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Neues Feuerwehr-Fahrzeug für Aschau

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Lange hat es gedauert, aber jetzt haben wir unser Drehleiterfahrzeug DLK 23/12 für die Aschauer Feuerwehr bekommen“. Kommandant Tobias Brinkmann und sein Stellvertreter Fabian Schneikart sind begeistert von ihrem neuen Fahrzeug. Bereits bei mehreren Einsätzen in den letzten Tagen rückte die Drehleiter mit aus. Mit diesem Fahrzeug wird eine wichtige Lücke im Sicherheitskonzept der Gemeinde Aschau und des Landkreises gefüllt und ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Aschau und der Region geschaffen werden.

Nachdem der Gemeinderat im Februar 2019 grünes Licht für den Kauf gegeben und die Verantwortlichen der Feuerwehr die Beschaffung in mehrere Einzellose zerlegt hatten, vergab die Verwaltung den Auftrag an die Firma Rosenbauer. Die Kosten betrugen dabei für das Fahrgestell 113764 Euro, für die Aufbauten 553231 Euro und für die feuerwehrtechnische Beladung 29992 Euro, gesamt also 696987 Euro. Für den Kauf dieser Drehleiter steuerten die Regierung von Oberbayern und der Landkreis erhebliche Mittel in Höhe von 382500 Euro bei. Der Rest von 314487 Euro verbleibt bei der Gemeinde Aschau.

Anfang Dezember übernahmen die beiden Kommandanten und mehrere künftige Drehleitermaschinisten das Fahrzeug beim Hersteller in Karlsruhe. Kreisbrandrat Richard Schrank überzeugte sich bei der Übernahme persönlich von der Qualität des Fahrzeugs. Nach einer intensiven zweitägigen Einweisung der Kommandanten durch den Hersteller, überführten die Aschauer Feuerwehrleute ihr neues DLK 23/12 ins heimische Feuerwehrhaus. In den nächsten Tagen bildeten die Kommandanten im Schneeballprinzip weitere Drehleitermaschinisten heran. Aktuell stehen 13 Maschinisten für den Einsatz zur Verfügung. Bei dem spektakulären Brand in Dösdorf kam die Drehleiter zu ihrem ersten Einsatz, in der Folge wurde sie bereits zu einigen weiteren Einsätzen angefordert.

Mit dem DLK 23/12 ergeben sich für die Männer und Frauen der Aschauer Wehr ganz neue Möglichkeiten für die Personenrettung und die Brandbekämpfung. Die Leiter lässt sich bis zu einer Höhe von 32 Metern ausfahren, damit sind die Obergeschosse aller Gebäude in Aschau erreichbar. Der Leiterpark besteht aus mehreren ineinanderliegenden Leitersegmenten, die motorisch ausgefahren werden. Er ist mit einem Drehkranz, der sich um 360 Grad drehen lässt, auf dem Fahrzeugfahrgestell befestigt. Zur Bedienung des Leiterparks befindet sich auf dem Drehkranz neben der Leiter ein Steuerstand für den Maschinisten. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Leiter vom Leiterkorb aus zu steuern. Um für den Betrieb der Leiter einen stabilen Stand zu schaffen und ein Umkippen zu verhindern, werden seitliche Abstützungen ausgefahren.

Nur wenige Minuten nach dem Eintreffen und dem sicheren Aufstellen des Fahrzeugs am Einsatzort kann der Personenkorb in 70 Sekunden im Notfall an ein Gebäude angedockt werden. Der Korb bietet Platz für fünf Personen und ist für eine Belastung von bis zu 500 Kilogramm ausgelegt. Feuerwehrtaktisch kann der Korb in erster Linie für die Personenrettung genutzt werden und in zweiter für die Brandbekämpfung von oben und den Löschangriff von außen. Dafür sind spezielle Schläuche in der Fahrzeugbeladung, die so lange sind, wie die ausgefahrene Leiter. Mit ihm wird der Wasserwerfer oder das Strahlrohr im Korb versorgt. Zusammengekuppelte Schläuche können hier nicht verwendet werden, da der Schlauch auf den Leitersprossen aufliegt und eine Kupplung sich beim Ein- oder Ausfahren der Leiter sofort verhaken würde.

Weitere Einsatzmöglichkeiten sind die Beleuchtung und die Belüftung der Einsatzstelle für die eingesetzten Kräfte von oben. Zusätzlich kann die Ausrüstung zur Absturzsicherung oder zur Rettung aus Tiefen und Höhen und das Tierrettungsgerät mitgeführt werden.

Eine Drehleiter wird nach dem Einsatzkonzept des Landkreises auch überregional eingesetzt. Mit einem neuartigen Navigationsgerät im Führerhaus des Fahrzeugs kann die Drehleiter durch die Rettungsleitstelle direkt an die Schadenstelle herangeführt werden. Damit entfällt für die Besatzung die zeitraubende Orientierung im fremden Gelände und ein mögliches Verirren bei dichter Bebauung und sie kann sich voll auf den bevorstehenden Einsatz einstellen.

Bürgermeister Peter Solnar: „Mit der Übergabe der neuen Drehleiter ist das Fahrzeugkonzept unserer Feuerwehren Aschau und Sachrang fast in Gänze umgesetzt. In kurzer Zeit wurden über 1,5 Millionen Euro in die neuen Fahrzeuge investiert. Unsere Feuerwehren sind nun für die nächsten 20 bis 25 Jahre bestens ausgestattet. Auch in den kommenden Jahren wird jährlich ein fünfstelliger Betrag in die technische Ausrüstung investiert. Dazu gehören auch neue Feuerwehranzüge nach dem neuesten Stand der Möglichkeiten, um unseren Feuerwehrmitgliedern möglichst große Sicherheit im Einsatz gewährleisten zu können“.

Beim Festgottesdienst zum 150-jährigen Gründungsjubiläum der Aschauer Wehr erfolgt die Fahrzeugsegnung der beiden neuen Einsatzfahrzeuge im Rahmen der Festwoche am Sonntag, 17. Mai.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg

Bildunterschrift: Kommandant Tobias Brinkmann und Zugführer Florian Höhensteiger im Korb der neuen Drehleiter DLK 23/12 der Feuerwehr Aschau. Sie sind künftig verantwortlich für den Einsatz der Aschauer Drehleiter DLK 23/12: die beiden Kommandanten Tobias Brinkmann (zweiter von rechts) und Fabian Schneikart (dritter von rechts), sowie die beiden Zugführer Simon Frank (links) und Florian Höhensteiger (rechts).

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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