Kirche

Nachruf auf „Goashacker-Resl“ Therese Stoib

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Bis ins hohe Alter von 92 Jahren war Therese Stoib aus Prien-Gaishacken in vielfältiger Weise aktiv. Das Wichtigste war ihr dabei die Familie, aus der Ehe mit ihrem allzu früh im Jahr 1981 verstorbenen Mann Hans entstammen zwei Kinder, vier Enkelkinder und sieben Urenkelkinder. Bei der Trauerfeier in der Pfarrkirche „Christkönig“ von Wildenwart erinnerte Kaplan Joshy vom Pfarrverband Westliches Chiemseeufer an das aussergewöhnliche Leben der „Goashacker-Resl“.

Zur Welt kam Resl Stoib beim „Ledererhof“ in Hendenham als zweitälteste von sechs Schwestern. 1951 zog sie mit Hans Stoib nach Gaishacken, mit ihm baute sie trotz dessen starker Kriegsverwundung ein Eigenheim. Beruflich führte der Weg nach der landwirtschaftlichen Ausbildung im elterlichen Betrieb über das eigentliche Rentenalter hinaus zur Ballfabrik Obermaier in Bachham. Ihre ganze Leidenschaft blieben jedoch die Arbeit und die Liebe zur Natur. Bis zu ihrem 79. Lebensjahr war sie Sennerin auf der Brandlbergalm im Priental, ungezählten Bergwanderern und Almgästen war sie eine freundliche Gastgeberin. Aufgrund ihrer 30jährigen Almsommerzeit wurde sie im Jahr 2007 vom Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern geehrt. Wie wichtig Therese Stoib das heimische Brauchtum war, brachte Vorstand Peter Voggenauer vom Trachtenverein „Die lustigen Wildenwarter“ in seinem Nachruf in Erinnerung, er sagte: „Noch heuer konnten wir die Resl für sage und schreibe 75 Jahre Mitgliedschaft in unserem Verein ehren, sie war bei jeder Gelegenheit dabei, auf sie war wirklich Verlass.“ Aufgrund der Corona- und Teilnehmerzahlen-Beschränkungen verzichtete der Wildenwarter Trachtenverein auf die Teilnahme der Fahnenabordnung. Die Katholische Frauengemeinschaft von Wildenwart, der die Verstorbene ebenfalls viele Jahrzehnte angehörte, verabschiedete sich mit einem weiteren Blumengesteck am offenen Grab. Therese Stoib, sie war nicht nur für ihre Familie, für die Landwirtschaft und für die Ortsvereine da, sie war auch eine begeisterte Anhängerin des FC Bayern München und ein Stammgast beim Gaishackener Fanclub. Aber noch viel mehr war sie eine tiefgläubige Christin, die keinen Kirchgang nach Wildenwart ausließ und die mehrmals im Jahr zur Abendmahlkapelle nach Aschau pilgerte. Die musikalische Gestaltung nach Orgel- und Gesangsweisen in der Pfarrkirche übernahmen auf dem Friedhof Martin Stoib und Peter Aicher mit eindrucksvollen Trompetenweisen.

Foto/s:– Therese Stoib, verstarb nach erfülltem Leben im Alter von 92 Jahren

  • 30 Almsommer verbrachte sie auf der Brandlbergalm

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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