Leitartikel

Mühlen aus der Drechslerei Bauer in Riedering

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Salz und Pfeffer sorgen für den runden Geschmack bei einem guten Essen. Und wenn die Gerichte auf den Tisch kommen, dann wartet in der Regel schon eine Salz- oder Pfeffermühle auf ihren Einsatz. Ganz besondere Mühlen entstehen seit vielen Jahren in der Gemeinde Riedering bei Angela und Thomas Bauer. Bei einem Besuch in ihrer Werkstatt im Kiefernweg 6 erzählen sie uns, wie sie zu dieser wahrlich besonderen Eigenschaft mit Leidenschaft gekommen sind.

„Bauernmühlen aus der Heimat“ und „Drechselarbeiten“ sind die zentralen Produkte aus der Drechslerei Bauer. Für Thomas Bauer entstand aus dem Hobby der Schreinerei die Liebe zur Drechslerei, als er sich eine große Drechselmaschine anschaffte. Damit wurde viel ausprobiert. Nach Schüsseln und Kerzenständern kam er eines Tages mit einer Pfeffermühle aus der Werkstatt. „Das war der Beginn unserer Bauernmühlen-Geschichte, denn die Mühlen wurden zu unserer Herzensangelegenheit“, so Angela Bauer, die seit 30 Jahren mit Thomas zusammen ist. Für die ganze Familie – so auch die 16-jährige Tochter Marlene und den 18-jährigen Sohn Vinzenz – sind die Drechslerei und die Werkstatt ein wichtiger und gemeinsamer Familienbestandteil geworden.

Die ersten Bauernmühlen wurden 2017 beim Mütterverein auf dem wunderschönen Riederinger Weihnachtsmarkt verkauft. „Von da an haben wir ab und zu auf regionalen Handwerkermärkten ausgestellt und so unseren Namen über unsere Riederinger Heimat hinaus bekannt gemacht“, erinnern sich die beiden. Weitere Schritte zu noch mehr Bekanntheit und dem (Mühlen-)Verkauf waren der Laden „Irmi´s Hoamat“ und das Cafe von Vroni Stürzer. Deren Hilfe bei Präsentation und Einsatz der Bauermühlen sind ein gutes Zeichen dafür, dass in Riedering das berufliche wie private Netzwerk funktioniert. Darüber hinaus hat sich im Laufe der jüngsten Zeit auch ein umfangreiches Netzwerk über die sozialen Medien aufgebaut. „Viele unserer Herzensmenschen wie die Firmen Biorausch und Schmackofatzig von Schlossberg hätten wir sonst nicht kennen und schätzen gelernt“.

Mühlen aus dem eigenen Baum

Das Material Holz prägt das Bild der Drechselei Bauer in der Werkstatt und um das ganze Haus. Viele Leute bringen das Holz ihrer entwurzelten Bäume vorbei, denn die Nachfrage nach regional hergestellten Produkten wächst stetig. Eigene Ideen und spezielle Kundenwünsche erweitern das Sortiment immer mehr. So werden heute die Pfeffer- und Salzmühlen ergänzt durch Muskatmühlen, Brotzeitbrettl, Messerblöcke, Holzengel und ganz individuelle Geschenkideen. „Im letzten Jahr haben wir einen uralten Apfelbaum aus Daxlberg bekommen, ein Unwetter hatte ihn entwurzelt. Hier können wir unseren Kunden sogar die Sorte des Apfelbaums nennen, eine Kaiser-Wilhelm-Apfelsorte, hat uns Bernhard Daxlberger gesagt. Als Erinnerung haben sie jetzt Mühlen vom eigenen Baum von uns bekommen“, so das Ehepaar Bauer bei der Betrachtung der verschiedenen Kunsthandwerke. Dreimal in der Woche hat der im vorigen Jahr gebaute Laden geöffnet, dienstags und donnerstags von 14 Uhr bis 17 Uhr, samstags von 10 Uhr bis 12 Uhr sowie nach Vereinbarung (Telefon 08036-6749975 oder per mail info@bauermühlen.de).

Weitere Informationen gibt es unter www.bauermühlen.de.

Beitrag entstand in Kooperation mit dem Wendelstein Anzeiger – www.wendelstein-anzeiger.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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