Land- & Forstwirtschaft

Neue Perspektiven für den Kleinprivatwald

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Wald kommt in die Stadt: Vom 7. bis 9. September findet in Berlin der 18. Bundeskongress für Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse statt, zu dem rund 120 Vertreterinnen und Vertreter des Kleinprivatwaldes aus ganz Deutschland zusammenkommen. In diesem Jahr tagt der Bundeskongress unter dem Motto „Neue Wertschöpfung für kleine Wälder“.

„Angesichts der andauernden Krise, in der sich die Wälder befinden, braucht gerade der Kleinprivatwald neue Perspektiven, um den klimastabilen Waldumbau auch in Zukunft zu bewältigen“, sagte Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer. Die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse, in denen sich die Kleinprivatwaldbesitzer organisieren, spielen dabei eine zentrale Rolle. „Sie sind das Rückgrat des Kleinprivatwaldes“, sagte der Präsident, „daher brauchen sie eine langfristige und kontinuierliche Unterstützung, um in den Umbau und in die Pflege ihrer Wälder in Zeiten des Klimawandels investieren zu können“. Folglich stehen sowohl die Forderung nach einer Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes als auch die Erschließung neuer Geschäftsmodelle im Fokus des zweitägigen Kongresses. Schließlich befinden sich fast 25 Prozent der gesamten Waldfläche (rund 2,5 Millionen Hektar) im Eigentum der Kleinprivatwaldbesitzer mit einer Flächengröße von jeweils bis zu 20 Hektar. Auch diese Waldeigentümer haben oftmals eine besonders emotionale Bindung zu ihrem Wald, da die Bestände über Generationen angelegt und gepflegt werden.

„In Zukunft muss auf den Kleinprivatwald ein besonderer Fokus gelegt werden“, sagte von der Marwitz, „dazu zählen Unterstützungen für die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse, damit sich diese personell, finanziell und fachlich besser aufstellen können“. Nur so kann der Organisationsgrad der Kleinprivatwaldbesitzer weiter erhöht werden. Die Organisation in einem Zusammenschluss ist für viele Kleinprivatwaldbesitzer wiederum eine wichtige Voraussetzung, um ihre Wälder professionell pflegen und an die Extremwetterereignisse anpassen zu können.

Der Bundeskongress wird von der AGDW gemeinsam mit dem BMEL und der FNR ausgerichtet. Der Kongress tagt in diesem Jahr zum ersten Mal in Berlin.

Für den Hintergrund

Die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse:

  • In Deutschland gibt es rund 3600 Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, in denen sich etwa 430.000 Waldbesitzer organisiert haben.
  • Für Waldeigentümer mit kleinen Flächen sind diese Zusammenschlüsse eine wichtige Voraussetzung, um Unterstützung bei der Waldpflege von der Holzernte über die Neupflanzung bis zum Wegebau zu bekommen.
  • Durch die Bündelung von Ressourcen und aufgrund des Zusammenlegens der Produktionsfläche können die Zusammenschlüsse den Waldeigentümern Beratung sowie Dienstleistungen anbieten, um die nachhaltige Waldbewirtschaftung auch auf kleinen Waldflächen durchzuführen.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.buko-fwz.de/.

Bericht: AGDW

Vom Bundeskongress des AGDW für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse im Umweltforum Berlin zum Thema  „Klimaschutzfunktion der Wälder erhalten – Kleinprivatwald unterstützen“ berichtet in Bildern Helmut Amberger, 1. Vorsitzender vom Verein der Bayern in Berlin.

Teilnehmer der Presskonferenz von links nach rechts:

  • Larissa Schulz-Trieglaff, Pressesprecherin vom AGDW,
  • Dr. Eckard Heuer, Referatsleiter Nationale Forstpolitik im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft,
  • Josef Ziegler, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes,
  • Volker Schulte, Geschäftsführer der Forstgemeinschaft Celler Land.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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