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Napoleons Truppen in Riedering bleiben bis Ende Oktober

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der „Große Napoleon Bonaparte von Frankreich“ und der „Kleine Hobby-Historiker Markus Müller aus Bayern“ standen im Mittelpunkt einer Sonderführung im Rathaus Riedering, zu der Bürgermeister Christoph Vodermaier eine Reihe von Bundes- und Kommunalpolitikern eingeladen hatte. Der Einladung zu einer Führung durch die von Markus Müller zusammengestellte Ausstellung mit dem Titel „Napoleons Truppen in Riedering“ folgten neben der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig und Landrat Otto Lederer auch einige Bürgermeister aus dem Landkreis, unter anderem auch Bürgermeister Ludwig Maurer von Hohenlinden, jenem Ort mit besonderem Bezug zu Napoleons Truppen.

Die Schlacht bei Hohenlinden fand am 3. Dezember 1800 statt. 6 Tage später, also am 9. Dezember 1800, schlug die Napoleonische Rhein Armee im Rahmen des Rückzugs der verbündeten Truppen des Kaiserreiches Österreich und des Kurfürstentums Bayern im Landkreis Rosenheim zu.   Für den 9. Dezember 2020 war die Ausstellungseröffnung geplant, denn da waren es genau 220 Jahre, dass es zu dem geschichtsträchtigen Gefecht der Truppen Napoleons mit den bayerisch-kaiserlichen Truppen in Riedering kam. „Dass es zu dieser außergewöhnlichen und sehenswerten Ausstellung kam, haben wir dem begeisterten Sondengeher Markus Müller zu verdanken, der sich mit viel Leidenschaft, mit großem Wissensdrang und mit viel Liebe zur Heimatgeschichte diesem Ereignis gewidmet und verschrieben hat“ – so Bürgermeister Vodermaier, der noch hinzufügte:   „Über viele Jahre hinweg hat er eine beeindruckende Sammlung an Fundstücken und auch zeitgenössischen Belegen und Gegenständen zusammengetragen, erworben und zu einer ebenso interessanten wie klar nachvollziehbaren Ausstellung über dieses Ereignis konzipiert. Wie seriös er dabei vorgegangen ist, zeigt auch sein Netzwerk mit vielen Historikern, die dem Hobbyhistoriker auf Augenhöhe begegnen“. Mit einem kulinarischen Präsentkorb und mit Blumen bedankte sich der Bürgermeister beim Ausstellungsmacher und seiner Frau Sabine.

Landrat Otto Lederer: „Ein besonderes Stück Heimatgeschichte“

Begeistert   von der Ausstellung zeigte sich Landrat Otto Lederer: „Auch ohne geschichtliche Vorkenntnisse konnte man durch die Ausführungen von Herrn Müller dieses Stück Heimatgeschichte absolut nachvollziehen und nacherleben!“ Er kündigte an, die Ausstellung mit seiner Familie nochmals zu besuchen. Für den Bürgermeister von Hohenlinden, Ludwig Maurer, war es hochinteressant zu erfahren, wie der Weg nach der Schlacht von Hohenlinden weitergegangen ist. Er und Rolf Kaiser vom Verein Hohenlinden 2000 e.V. zollten dem Initiatoren der Ausstellung ebenfalls höchsten Respekt für sein Engagement. Daniela Ludwig zeigte sich beeindruckt über das Ausmaß des Gefechts in Riedering und vor allem über das Leid der Bevölkerung. Abschließend bedankte sich Bürgermeister Vodermaier   für das Heimatgeschichts-Interesse der Gäste, die sich im Riederinger Gästebuch verewigten,  und überreichte ihnen zur Erinnerung je eine eingerahmte Original Musketenkugel. Ein kleiner Imbiss aus dem Hause „Stuerzer“ rundete die Sonderführung kulinarisch ab.

Bürgermeister Vodermaier zu Napoleons sprachlichen Einflüssen

 In seiner Begrüßung ging Bürgermeister Vodermaier auf die sprachlichen Einflüsse Napoleons ein und sagte hierzu: „In seiner Zeit als Herrscher über die Franzosen hat Napoleon Bonaparte Europa grundlegend verändert. Nebenbei bemerkt: Standesämter, die Kartographie, Konservendosen, Duftflacons, Hausnummern, um nur ein paar Beispiele zu nennen, finden in dieser Zeit ihren Ursprung. Französische Wörter, so genannte Gallizismen, haben seit dieser Zeit übrigens ihren Platz in der deutschen Sprache. Meist sind sie in Aussprache und Schreibweise eingedeutscht worden und fallen kaum noch auf: Appetit, Kantine, Turnier, Ballett, Chic, Dessert, Garantie, Kabinett, Plädoyer, um nur einige zu nennen. Aber auch einige Ausdrücke wie die Chaiselongue oder der Trottoir haben Eingang in unseren urbayerischen Wortschatz gefunden“.

Ausstellung Napoleon noch bis Ende Oktober

Die Ausstellung „Napoleons Truppen in Riedering“ im Sitzungsgebäude des Riederinger Rathauses ist noch bis Ende Oktober zu besuchen. Kostenlose Führungen finden nach Anmeldung samstags und sonntags um 10 Uhr, um 12 Uhr, um 14 Uhr und um 16 Uhr statt. Die Anmeldungen nimmt Markus Müller unter 0151-70330652 oder über bayernmarkus74@gmail.com entgegen. Aktuelle Informationen gibt es unter www.riedering.de/aktuelles.

Fotos: Rainer Nitzsche – Eindrücke von der Sonderführung in der Napoleon-Ausstellung in Riedering

  1. von links: Rolf Kaiser Hohenlinden, Bürgermeister Ludwig Maurer, Hohenlinden,   Landrat Otto Lederer, Bürgermeister Raubling Olaf Kalsperger,   Marianne Loferer, 2. Bürgermeisterin Riedering,   Bürgermeister Rohrdorf Simon Hausstetter, 3. Bürgermeisterin Rosenheim Gabriele Leicht, Markus Müller,   Daniela Ludwig MdB, Johannes Lang stellvertretender Geschäftsleiter,   Bürgermeister Riedering Christoph Vodermaier.
  2. v.l.: Bürgermeister Christoph Vodermaier – Markus Müller – MdB Daniela Ludwig
  3. Führung in der Ausstellung
  4. Markus Müller mit dem Plakat Napoleon-Ausstellung
  5. Bgm. Vodermaier überreicht Markus Müller einen Präsentkorb

Fotos: Markus Müller – Eintragungen der Ehrengäste in das Gästebuch der Gemeinde Riedering 1.

Weitere Informationen: www.riedering.de/aktuelles

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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