Natur & Umwelt

Neue Wetterstation in Riedering für den Schutz des Simssees

Im September wurde bei Söllhuben in der Gemeinde Riedering eine neue Wetterstation in Betrieb genommen. Sie soll Landwirte und Berater im Einzugsgebiet des Simssees bei ihren Bemühungen zur Verbesserung der Wasserqualität des Sees unterstützen. Mit Hilfe der in der Station gewonnenen Daten soll die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen besser auf den Gewässerschutz ausgerichtet werden.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim gab den Anstoß für die Errichtung der Wetterstation. Sie stellt einen weiteren Baustein der Maßnahmen für den Simsseeschutz dar. Dabei ist es ein wichtiges Ziel, Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft zu verringern und so die Wasserqualität des Sees zu verbessern. „Die Nährstoffe, insbesondere Phosphor, gelangen vor allem durch Abschwemmung von Gülle oder von Ackerboden in den See“, so Dr. Hadumar Roch vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim. Die Wetterstation kann dabei helfen, lokale Starkregenereignisse zu erkennen, die zu einer Abschwemmung geführt haben. Die Berater und Landwirte vor Ort können so Einträge in den See besser nachvollziehen und gezielt Maßnahmen zu deren Verminderung erarbeiten. Bisher musste dabei auf die Daten der weit entfernt liegenden Wetterstation am Versuchsgut Karolinenfeld in Kolbermoor zugegriffen werden.

Felix Forster vom AELF Rosenheim freut sich, dass die neue Station heuer in Betrieb genommen werden konnte: „Informationen über Regenmengen und Temperaturen sind grundsätzlich sehr wertvoll für die Landwirte in der Umgebung. Das Wetter hat entscheidenden Einfluss auf die Befahrbarkeit der Felder, auf das Auftreten von Krankheiten und Schädlingen, sowie auf die Wirkung von Düngemaßnahmen. Genaue Daten helfen dabei die Bewirtschaftung zu optimieren.“

Verantwortlich für den Betrieb der Wetterstation ist die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), die in Zusammenarbeit mit dem AELF Rosenheim einen geeigneten Standort auswählte. Wichtig dabei war ein ausreichender Abstand zu Bäumen und Gebäuden, um Verfälschungen der Daten zu verhindern. Zudem musste ein Stromanschluss vorhanden sein, und die Fläche rund um die Station muss regelmäßig gemäht werden. Karl Mair, Bürgermeister der Gemeinde Stephanskirchen und Vorsitzender des Abwasserzweckverbands (AZV) Simssee und sowie Christoph Vodermaier, Bügermeister der Gemeinde Riedering unterstützten das Vorhaben: „Die Wetterstation ist ein wichtiger Beitrag der beiden Gemeinden zum Simsseeschutz.“ Der AZV und die Gemeinde Riedering übernahmen die Kosten für den notwendigen Schutzzaun. Zudem halfen die Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde Riedering beim Errichten der Wetterstation, und sie übernehmen die Pflege der Grünflächen. Seit vielen Jahren engagieren sich die fünf Simssee-Gemeinden Riedering, Stephanskirchen, Prutting, Söchtenau und Bad Endorf im Rahmen des AZV für den Gewässerschutz und arbeiten dabei auch mit den Landwirten zusammen.

Die Daten der Wetterstation können im Internet unter www.wetter-by.de und auch auf der Internetseite der Gemeinde Riedering abgerufen werden.

Text und Foto: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim

Bildhinweis: (v.l.n.r.) Christoph Vodermaier, Dr. Hadumar Roch, Felix Forster und Karl Mair besichtigen die neue Wetterstation

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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