Landwirtschaft

Netzwerktag Soziale Landwirtschaft für Schwaben und Oberbayern

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten veranstaltete in Kooperation mit dem AELF Rosenheim am Donnerstag, 19. Oktober 2017, einen Netzwerktag Soziale Landwirtschaft für die Regierungsbezirke Schwaben und Oberbayern. Ziel war es, den Austausch zwischen Interessenten der Sozialen Landwirtschaft und Kooperationspartnern zu fördern. Claudia Opperer, vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim stellte hierfür den  Leitfaden „Soziale Landwirtschaft“ vor, der von der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft herausgegeben wird und umfassende Informationen für Betriebe und Berater enthält.

Michaela Weiss, Projektleiterin beim Sozialdienst, informierte über die Neuregelungen des Bundesteilhabegesetzes (BTHG). U.a. wird der Markt für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben für „andere Anbieter“ – neben Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) – geöffnet. Das könnte u.a. auch für landwirtschaftliche Betriebe, die mit Behinderten arbeiten unterstützend sein.

Über Ihre Teilnahme am Zertifikatslehrgang „Soziale Landwirtschaft“ an der Hochschule Eberswalde berichtete Patricia Graf aus Altusried. Sie hat seit ca. vier Jahren einen Außenarbeitsplatz der Behindertenwerkstätte  eingerichtet und nahm an  der  Fortbildung in Eberswalde teil, um einen fachlichen Hintergrund bei der Zusammenarbeit mit Behinderten zu erhalten.

Rebecca Kleinheitz vom Netzwerk alma aus Verden, Niedersachsen, gab einen Überblick zu Finanzierungsmöglichkeiten für soziale Dienstleistungen, die von landwirtschaftlichen Betrieben erbracht werden können. „Es dauert lange, bis man denjenigen erreicht, der zuständig für die Finanzierung ist und der dann auch einsieht, dass er/sie für die Bearbeitung der Anfrage zuständig ist“, beschrieb Frau Kleinheitz die schwierige Situation.

Mitzuhelfen, durch diesen Dschungel der Finanzierungsmöglichkeiten einen Weg zu finden, sahen die beiden Ansprechpartnerinnen Althaus und Opperer als Teil ihrer Aufgabe an.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass noch mehr Betriebe in den Bereich Soziale Landwirtschaft einsteigen könnten, da damit für unsere Gesellschaft wichtige Bedarfe abgedeckt werden können.

Einig war man sich, dass es noch ein langer Weg sein wird, bis die Leistungen, die von landwirtschaftlichen Familien im Umgang mit bedürftigen Menschen erbracht werden, ausreichend honoriert werden.

Jedoch ist es Wert in diesem Bereich einen Weg  zu finden, der sowohl für die Landwirtschaft als auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen wirtschaftlich rentabel ist und die  zustehende Anerkennung bringt.

Text: Marie-Luise Althaus, AELF Kempten und Claudia Opperer, AELF Rosenheim, Ansprechpartnerinnen für soziale Landwirtschaft

Foto: AELF

Die Referenten und Ansprechpartnerinnen Soziale Landwirtschaft: Patricia Graf, Altusried, Claudia Opperer (AELF Rosenheim), Michaela Weiss, Rebecca Kleinheitz, Marie-Luise Althaus (AELF Kempten),

Foto: AELF

IMG_2340.jpg_ Teilnehmer des Netzwerktages „Soziale Landwirtschaft

Isidor Schelle, BBV (letzte Reiche, 3. von links)

Weitere Treffen sollen einmal jährlich stattfinden – der Austausch untereinander ist wichtig. Anforderungen und Probleme können gemeinsam besser gemeistert werden.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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