Natur & Umwelt

Nach Reh-Riss: Aschauer Appell an Hundehalter

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Aus gegebenem Anlass wollen wir noch einmal an alle Hundebesitzer und die damit verbundene Verantwortung appellieren. Im Gemeindebereich Aschau i.Chiemgau wurde aktuell wieder ein Reh von einem freilaufenden Hund gerissen.

Hundehalter handeln in bester Absicht für ihren Vierbeiner, da ist es nur verständlich, dass man bei einem schönen Winterspaziergang den Hund mal von der Leine lässt. Herumtollen auf weiten Feldern oder Durchstöbern von Hecken und Dickichten aktiviert allerdings das Fluchtverhalten des Wildes. Jede Flucht vor einem herumstreifenden Hund kostet das Wild überlebenswichtige Energie und kann für Wildtiere den Tod bedeuten. Denn ausgerechnet vom Winter bis in den Frühsommer benötigen Wildtiere Ruhe und sind besonders schutzbedürftig. „Wildtiere finden im Winter nur spärliche und nährstoffarme Nahrung. Zudem wird ihnen die Fortbewegung bei Schneelage und Kälte erschwert und zehrt an Kräften und Fettreserven“, so der Revierjagdmeister Frhrl. v. Cramer-Klett’schen Betrieben, Josef Rinner. Deshalb schalten sie in dieser Jahreszeit in den „Wintermodus“ um Energie zu sparen, dafür lassen sie sich einschneien um vor Frost geschützt zu sein, die Bewegung wird auf ein Minimum reduziert und die Körpertemperatur gesenkt. Im Frühjahr beginnt dann die sogenannte Setzzeit – also die Zeit, in der Jungtiere zur Welt kommen.

Und nur, weil wir Menschen keine Tiere sehen, kann sie der Hund jederzeit wittern. Auch ist laut Jagdgesetz (Art. 40) der Jäger verpflichtet, den Jagdschutz in seinem Revier auszuüben und das Wild vor drohenden Gefahren zu bewahren, denn: Wer Hunde in einem Jagdrevier „unbeaufsichtigt“ freilaufen lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, welche mit einem Bußgeld belegt werden kann, wildernde Hunde darf der Revierinhaber sogar unter bestimmten Bedingungen töten. Bitte nehmen sie deswegen ihren Hund am Waldrand oder im Wald immer an die Leine und bewegen sie sich verantwortungsbewusst nur auf befestigten ausgewiesenen Wegen. Betreten sie auf keinen Fall Ruhezonen, Wildschutzgebiete oder Fütterungsstellen und beachten sie Absperrungen um für ein harmonisches Miteinander zwischen Wildtier und Hund zu sorgen.

Bericht: Herbert Reiter, Tourist-Information Aschau i. Chiemgau

Foto: Hötzelsperger

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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