Land- & Forstwirtschaft

Ministerin Kaniber: “Agrarbündnis geht nur mit den Bauern”

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat am Freitag, 16. April für die Staatsregierung ein Forderungspapier des „Agrarbündnis Bayern“ entgegengenommen. Landwirtschaftsministerin Kaniber zeigte sich bezüglich der Forderungen dialogbereit, warnt aber davor, konventionell und ökologisch wirtschaftende Betriebe gegeneinander auszuspielen.

„Nicht nur mir ganz persönlich, sondern der gesamten Bayerischen Staatsregierung liegen unsere bayerische Landwirtschaft und unsere Schöpfung sehr am Herzen. Beim Thema Artenschutz haben wir am Runden Tisch Ergebnisse erzielt, mit denen wir längst eine Vorreiterrolle einnehmen. Aktiver Artenschutz geht nur im Schulterschluss mit der Landwirtschaft. Deshalb geht es darum, nicht wieder alte Konfrontationslinien nachzuzeichnen, sondern weiter auf Partnerschaft von Ökologie und Ökonomie zusammen mit den betroffenen Menschen zu setzen. Wir sind eigentlich schon weiter“, so Kaniber.

„Bayern setzt auf eine gute Vertrauensbasis und bei Bewirtschaftungseinschränkungen auf die Möglichkeit eines finanziellen Ausgleichs. Hier sind wir seit Jahren deutschlandweit Spitzenreiter und fördern den Artenschutz mit zuletzt jährlich rund 350 Millionen Euro. Wir haben uns in der letzten Agrarministerkonferenz – teils gegen Widerstände der grünen Kollegen – erfolgreich für die Förderung der kleinen und mittleren Betriebe stark gemacht“, stellte die Ministerin fest. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) sei auf einem guten Weg, weil auch andere Mitgliedsstaaten künftig auf mehr Ökoleistungen verpflichtet werden. Das schaffe fairere Bedingungen für die nachhaltig produzierende Betriebe in Deutschland.

Der Freistaat lege bei diesen wichtigen Zukunftsthemen großen Wert auf einen fruchtbaren Dialog. „Aber wir sind auf diesem Gebiet schon seit Jahren und mit großem Erfolg tätig. Bevor wir in Bayern die Anforderungen immer noch höherschrauben, sollten wir uns deutschland- und europaweit auf vergleichbare Standards einigen. Die Anforderungen an die Landwirtschaft müssen machbar sein und dürfen die Betriebe nicht überfordern“, sagte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber auf der Kundgebung. Es gehe auch darum, die wirtschaftliche Existenz der Bauernfamilien und die Versorgung der Bevölkerung mit gesunden Lebensmitteln im Blick zu haben. Denn von Umweltschutz allein könnten die Bauernfamilien auch in Zukunft nicht leben.

Die Staatsregierung unterstützt den Transformationsprozess in der Landwirtschaft mit einem breiten und erfolgreichen Maßnahmenbündel. Zu erwähnen sind hier unter anderem das bayerische Kultur­landschafts­programm (KULAP) mit seinen vielfältigen Maßnahmen in den Bereichen Biodiversität, Klima-, Boden- und Wasserschutz. Diese Maßnahmen fördert der Freistaat Bayern mit über 300 Millionen Euro. Die beiden Qualitäts- und Herkunftskennzeichen „Geprüfte Qualität Bayern“ und „Bayerisches Biosiegel“ machen regionale Produkte beim Einkaufen erkennbar. Und bis 2025 werden die Kantinen staatlicher Einrichtungen mindestens 50 Prozent Lebensmittel aus regionaler und ökologischer Erzeugung einsetzen. Die ambitionierten bayerischen Ziele im Bereich Ökolandbau werden im Rahmen des Programms „BioRegio2030“ umgesetzt. „Auch hier gibt uns der Erfolg recht: Bayern ist das größte Ökoland in Deutschland! Aber uns allen muss auch klar sein: Wer mehr regionale Lebensmittel und mehr Tierwohl fordert, der muss das auch an der Ladentheke beherzigen, auch wenn es vielleicht etwas mehr kostet“, so die Ministerin.

 Foto:  Ministerin Michaela Kaniber bei der Kundgebung – von  Stefanie Büchl / StMELF

Bericht: Bayer. Landwirtschaftsministerium

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

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Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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