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Nikolaus- und Gebirgsjärger-Besuch im Priental

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Heilige Nikolaus lässt seine Kinder im Behandlungszentrum in Aschau an seinem Namenstag nicht alleine: sehnsüchtig warteten sie den ganzen Tag auf ihn und staunten, als er beim Einbruch der Dunkelheit quer über die Felder von Aufham her hoch zu Ross und begleitet von einer Schar Gebirgsjäger mit leuchtenden Fackeln im Franziskushof eintraf. Der heilige Bischof begrüßte alle Kinder des Behandlungszentrums, aus seinem großen Goldenen Buch las er viel Gutes über die Kinder im Behandlungszentrum, in der Kinderklinik und in der Tagesstätte; zu seiner besonderen Freude trugen sie ihm Lieder und Gedichte vor und überreichten handgemalte Bilder. Der Kompaniechef der dritten Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 bescherte – nach viel Lob für alle – die Kinder aus dem Behandlungszentrum und aus dem Dorf mit einem Sackerl voller Leckereien: Äpfel, Nüss und Mandelkern.

So entstehen Traditionen: es ist ein ganz besonderer Nikolaus, der seit 1960 immer an seinem Namenstag aus Bad Reichenhall in das Behandlungszentrum nach Aschau kommt. Drei Jahre nach ihrer Gründung suchte die junge Bundeswehr überall zivile Partner für Patenschaften und so entstand über den Kompaniefeldwebel der Dritten die Verbindung mit der „Aschauer Kinderklinik“ und daraus später auch mit der Gemeinde Aschau. Der Nikolaus hat auch immer ganz besondere Helfer mit dabei, keinen Krampus, keine Engel, keine Perchten und keine Buttenmandl, wie es in Bad Reichenhall und im Berchtesgadener Land sonst der Brauch ist, sondern ein Dutzend junge Männer und Frauen in der schmucken Uniform der dritten Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231. Früher brachten die Jager auch noch ihre eigenen Mulis aus der Tragtierkompanie – beladen mit Geschenken für die kleinen Patienten – mit und auch eine eigene Musikkapelle gehörte damals noch zu den Besuchern, diese Zeiten sind aber wohl endgültig vorbei.

Die Bad Reichenhaller Gebirgsjäger besuchen seit Jahrzehnten unter der Führung des Kompaniechefs und des Kompaniefeldwebels die Kinder im Behandlungszentrum und bringen über den Nikolaus ihre Geschenke für die Kinder. Vor 58 Jahren haben die Reichenhaller Jager die Patenschaft für die damalige Orthopädische Kinderklinik übernommen, stets mit Leben erfüllt und seit fast sechs Jahrzehnten aufrechterhalten. Für die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften des Bataillons ist es in allen Jahren selbstverständlich gewesen, in jedem Jahr nach Aschau zu kommen, ganz egal wie voll auch ihr Terminkalender war und ob sie gerade vom Truppenübungsplatz oder aus dem Einsatz in Norwegen, Litauen oder von Afghanistan direkt nach Aschau kamen.

Bericht und Bilder: Heinrich Rehberg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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