinzu. Jeden Abend präsentiert zusätzlich der Isargau Brauchtum der Trachtenvereine.

Welche Aufgaben erfüllt als Partner der Bayerische Trachtenverband und was verbindet Sie mit dem Trachtenverband über die Oide Wiesn hinaus?
Die Trachtler sind  seit dem 19.Jahrhundert fester Bestandteil der Wiesn. Der Festring organisiert seit 1958 den Trachten-und Schützenzug. Einige tausend Trachtler und deren Musikkapellen sind nicht weg zu denken. Über das gesamte Jahr organisieren wir zusammen mit dem Trachtenverband Aktivitäten. Am Frühlingsfest, Fest der Tracht am Viktualienmarkt, Fest der Blasmusik im Rathaus usw.. Hier hat vor allem die Jugend die Möglichkeit, sich einer breiten Zuschauerschar zu präsentieren

Welche Teile der Oidn Wiesn werden vom Festring verantwortlich vorbereitet und durchgeführt?
Das Festzelt Tradition und das Programm des Museumszeltes.

Allein das Festzelt Tradition ist eine Hochburg für bayerische Gemütlichkeit, gibt es ein paar Eckdaten zu diesem Zelt?
5.000 Plätze innen, 3.000 im Garten, 220  Bedienungen,90 Service-Kräfte in Küche, Öffnung von 10 Uhr bis 21 30 Uhr. Festwirte sind die Familien Winklhofer-Wieser, die bekannten Wirte des Ratskellers in München.

In den „normalen“ Oktoberfestzelten fällt die hohe Präsenz von Sicherheitspersonen auf, ist die Oide Wiesn sicherer, weil hier durch den Eintritt auch eine gewisse Kontrolle gegeben ist?
Nicht nur durch den Eintritt, auch das Publikum ist viel friedlicher und freundlicher. Wir haben kaum Einsätze von Sicherheitskräften. Für Polizei und Feuerwehr sind wir Musterschüler.

Welche Partnerschaften neben dem Bayerischen Trachtenverband pflegen Sie noch?
Unsere Hauptpartner sind: Musikbund, Gebirgsschützen, Sportschützen, die Münchner Brauereien, der Pferdezuchtverband, die Schausteller, die Wiesnwirte groß und klein und die Marktkaufleute. Ein hervorragendes, vertrauensvolles Verhältnis haben wir mit der Landeshauptstadt München.

Was sind in der Zeit vor und nach der Oidn Wiesn die Aufgaben des Festrings München?
Organisation der nächsten Züge. Wirte-, Trachten- und Schützenzug. Eine zwischenzeitliche Vielzahl von Brauchtumsveranstaltungen. Weitere Infos unter: www.festring.de

Gibt es auch im nächsten Jahr wieder eine Oide Wiesn, evtl. mit Neuerungen?
Auch 2019 gibt es eine Oide Wiesn, die Planungen laufen gerade an.

Interview: Anton Hötzelsperger

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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