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Neues vom Krisendienst Psychiatrie Oberbayern

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Bezirk Oberbayern informiert zum Krisendienst Psychiatrie:

Neue Struktur – verbesserte Hilfe

0800 / 655 3000 – erste Hilfe für die Seele: Um Menschen in seelischen Notlagen persönlich beizustehen, sind im Krisendienst Psychiatrie Oberbayern rund 900 Fachkräfte tätig. Das Netzwerk hat nun eine neue Organisationsstruktur erhalten. Die Aufgaben der bisherigen Steuerungsgruppe hat die neu gegründete Krisendienst Psychiatrie Oberbayern gGmbH übernommen. Ein noch zu berufender Beirat soll die gGmbH künftig in der Weiterentwicklung beraten und unterstützen.

Die Zusammenarbeit der Netzwerkpartner im Krisendienst organisieren der Trägerverein der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege Oberbayern e. V. (ARGE e. V.) und das kbo-Isar-Amper-Klinikum, die zu je 50 Prozent an der Gesellschaft beteiligt sind. Das kbo-Isar-Amper-Klinikum betreibt die Leitstelle des Krisendienstes, bei der zentral die Anrufe von Menschen in Notlagen eingehen. Die ARGE ist hingegen für die Organisation der aufsuchenden Hilfen in Oberbayern zuständig und betreibt zudem die Geschäftsstelle des Krisendienstes. Erstmals arbeiten hier die kbo-Kliniken mit der ARGE freie gleichberechtigt zusammen. Ihre neue Geschäftsstelle in der Münchner Würzstraße hat die Krisendienst gGmbH im Juni in Betrieb genommen. Diese ist Sitz der verantwortlichen gleichberechtigten Leitung: Der Psychiater Dr. Michael Welschehold ist Prokurist und zugleich stellvertretender Leiter der Leitstelle des Krisendienstes. Die Diplom-Soziologin Cornelia Maier bringt als Geschäftsführerin unter anderem die Belange der ARGE freie ein. Mit der neuen Leitungsstruktur endete die Aufgabe der bisherigen Steuerungsgruppe, die aus Vertretern des Bezirks Oberbayern, der kbo-Kliniken und der Träger der Sozialpsychiatrischen Dienste (ARGE freie) bestanden hatte.

Kurze Entscheidungswege  –  Ziel der neuen Struktur ist die Bündelung der vielfältigen Aufgaben und Themen, die bei einem so komplexen Netzwerk wie dem Krisendienst anfallen. Gleichzeitig erhofft sich die Geschäftsführung der Krisendienst gGmbH „Effizienz, kurze Entscheidungswege und die Stärkung der gemeinsamen überregionalen Weiterentwicklung“, wie Prokurist Dr. Michael Welschehold ausführt. „Ein besonderes Anliegen ist uns auch die klare Repräsentation gegenüber allen Kooperationspartnern in Oberbayern wie den Dienststellen der Polizei und regionalen Behörden. Auch wollen wir die Kontakte zur Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und zu den regionalen Psychosozialen Netzwerken weiter ausbauen.“ Für Geschäftsführerin Cornelia Maier stehen die aufsuchenden mobilen Teams und die Sozialpsychiatrischen Dienste der freien Träger im Mittelpunkt. „Sie leisten nach dem telefonischen Erstkontakt mit der Leitstelle den wesentlichen Beitrag zur Krisenintervention vor Ort und können Menschen in der Krise persönlich helfen“, sagt Maier. „Dieses enge und vertrauensvolle Zusammenspiel ist für mich eine zentrale Aufgabe der Geschäftsstelle.“ (cmy)

Viel bewegt  – Die Leitstelle des Krisendienstes Psychiatrie Oberbayern hatte 2020 rund 30 000 Telefonkontakte. Die Teams führten fast 2 000 mobile Einsätze bei Menschen in seelischen Notlagen durch. Der Bezirk Oberbayern finanziert die aufsuchenden Hilfen, die Beratungstermine in den Sozialpsychiatrischen Diensten sowie die Träger der Abend-Wochenend-Feiertags-Dienste (AWF-Dienste) mit rund 14,3 Millionen Euro pro Jahr. Der Freistaat Bayern übernimmt mit 3,3 Millionen Euro die Kosten der Leitstelle. Der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern ist Teil der Krisendienste Bayern (www.krisendienste.bayern/oberbayern).

Zu Gast beim Krisendienst Psychiatrie Oberbayern

Livestream aus der Leitstelle  

Die Leitstelle des Krisendienstes Psychiatrie Oberbayern hat pro Jahr rund 30 000 Telefonkontakte mit Menschen in seelischen Krisen. Im Rahmen der Woche für seelische Gesundheit gibt sie bei einem Livestream am 14. Oktober um 19 Uhr Einblicke in ihre Arbeit. Der digitale Tag der offenen Tür wird auf dem Youtube-Kanal des Bezirks Oberbayern gestreamt. Zu Wort kommen auch Mitarbeitende eines Einsatzteams der aufsuchenden Krisenhilfe.  Die Leitstelle ist unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 655 300 rund um die Uhr erreichbar. Ihre Mitarbeitenden hören zu, fragen nach und suchen mit den anrufenden Menschen nach Wegen aus der Krise. Mobile Einsatzteams unterstützen bei Bedarf Menschen in schweren Notlagen mit Hausbesuchen. Bei dem Livestream berichten Mitarbeitende der Leitstelle und eines aufsuchenden Krisenteams über ihre Arbeit. Im Live-Talk beantworten sie Fragen der Moderatorin Sybille Giel. Zusätzlich werden Filmbeiträge eingespielt. Eine ­Gebärdendolmetscherin übersetzt in die Deutsche Gebärdensprache.  Der Livestream wird auf dem Youtube-Kanal des Bezirks übertragen: https://www.youtube.com/channel/UCKK2bzHFgyyQ4QebJwM831A. Es besteht die Möglichkeit, in einem Live-Chat Fragen zu stellen – per Mail an chat@krisendienst-psychiatrie.de oder direkt im Chat auf Youtube.

Weitere Informationen: https://www.woche-seelische-gesundheit.de/programm/aktuelles-programm/live-aus-der-leitstelle-zu-gast-beim-krisendienst-psychiatrie-oberbayern/index.html (cmy)

Zu Gast beim Krisendienst Psychiatrie Oberbayern 14.10. | 19 Uhr – Weitere Infos:  www.woche-seelische-gesundheit.de/programm

Bericht und Bild: Bezirk Oberbayern – Das Team der Geschäftsstelle der Krisendienst gGmbH (von links): Geschäftsführerin Cornelia Maier und Prokurist Dr. Michael Welschehold

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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