Für immer mehr Reisende ist es nicht der materielle Komfort, sondern die authentische Erfahrung am Urlaubsort, die eine Reise unvergesslich werden lässt – so gehören Begegnungen mit Einheimischen zum Gesamt-Urlaubserlebnis unabdingbar dazu. In den touristischen Regionen Oberbayerns nehmen Gästeführer als Vermittler der Werte ihrer Heimat die Rolle des Bindeglieds zwischen Gast und Destination ein. Anknüpfend an den anhaltenden Trend zum Erlebnistourismus und das Bedürfnis Reisender nach authentischen Begegnungen mit Einheimischen lud der Tourismus Oberbayern München e.V. am 10. Juli zu einer Informations-Veranstaltung rund um das Thema Gästeführer, um touristische Partner für die Relevanz des Gästeführers als Botschafter einer Destination und die Bedeutung einer professionellen Gästeführer-Ausbildung und -Zertifizierung zu sensibilisieren, sowie die Vernetzung zwischen München und den oberbayerischen Regionen zu fördern.

In den oberbayerischen Urlaubsdestinationen halten Gästeführer die wichtige Rolle des Vermittlers zwischen Destination und Gast inne, gewähren sie doch einen exklusiven Einblick in das Herz einer Destination, leben die Werte ihrer Heimat auf lebendige und authentische Weise und prägen das Bild einer Urlaubsdestination beim Gast entscheidend. Diese verantwortungsvolle Position erfordert die Festlegung von Qualitätsstandards: Der Bundesverband der Gästeführer in Deutschland e.V. hat hierfür die Gästeführer-Zertifizierung ins Leben gerufen, die den Destinationen und Gästeführern dazu dient, die Qualität ihres Angebots zu sichern. Daneben ermöglicht die Mitgliedschaft in einem mit der Zertifizierung verbundenen Gästeführerverband mehr Sichtbarkeit und eine höhere Reichweite durch neue Plattformen und Netzwerke.

Um touristische Partner für die Rolle des Gästeführers als Bindeglied zwischen Gast und Destination zu sensibilisieren und den Trend zum Erlebnistourismus aufzugreifen, lud der TOM e.V. am 10. Juli zur Informations-Veranstaltung „Gästeführer als Gesicht einer Destination“ im Wirtshaus „Der Pschorr“ am Münchner Viktualienmarkt. Dabei wurde unter anderem die Gästeführer-Zertifizierung des Bundesverbands der Gästeführer in Deutschland e.V. (BVGD) nach DIN EN 15565 von Georg Reichlmayr, zweiter Vorsitzender des BVGD, vorgestellt. „Auch wenn es schnell gehen soll, möchte der Gast Referenzkriterien sehen, auf die er sich verlassen kann, welche zum Beispiel durch eine offizielle Qualifizierung durch den BVGD gegeben sind.“, so Georg Reichlmayr. Zudem erhielten die Teilnehmer einen Überblick über die Aufgaben des Münchner Gästeführervereins e.V. (MVG) als Interessensvertretung der Gästeführerinnen und Gästeführer, Förderer der fachlichen Kompetenz seiner Mitglieder und Bindeglied zur Tourismusbranche.

Zur Veranschaulichung der Gästeführer-Ausbildung gab es außerdem spannende Einblicke in die Praxis von drei ausgewählten oberbayerischen Urlaubsdestinationen. So zeigte die Tegernseer Tal Tourismus GmbH anschaulich den Weg zur Zertifizierung als „Tegernseer Heimatführer“ mitsamt Kursinhalten auf. Daneben erfuhren die Teilnehmer exklusive Hintergründe über Zertifizierung, Prüfungsabläufe und Fortbildungsmöglichkeiten für Gästeführer bei der Landeshauptstadt München. Methode und Didaktik sind hierbei genauso wichtig wie Kulturgeschichtliches, denn: „Gästeführer sind wie Lehrer – gut sind nicht die, die promoviert und die größten Experten in ihrem Feld sind, sondern diejenigen, die auf die Bedürfnisse ihrer Schüler eingehen, genauso wie ein guter Gästeführer auf die Bedürfnisse seines Gastes eingehen können muss“, so Kordula Kranzbühler, die die Gästeführerausbildung von Seiten der Landeshauptstadt München koordiniert. Zudem lernten die Teilnehmer wie die Gästeführer des Burghausener Gästeführerverein e.V. ehrenamtlich ihre Ausbildung organisieren, und wie sie in ihren Aufgaben von der Burghauser Touristik GmbH unterstützt werden: beispielsweise durch ein Buchungsportal für Gästeführungen, das es den Urlaubern ermöglicht ihre Wunschgästeführer zu buchen und so beiden Seiten viel Arbeit abnimmt.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion wurde über die Kosten und rechtlichen Grundlagen einer Gästeführer Ausbildung diskutiert und wie auch kleine Gemeinden durch Zusammenarbeit untereinander sowie mit dem TOM e.V. dies stemmen können. An der Diskussion nahmen zudem ein Naturführer vom Chiemsee sowie eine Vertreterin des Chiemgau Tourismus e.V., die die verbandseigene Radführerausbildung vorstellte, teil. Vor dem offiziellen Ende der Veranstaltung erhielten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Fragen im Rahmen einer offenen Expertenrunde zu stellen.

„Gästeführer sind die heimlichen Botschafter jeder Tourismusregion. Sie vermitteln mit viel Empathie und Fachwissen die örtlichen Besonderheiten, bringen Wertschöpfung in die Region. Wir möchten durch Gästeführer-Kongresse wie diese alle Partner vernetzen und auf bundesweite Qualitätsstandards einschwören. Von unserer Veranstaltung gingen ein starkes Wir-Gefühl und der Wunsch nach mehr Zusammenarbeit aus. Insofern haben wir unser Ziel voll erreicht“, so Oswald Pehel, Geschäftsführer des TOM e.V.

Weitere Informationen zur Info-Veranstaltung „Gästeführer als Gesicht einer Destination“ des TOM e.V. finden Interessierte unter top.oberbayern.de/2019/06/06/infoveranstaltung-gaestefuehrerzertifizierung/.

Bericht und Fotos: Tourismusverband Oberbayern-München (TOM)

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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