Tourismus

Oberwiesenfeld, Münchens erster Flughafen

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Eine einfache Holzbaracke und eine riesige Wiese, so sah es ca 1900 auf dem ersten Münchner Flugplatz aus. Das Fliegen war noch gar nicht erfunden. Es hatte sich bereits Otto Lilienthal mit der Fliegkunst beschäftigt, aber erfolgreich war er nicht. Vielmehr waren es Gasbollons oder Heißluftballons, die den Menschen den Fesseln der Erde entschweben ließ. Bereits seit ca  1800  wurden die Wiesen für militärische Zwecke verwendet. Es war genügend Platz für exerzierübungen und Betrieb der fliegenden Kisten. Motoren von BMW  flogen  dort den ersten Höhenweltrekord.

Als die Menschen begann, die Luft zu erobern, war diese freie Fläche ein idealer Standort, der nicht zu weit von der Stadtmitte entfernt war. Angelegte Pisten waren noch nicht vorhanden. Man brauchte sie auch noch nicht. Die Münchner wanderten am Sonntag gerne raus, wenn mal wieder ein Flugtag war mit einem Zeppelin. Oder der wagemutige Pilot Ernst Udet aus Ramersdorf startete, um bei einen Rundflug über der Stadt  unter der Isarbrücke durchflog. Die Luftfahrt entwickelte Maschinen, in denen man Passagiere befördern konnte. Eine der ersten war der sogenannte Wellblechflieger, die JU 52. Damit begann auch die Karriere der Lufthansa. 1927 wurde von der Stadt München der Planungsauftrag für den Ausbau des bestehenden Flugfeldes zu einem Flughafen „1. Ordnung“ erteilt Es entstanden dabei eine Landepiste , wobei der Anflug entweder über Schwabing oder Nymphenburg erfolgen mußte. Für heutige Verhältnisse undenkbar. Im Jahr 1932 wurden noch etwa 16.000 Fluggäste in Oberwiesenfeld abgefertigt, in den kommenden fünf Jahren verdreifachte sich die Anzahl der jährlichen Mitflieger. [7] Der Flughafen Oberwiesenfeld wurde 1939 durch den Flughafen München Riem  abgelöst.  Dieser war der  neue, moderne Verkehrsflughafen der Stadt

1960 streifte eine Maschine die St. Pauls Kirche im Zentrum und stürzte auf eine Trambahn. 52 Personen verbrannten in den Flammen. Oberbürgermeister Dr. Vogel meinte dazu: München braucht einen Flughafen weit außerhalb der Stadt. Es dauerte noch  32 Jahre, bis der neue Flughafen Franz Josef Strauß Airport in Betrieb  ging.

Aus Zeitreise München, Fotomontage Klaus Bichlmeier

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

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Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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