Wirtschaft

Ludwig: Oberirdische Nordzulauftrasse in Riedering muss vom Tisch

Die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gebeten, die oberirdischen Planungen beim Brennernordzulauf zwischen Riedering und Rohrdorf zu stoppen. In einem Brief an den Minister schreibt die heimische Wahlkreisabgeordnete, für diesen Abschnitt komme nur eine Tunnellösung infrage, die als zweite Variante bereits auf dem Tisch liege. „Die oberirdische Variante ist keinesfalls hinnehmbar. Hier werden große Belastungen für Mensch und Natur geschaffen, die komplett vermeidbar wären“, so Ludwig. So verlaufe diese Trasse durch ein einzigartiges Biotop und Erholungsgebiet. „Seltene Tier- und Pflanzenarten sind hier beheimatet. Andere Flächen werden traditionell von unserer kleinbäuerlichen Landwirtschaft genutzt. Der bestmögliche Schutz dieses Kleinods muss Priorität haben.“

Auch bei Bürgermeister Christoph Vodermaier und den betroffenen Anwohnern sorgt die oberirdische Variante für Empörung und Unverständnis. Das wurde bei einer Informationsveranstaltung der CSU Riedering am Rande der geplanten Trasse deutlich. „Die oberirdische Variante geht in keinem Fall, das werden wir nicht hinnehmen“, sagte Vodermaier. „Auch wenn eine Tunnellösung teurer wird – Geld darf hier keine Rolle spielen.“ Anwohner Simon Unverzagt hob hervor, dass Dammhöhen von bis zu zehn Metern und bis zu zehn Hektar große Baustellen Existenzen, sowie viel Natur, Landschaft und Wälder vernichten würden. „Wir müssen auch mit sehr langen Bauzeiten rechnen. Ganze Waldstücke würden für mindestens 50 Jahre verschwinden. Die großen Baustellen reichen bis an Wohngebiete heran.“

Die oberirdischen Planungen machen auch viele Anwohner misstrauisch. Sie befürchten, dass die Bahn in einigen Jahren hier eine Abzweigung auf die Bahnstrecke nach Salzburg planen und bauen möchte. Daniela Ludwig widersprach vehement. „Die Beschleunigung der innerösterreichischen Verkehre zwischen Innsbruck und Salzburg wurden komplett aus der Planung genommen. Eine solche Abzweigung wird es nicht geben.“

Einig waren sich alle Beteiligten dieser Diskussion, dass nur ein gemeinsames Vorgehen der betroffenen Gemeinden hilfreich ist. „Das ist dringend nötig, und wir stehen zusammen mit Daniela Ludwig in einem engen Austausch“, betonte Bürgermeister Vodermaier. „Auch wenn es unterschiedliche Belastungen der Gemeinden gibt, so haben wir doch einen Konsens. Es muss soweit möglich Tunnellösungen geben, wir müssen massive Aufschüttungen und Dämme verhindern, und die Bestandsstrecke muss den bestmöglichen Lärmschutz bekommen.“ Daniela Ludwig rief alle Teilnehmer zur Mitarbeit auf. „Wir werden um jeden Meter Tunnellösung kämpfen, auch wenn wir nicht alles unter die Erde legen können. Die Kostenfrage spielt für mich keine Rolle.“ Dennoch dürfe es nicht ausschließlich zu einer rein politisch motivierten Lösung kommen. „Wir brauchen Rechtssicherheit. Das Gesamtergebnis der Vorzugstrasse Violett muss vor Gericht Bestand haben und auf einem rechtsicheren Abwägungsprozess beruhen.“

Bericht und Fotos: Büro MdB Daniela Ludwig

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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