Brauchtum

Nimmst du die Wahl an?  Gedanken zum Ehrenamt

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Nimmst du die Wahl an?  Gedanken zum Ehrenamt. Nicht nur in der Politik stehen die Wahlen an, auch in vielen Vereinen sollen und müssen „Posten“ besetzt werden und das zumeist ehrenamtlich, also im Ehrenamt.

Freilich hat „Corona“ viele Aktivitäten eingeschränkt, bzw. zum völligen Erliegen gebracht. Bestimmt hat der ein oder andere diesen Stillstand  genossen. Bestimmt hat der ein oder andere die Zeit zum verschnaufen gebraucht. Bestimmt war das ein oder andere sogar zu viel. Doch irgendwann wird  und muss es wieder weiter gehen! Irgendwann werden wir ins Vereinsleben zurückkehren dürfen, wie auch immer. Für diese bevorstehenden Aufgaben, einem Neustart, vielleicht sogar einem Umbruch, einem Umdenken, einer Neuorientierung, da braucht es Menschen, die mit Freude und Schwung, mit Begeisterung und Ideen, gemeinsam anpacken und nach vorne schauen und somit aktiv unsere Vereine auch künftig attraktiv gestalten und  am Leben erhalten.

Leider wird es immer schwieriger hierfür Menschen zu finden bzw. zu motivieren.  Aus beruflichen Gründen nicht ständig präsent zu sein, keine festen Arbeitszeiten, Familie, Angst um mangelnde Freizeit, nicht selbstbestimmt Leben zu können, Verpflichtungen ein zu gehen, Verantwortung zu übernehmen sind nur einige Gründe, die gegen ein ehrenamtliches Engagement sprechen und als die  häufigsten  Contra-Argumente aufgeführt werden. Die „Jammer Gesellschaft“ trägt das Übliche dazu bei!

  • Heute muss ich schon wieder………
  • Mich freut es gar nicht………………
  • Bei diesem schönen Wetter………..
  • Du hast es schön, du brauchst ja nicht………
  • Der hat.., Die hat…, Das hat nicht gepasst………..
  • So viel Zeit verschwenden………..

So gewinnen weder Vereine noch sonstige Institutionen Leute, die sich bereit erklären, wichtige Ämter zu übernehmen.

Ehrenamt macht Freude und bereichert das Leben, auch so könnte und sollte man es sehen! Ja, ich nehme die Wahl an und freue mich auf die Jahre, die ich im Ehrenamt arbeiten darf. Ich bin in der glücklichen Lage, mit motivierten Leuten, die vor Ideen nur so sprudeln zusammen zu arbeiten. Wir alle dürfen, und ich sage bewusst dürfen einen „Verein“ für einen kurzen Augenblick führen, leiten, beleben und bestärken!  Wir dürfen vorleben, vermitteln, Freude bereiten, Ideen einbringen. Die Zukunft, den Erhalt sichern ist für einen „Augenblick“ unsere Aufgabe. Schön, wenn man dazu beitragen kann, die Finanzen zu regeln, das Vereinsleben zu dokumentieren, Kinder und Jugendliche zu begeistern und zu unterweisen, aktiv den Verein zu vertreten und durch das organisieren von Gemeinsamkeiten die Gemeinschaft zu fördern. Wir dürfen etwas zurückgeben, etwas, für das sich vielleicht schon unsere Eltern und Großeltern eingesetzt haben. Etwas, das ein Teil unserer Wurzeln sein könnte. Etwas fortführen, von dem wir vielleicht auch schon profitiert haben. Wir sind gewählt und haben ein Amt übernommen, um nun mit Freude an diese Aufgabe zu gehen, mit Idealismus, nicht mit Jammern und Egoismus.

In den vielen Jahren, die ich bereits im Ehrenamt arbeite, durfte ich lernen, dass man mit motivierten Leuten, die ebenfalls vor Ideen sprießen und sich einbringen, viel Freude am Ehrenamt haben kann. Gemeinsame Erfolge, Neuerungen, über den „Tellerrand“ schauen, Meinungen, Diskussionen und Austausch, etwas Bewegen zu können,  ein guter Zuspruch sind nur einige Beispiele. Es kann also durchaus Spass machen, etwas aktiv für eine Gemeinschaft, für Heimat, Natur, Dorf, Brauchtum, Musik, Glaube usw. zu tun, zu leben und den nötigen Respekt dafür auf zu bringen. Wie gesagt, aktiv und verantwortlich, für einen Augenblick, der jeweiligen Amtszeit.

Packen wir also motiviert und mit viel Freude am „Schanzei“ an und werden uns unserer Aufgaben bewusst. Bringen wir uns ein und bereichern das Vereinsleben. Öffnen wir die Augen und helfen uns gegenseitig. Sammeln wir Erfahrung! Diese dienen nicht nur dem Verein, den Mitgliedern, sondern sie bedeuten auch einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert in unserem eigenen Leben. Motivation und Begeisterung sind ansteckend, Freude kann mitreißen! Leben wir diese Eigenschaften vor, wird sich das auf den ganzen Verein niederschlagen

Für mich habe ich folgenden Leitspruch als Wegweiser für das Ehrenamt. „Ich bin nicht enttäuscht, eine „Schlacht“ zu verlieren, aber ich wäre traurig, sie nicht geführt zu haben! In diesem Sinne wünsche ich allen eine gute Hand im Ehrenamt, krempeln wir die Ärmel rauf und packen an.

Bericht und Bilder: Brauchtumswartin im Chiemgau Alpenverband Anja Voit

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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