Natur & Umwelt

Nationalpark BGL: zwei neue Bartgeier

Veröffentlicht von Günther Freund

Zwei weitere Bartgeier von LBV und Nationalpark in die Alpen entlassen – ab sofort wieder Live-Webcam aus der Felsnische

Berchtesgaden/Hilpoltstein, 24.05.2023 – Bereits zum dritten Mal haben der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und der Nationalpark Berchtesgaden zwei junge, noch nicht flugfähige Bartgeier in einer Felsnische im Klausbachtal erfolgreich ausgewildert. Zuvor erhielten die beiden neuen Bartgeier im Rahmen eines Festakts ihre Namen „Sisi“ und „Nepomuk“. Das auf zehn Jahre angelegte Projekt soll die zentraleuropäische, alpine Population dieser seltenen Vogelart stärken und mit den Beständen auf dem Balkan und in Kleinasien verbinden. Die Rückkehr des völlig harmlosen Greifvogels in die deutschen Alpen bildet so einen wichtigen geografischen Lückenschluss für die Art. Seit 2021 fliegt der Bartgeier wieder durch die Lüfte der deutschen Alpen, über 140 Jahre nach seiner Ausrottung durch den Menschen.

Toni Wegscheider und Christian Willeitner begrüßen die beiden Bartgeier Sisi und Nepomuk

„Ein weiterer wichtiger Schritt in der Auswilderung des majestätischen Bartgeiers im östlichen Alpenraum ist geschafft. In den kommenden Jahren werden wir diese faszinierenden Vögel zunehmend häufiger in Bayern erleben dürfen“, freut sich der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer. Die beiden Jungvögel aus dem europäischen Zuchtprogramm stammen erstmals aus Österreich. „Sisi“ ist im Alpenzoo Innsbruck geschlüpft, „Nepomuk“ in der Richard-Faust-Bartgeier-Zuchtstation Haringsee. Er wurde in den vergangenen Wochen vom Bartgeierpaar des Nürnberger Tiergartens adoptiert und großgezogen. Auch der Leiter des Nationalparks Berchtesgaden Dr. Roland Baier freut sich: „Der Bartgeier steht als Knochenverwerter an letzter Stelle in der Nahrungskette und ist bis heute ein fehlendes Glied im immerwährenden Kreislauf aus Werden und Vergehen im Nationalpark. Mit der Auswilderung des Bartgeiers wird unsere ursprüngliche Artenzusammensetzung wiederhergestellt. Die beiden Jungvögel sind außerdem ein schönes Geschenk zum 45. Nationalparkgeburtstag.“

Beim offiziellen Festakt, zu dem auch Bartgeier-Fans aus ganz Deutschland und aus weiten Teilen der Alpenregionen angereist waren, gratulierten im Kreis der geladenen Gäste auch die stellvertretende Landrätin Elisabeth Hagenauer und der Amtschef des Bayerischen Umweltministeriums Dr. Christian Barth. „Das Erfolgsprojekt geht in die dritte Runde: Zwei weitere Bartgeier werden in Bayern ausgewildert. Der LBV und der Nationalpark Berchtesgaden leisten wertvolle Arbeit für mehr Artenvielfalt in Bayern. Unser gemeinsames Ziel: Die Bartgeier sollen in Bayern wieder heimisch werden. Das Bayerische Umweltministerium unterstützt das Artenschutzprojekt bis Ende 2023 mit rund 610.000 Euro“, sagt Dr. Christian Barth.

Aufstieg-in-die-Nische-10_Hansruedi-Weyrich: Gemeinsam bringt das Team die Bartgeier in die Auswilderungsnische

Zum ersten Mal im Projekt wurde mit „Nepomuk“ ein Bartgeier-Männchen ausgewildert. „An diesem Beispiel wird deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit verschiedener Einrichtungen für den Artenschutz ist. Zentrale Koordination, Naturschutz vor Ort sowie die Arbeit von Zoologischen Gärten und Zuchtstationen gehen hier Hand in Hand“, sagt die Kuratorin des Tiergartens Nürnberg Diana Koch.

Ankunft der Geier in Berchtesgaden

Nachdem die beiden noch nicht flugfähigen Vögel am Vortag aus Innsbruck und aus dem Tiergarten Nürnberg nach Berchtesgaden gebracht worden waren, wurden sie heute Vormittag erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Amtschef Dr. Christian Barth übernahm hierbei die feierliche Verkündung der beiden Bartgeiernamen. Das Bartgeiermännchen trägt den Namen „Nepomuk“. Das Radiopublikum vom Bayern 2 hatte über 500 Vorschläge eingereicht, aus denen eine Jury aus Vertretern des Nationalparks Berchtesgaden sowie vom Bayerischen Rundfunk schließlich den Namen für den jungen Geier ausgewählt hat. Der Name „Sisi“ für den Vogel aus Innsbruck wurde von Dagmar Knigge und André Turiaux, zwei großzügigen Spendern des LBV, vergeben, weil der Name die Verbindung zwischen Österreich und Bayern gut zum Ausdruck bringt.

Pressemitteilung Nationalparkverwaltung Berchtesgaden

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Redaktion

Günther Freund

1944 in Bad Reichenhall geboren, Abitur in Bad Reichenhall, nach dem Studium der Geodäsie in München 3 Jahre Referendarzeit in der Vermessungs- und Flurbereinigungsverwaltung mit Staatsexamen, 12 Jahre Amtsleiterstellverteter am Vermessungsamt Freyung, 3 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Zwiesel und 23 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Freyung (nach Verwaltungsreform mit Vermessungsamt Zwiesel als Aussenstelle). Seit 2009 im Ruhestand, seitdem in Prien am Chiemsee wohnhaft.

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