Kultur

Musikunterricht für Körper, Geist und Seele

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Musiklernen mal ganz anders. „Im Musikinstitut Brannenburg lernt man seinen eigenen Körper und seinen Geist beim Musizieren kennen“, sagt Stefan Ettinger, der Leiter des Instituts. Beim Gespräch mit dem Wendelstein-Anzeiger erzählt er, was der „Musikantenstadel“ mit seinem Berufsweg zu tun hat und wie das Erlernen eines Musikinstruments auch digital funktionieren kann.

Frage: Wie sind Sie zur Musik gekommen?

Antwort: Ich habe als kleines Kind oft mit meinen Eltern den Musikantenstadel angeschaut. Die Klänge der Musik haben mich immer sehr fasziniert und so wollte ich auch anfangen, Musik zu machen. Ausschlaggebend war für mich das Schlossfest Brannenburg. Dort hörte ich ein Trompetensolo, das mir so gefiel, dass ich mich entschied, selbst Trompete zu spielen.

Frage: Was gefällt Ihnen am Musizieren?

Antwort: Der Reiz dabei ist für mich die Gemeinschaft – zusammen etwas zu erschaffen. Aber auch die Selbstfindung, und das Kennenlernen von Körper und Geist, also das Spirituelle an der Musik ist es, was mich so begeistert.

Frage: Wie kam es dazu, dass Sie angefangen haben, Musik zu unterrichten?

Antwort: Das begann, als ich auf dem Gymnasium war, da kamen drei, vier Leute aus meiner Schule zu mir und fragten mich, ob ich ihnen nicht Musikunterricht geben könne. Damals machte ich keine Werbung, die Menschen kamen von allein auf mich zu. So habe ich angefangen, zu unterrichten.

Frage: Kommt der Musikunterricht an Schulen zu kurz?

Antwort: Ich denke, das Theoretische kommt nicht zu kurz. Aber das Praktische, also das Singen, wird in den Schulen häufig vernachlässigt. Was sehr schade ist, denn das gemeinsame Singen bringt die Schüler zusammen. Es stärkt die Gemeinschaft.

Frage: Ab welchem Alter kann man anfangen, ein Musikinstrument zu spielen?

Antwort: Da gibt es keine Altersgrenze. Wenn man an einem Instrument Interesse hat und man es spielen lernen will, sollte man es tun. Es gibt für fast jedes Instrument eine Kinderversion. Es hält einem also nichts davon ab auch, schon im frühesten Kindesalter ein Instrument zu spielen.

Frage: Seit wann gibt es ihr Musikinstitut?

Antwort: Das Musikinstitut Brannenburg gründete ich nach meinem Abitur 2008. Am Anfang unterrichtete ich noch allein. Später half eine fortgeschrittene Schülerin mit, da ich die Nachfrage nicht mehr abdecken konnte.

Frage: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Online zu unterrichten?

Antwort: Ich wollte nach zehn Jahren den sturen wöchentlichen Unterricht optimieren. Ein Jahr habe ich das Konzept des Onlinemusikunterrichts ausgearbeitet. 2019 ginge es dann an den Start. Erst waren die Menschen skeptisch, was diese Form des Unterrichts angeht. Aber mit der Zeit lassen sich immer mehr darauf ein. Durch die Corona-Pandemie wurden sie dann noch offener gegenüber des Onlineunterrichts auch in der Musik.

Frage: Was ist das Konzept ihres Onlineunterrichts?

Antwort:  Man kann es mit dem Training in einem Fitnessstudio vergleichen. Wer Fragen hat, wendet sich an einen Trainer. So ist es auch bei mir. Die Teilnehmer sind miteinander virtuell verbunden und lernen auch voneinander. Es ist wie beim Laufen lernen. Das lernt man auch dadurch, dass man sieht, wie es geht.
Frage: Was unterscheidet ihr Musikinstitut von anderen derartigen Einrichtungen?

Antwort: Bei mir ist man im Unterricht erstmal komplett frei. Es gibt kein stures Lernen. Zuerst einmal lernt man das Instrument und sich selbst kennen. Zur Veranschaulichung: Im herkömmlichen Unterricht lernt man Lesen vor dem Sprechen. Bei mir ist es genau umgekehrt. Erst lernt man das Sprechen und dann das Lesen.

 Das Interview führte Josefa Staudhammer/ Fotos Josefa Staudhammer

Bericht entstand in Kooperation mit dem Wendelstein Anzeiger – www.wendelstein-anzeiger.de

 

 

 

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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