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Neuer naturnaher Kindergarten in Kolbermoor

Manchmal kann es auf dem Bau auch schnell gehen: Anfang Mai dieses Jahres starteten die Arbeiten für den Kindergarten Hölderlinstraße und Mitte Oktober konnten die Kinder bereits ihr neues Domizil in Beschlag nehmen. Nur fünf Monate Bauzeit und das in Zeiten von Corona und permanenten Lieferengpässen auf dem Bau – Respekt für diese Leistung. Allen Verantwortlichen bei der Stadt und den Planern, allen voran Architektin Claudia Petzenhammer, ist ein Stein vorm Herzen gefallen, als die Schlüsselübergabe erfolgen konnte. Mit dem Bau wurde in Kolbermoor nicht nur schnell Platz für mehr Kinder geschaffen, die als „naturnaher Kindergarten“ definierten Gebäude sind zudem auch von der Konzeption und der Architektur einzigartig in der Region.

Die zeltartigen Häuser im Waldgrundstück an der Hölderlinstraße mit ihren riesigen Glasfronten an den Giebelseiten vermitteln selbst im Inneren das Gefühl, mitten in der Natur zu sein. Und das passt eben dann auch zum Konzept eines naturnahen Kindergartens. Die Hütten sind alle auf Stelzen errichtet und mit Stegen verbunden. Damit wird die Vorgabe, den Waldboden rund um die Häuser zu schonen, maximal erfüllt.

Der Kindergarten hat Platz für vier Gruppen, die sich zwei Träger teilen: Die Kita „Haus für Kinder“ der Evangelischen Kirche und der Kindergarten Heilig Dreifaltigkeit der Katholischen Kirche.

Mit dem Gebiet des Tonwerkweihers in direkter Nachbarschaft gibt es eine Vielzahl von Betätigungsmöglichkeiten direkt in der Natur. Frösche oder Ameisen beobachten, nach Rehen und Wasservögeln Ausschau halten, die Pflanzen des Waldes kennenlernen. Das Abenteuer Natur liegt hier direkt vor der Haustüre. Etwa drei Stunden sollen die Kinder täglich ‚auf Expedition‘ in der Natur sein. Sie sollen für alle Bereiche der Natur sensibilisiert werden. Die Hütten sind dabei das ‚Basislager‘, Ausgangspunkt und Rückzugsort für die Kinder. Und schlechtes Wetter? Gibt es ja bekanntlich nicht, sondern nur die immer richtige Kleidung.

Den Anfang machte aber das Kennenlernen des neuen Hauses. Wo sind die Sanitärräume? Wo ist der Treffpunkt, wenn’s raus geht? Worauf ist besonders zu achten? Es dauert auch, bis alles ‚seinen’ Platz im neuen Haus hat.

Dazu kommt noch das Warten auf weiteres Inventar. Nicht alles für die Inneneinrichtung wurde planmäßig geliefert. „Aber darunter nichts, was für den planmäßigen Betrieb unbedingt nötig ist“, merken die Leitungen an. Die Schlüsselübergabe musste schon grundsätzlich verschoben werden, weil Baumaterialien für Dach und Außenverkleidung nicht lieferbar waren. Da sollte es an den Details für den Innenbereich nicht scheitern.

Über den naturnahen Kindergarten freuen sich in Kolbermoor nicht nur die Verantwortlichen. Auch die Protagonisten, die Kinder, sind glücklich mit ihrem neuen „Kindi“. Denn hier kann man so viel Neues und Aufregendes entdecken. Insgesamt stehen an der Hölderlinstraße bei Vollbelegung 80 Kindergartenplätze zur Verfügung. Beim Haus für Kinder sind bis zum Jahresende 20 und bei Heilig Dreifaltigkeit 22 Plätze belegt. Und den erwarteten Neuankömmlingen kann man jetzt in der Vorweihnachtszeit schon zurufen: „Ihr Kinderlein kommet – und spielet und forschet …“

Text: af – Fotos: C. Petzenhammer

Beitrag entstand in Kooperation mit dem Wendelstein Anzeiger – www.wendelstein-anzeiger.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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