Kirche

Nachprimiz von Josef Schmid in Aschau

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. Zur ersten Eucharistiefeier von Josef Schmid kamen viele Gläubige aus dem Pfarrverband Oberes Priental in die Pfarrkirche nach Aschau. Leider ließ die Witterung den geplanten Ablauf im Kurpark nicht zu, so konnten unter Corona-Bedingungen nur wenige die Nachprimiz in der Pfarrkirche mitfeiern. Fünf Priester aus der Diözese, darunter Pfarrer Philipp Werner aus Poing, der an gleicher Stelle vor fünf Jahren seine Primiz gefeiert hatte und Neupriester Robert Daiser aus Truchtlaching, der zusammen mit Josef Schmid zum Priester geweiht wurde, zwei Dutzend Fahnen- und Vereinsabordnungen der Ortsvereine aus Aschau, Frasdorf, Sachrang und Umrathshausen kamen in die Aschauer Pfarrkirche, um mit Kaplan Josef Schmid seine Nachprimiz zu feiern.

Bürgermeister Simon Frank dankte allen, die viele Monate lang für ein „Vergelts Gott“ auf diesen Tag hin gearbeitet hatten und innerhalb eines Tages die gesamte Planung grundlegend von Kurpark auf Pfarrkirche geändert hatten; er wünschte dem Neupriester viel Kraft für seine künftigen Aufgaben, er werde vor allem als Berater und Zuhörer gefordert werden. „Wenn du alles erfüllen willst, was die Menschen erwarten, wirst du in kürzester Zeit ausgepowert und demotiviert sein. Wenn du nur im Beruf aufgehst, werden die Kontakte, aber auch die Einsamkeit zunehmen. Halte Maß in allen Dingen“.

Pfarrer Thomas Schwaiger hielt die Festpredigt. „Nicht für den Primizianten, Priester und Menschen veranstalten wir diese Feier, sondern für Gott. Wir leben als Priester in keiner bequemen Sonderwelt, sondern müssen mit beiden Beinen inmitten der Menschen auf dem Boden stehen. Der Himmel kann und muss noch warten. Denke immer dran: du kannst das – du kennst das – du darfst das und du sollst das“.

Am Ende der Nachprimiz-Eucharistiefeier spendete Josef Schmid zusammen mit Robert Daiser, der mit ihm die Priesterweihe erhalten hatte, allen Gläubigen der Gemeinde den Primizsegen. Sein Dank galt stellvertretend dem Aschauer Kirchenchor, den Musikern unter der Leitung von Christine Klinger, den Eltern, Geschwistern und Verwandten, den Organisatoren mit Werner Weyerer an der Spitze, sowie den Gemeinden Frasdorf und Aschau für ihre allseitige Unterstützung.

Durch ein langes Spalier der Vereinsfahnen wurde Josef Schmid aus der Kirche geleitet. Vor dem Kirchentor schoss die Gebirgsschützenkompanie den Ehrensalut für den neuen Kaplan.

Josef Schmid ist in Partenkirchen daheim. Nach der Schulausbildung studierte er zwei Semester Elektrotechnik an der TU München; „aber dann kam mir der Gedanke: Strom und kein Strom, das kann‘s nicht für mein ganzes Leben sein.“ Die Idee Priester zu werden, kam von Schmids damaligen Pfarrer. „Er fragte mich in einem Gespräch: Willst du nicht Priester werden? Und diese Idee ließ mich nicht mehr los.“ Pfarrer zu werden, ist ein langer steiniger Weg: Schmid musste während seiner Ausbildungszeit die alten Sprachen griechisch, lateinisch und hebräisch lernen. Die letzten beiden Jahre vor der Priesterweihe verbrachte er im Rahmen seines Pastoralkurses unter der Führung von Pfarrer Paul Janßen in Aschau. Hier hatte sein Wirken drei Schwerpunkte: die alltägliche Arbeit in der Pfarrei Aschau, das Unterrichten an der Grundschule Grabenstätt und der Mittelschule Prien sowie die Fortbildungen. Dazu kamen alle anderen kleineren, ständig neu und aktuell auftretenden Schwerpünktchen.

In der täglichen Arbeit mit den unterschiedlichsten Menschen in der Pfarrei hat Schmid erste Erfahrungen für sein künftiges Berufsleben gemacht. Es mache ihm viel Freude, mit Menschen zusammenarbeiten zu dürfen. In den zwei Jahren in Aschau hat Schmid getauft, beerdigt und auch gepredigt. „Bei meiner ersten Predigt war ich sehr aufgeregt“, erinnert er sich „aber ich habe gelernt freier zu Reden und die Aufregung lässt langsam nach.“

Am 26. Juni feierte er im Münchner Dom – traditionell zum Hochfest der Apostelfürsten Petrus und Paulus – seine Priesterweihe. Reinhold Kardinal Marx weihte durch Handauflegung und Gebet Georg Max Böckl-Bichler, Robert Georg Daiser, Josef Rupert Michael Schmid, Tobias Pastötter und Stefan Schmitt zu Priestern. Im Olympiastadion Partenkirchen feierte Josef Schmid am Sonntag, 4. Juli seine Primiz.

Doch die Ausbildungszeit ist auch nach der Priesterweihe noch nicht endgültig vorbei: nach zehn Jahren Studium, der Diakonatsweihe und zwei Jahren Pastoralkurs ist das Ende seiner Ausbildungszeit noch nicht erreicht. In den nächsten Tagen wird Josef Schmid Aschau verlassen und in den kommenden drei Jahren als Kaplan im Pfarrverband Buchbach tätig sein. Danach wird er eine zweite Dienstprüfung ablegen. Erst dann ist die offizielle Ausbildung zum Pfarrer endgültig beendet, das Leben im Zeichen Gottes geht dann aber erst richtig los.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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