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Neue Schafkopffreuden in Berlin

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Bayerische Traditionen gehören in Berlin längst zum kulturellen Alltag. Dazu gehört auch das Schafkopfen, als eines der „urbayerischen Brauchtümer“. In Bayern findet man dieses Kartenspiel nahezu in jedem Wirtshaus, wie Bier, Knödel und Schweinebraten. Dies lässt sich zwar nicht auf die Bundeshauptstadt übertragen, jedoch besteht zumindest in den bayerischen Gaststätten Berlins vermehrt das Interesse, dieses bayerische Kultspiel zu pflegen.

Somit hat sich der Geschäftsführer des Zollpackhofs, Benjamin Groenewold,  dies auch „auf die Fahnen geschrieben“. Mit Unterstützung von Helmut Amberger, dem 1. Vorsitzenden vom „Verein der Bayern in Berlin“, startete er in seiner Augustiner-Gaststätte, in den historischen Gewölbekellern des Zollpackhofs an der Spree, eine Schafkopf-Initiative, das „Augustiner Schafkopfen im Zollpackhof“.  Dazu wurde als fachlicher Leiter ein bayerischer Experte des Kartenspiels, Franz Mayr, aus Dillingen gewonnen.

Die Ursprünge des Schafkopfspiels liegen ca. 500 Jahre zurück. Vermutlich entstand das Kartenspiel in Mitteldeutschland beim Deckeln („Köpfen“) der Fässer („Schaffen“), auf denen man spielte.

Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam dieses Kartenspiel aus dem Erzgebirge oder dem Thüringer Wald nach Bayern, wo sich dann auch der bayerische Schafkopf-Kult entwickelte. Dort wurden dann  1895 erstmals die Regeln des „reinen Schafkopfspiels“ im oberpfälzischen Amberg festgelegt. Gespielt wird heutzutage jedoch nach den überarbeiteten Regeln aus dem Jahr 2009, die zur 975-Jahr-Feier der Stadt Amberg herausgegeben wurden.

Es war eine Besonderheit, dass dieses Amberger Schafkopf-Regelbuch zusammen mit einem „Amberger Schafkopfset“, von Helmut Amberger, einem gebürtigen Amberger,  Herrn Groenewold zur Eröffnung seines Augustiner-Schafkopfstammtisches überreicht wurde.

Die nächste Augustiner-Schafkopfrunde findet am Donnerstag, den 19. April 2018, um 19 Uhr in den Kellern des Zollpackhofs statt. Interessierte Anfänger und Fortgeschrittene des bayerischen Kult-Kartenspiels sind herzlich willkommen. Es ist ein geselliger Schafkopf-Workshop mit ausführlicher Erläuterung der Spielregeln durch den bayerischen Schafkopf-Experten Franz Mayr, stimmungsvoll eröffnet mit bayerischen Alphornklängen.

Am Mittwoch, den 9. Mai 2018, folgt dann auch erstmals ein Augustiner-Preisschafkopfen, ein Schafkopf-Turnier, wo jeder  sein Können unter Beweis stellen kann.

Näheres unter: http://www.zollpackhof.de/index.php/de/specials/special-schafkopfen

 

Dazu eine Poesie aus dem Amberger Regelbuch von 1895:

„Von den Karten spielen allen,

hat mir keines so gefallen,

als das edle Schafkopfspiel,

weil der Kopf muss schaffen viel.

Willst Du Schafkopf spielen fein,

darfst Du ja kein Schafkopf sein.

Willst ein echter Schafkopf sein,

merke Dir die Regeln fein!“

 

Bericht und Bilder:

Helmut Amberger, Vorsitzender des Vereins der Bayern in Berlin e.V. und freier Berichterstatter der Samerberger Nachrichten

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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