Brauchtum

Mehrfacher Grund zum Lesen: Die „zwiefach“

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Eine lange Geschichte hat sie, die Zeitschrift „zwiefach“. Es gibt sie nämlich schon seit 1958 – Wastl Fanderl, der legendäre Musiker, Volksliedsammler und -archivar gründete damals die „Sänger- und Musikantenzeitschrift“ mit dem Ziel, die weit verstreuten Freunde alpenländischer Volksmusik zu verbinden und zu informieren. Mit Erfolg: in fast keinem Musikerhaushalt im Alpenraum fehlte fortan die „SMZ“. 2012 wurde die Publikation auf den etwas knackigeren Namen „zwiefach“ getauft. Wie ihr Namenspatron, der vertrackte Taktwechsler, soll die „zwiefach“ lebenslustig, abwechslungsreich, überraschend sein, gleichzeitig  aber weiterhin den Anspruch erfüllen, zu informieren – über Termine, Feste, Tradition. Der Terminkalender „Unterwegs“ wird von nahezu allen Institutionen aus dem Bereich von Volksmusik und Volkskultur bestückt und ist in dieser „Komplettübersicht“ einzigartig. Genauso wie der Fokus auf angewandte Tradition: jede Ausgabe der „zwiefach“ widmet sich einem eigenen Thema.

Das Heft setzt sich aus sieben Rubriken zusammen: unter „anregend“ werden neue CDs, Bücher, Websites vorgestellt, Diskussionen geführt,  Themen präsentiert. „Erlesen“ befasst sich mit einer Expertise zum Titelthema – in Form eines Leitartikels, der von einem gut informierten, gut formulierenden Autor geschrieben wird. Wie ist das zum Beispiel mit der Linkshändigkeit bei Musizieren? Kommt es tatsächlich wieder, das Ländlerische Tanzen? Was hat es auf sich mit Wettbewerben in der Volksmusik? Alles Dinge, über die man gerne liest, nachdenkt und spricht.

Unter „vielfältig“ wird dann das Titelthema – in der Frühjahrsausgabe zum Beispiel „Gute Nachbarschaft“ – von verschiedenen anderen Seiten beleuchtet. Unterschiedliche Autoren bringen unterschiedliche Themen, Betrachtungsweisen und Interpretationen ins Spiel.

Unter der Rubrik „mittendrin“ bekommt der Leser eine ausführliche Beschreibung ausgewählter Veranstaltungen der zwiefach – Redaktionspartner. Dazu gehören neben dem Steirischen Volksliedwerk auch das Salzburger Volksliedwerk, der Tiroler Volksmusikverein, der Verein Zither in Bayern e.V., der Bayerische Landesverein für Heimatpflege, das Kulturreferat der Stadt München und die zuständigen Referate der Bezirke Oberpfalz,  Schwaben und Niederbayern. Auch Zeitungsgründer Wastl Fanderl ist im Geiste weiter im Redaktionsteam vertreten: durch den Verein für Volkslied und Volksmusik e.V. und die Münchner Schule für Bairische Musik (Wastl-Fanderl-Schule). In der „zwiefach“ wird also Tradition gepflegt – trotzdem bleibt die Neugierde auf das Neue ungebremst.

Besonders wichtig ist der zwiefach-Redaktion der Bereich musikalische Praxis. Dazu gibt es in jeder Ausgabe den ausführlichen Notenteil „hellhörig“, mit Liedern, Tänzen und Melodien zum Nachsingen und Nachspielen. Unter „erstaunlich“ wird ein Blick über den Tellerrand geworfen: auf die Musik in Kultur, Kunst, Film – und mehr. Abgerundet wird das inhaltliche Konzept durch „unterwegs“, den eingangs erwähnten, umfangreichen Veranstaltungsteil. Konzerte, Tänze, Feste können der Redaktion unentgeltlich gemeldet und so veröffentlicht werden. Eine runde Sache!

Seit 2017 erscheint die „zwiefach“ nicht mehr nur in gedruckter Form, sondern auch – und darauf sind Redaktion und Verlag besonders stolz – digital. Unterwegs einmal schnell in „unterwegs die nächsten Stammtisch- oder Volkstanztermine nachlesen? Wann gehts noch mal los beim Hoagarten in München? Was war gleich die Adresse von dem Wirtshaus, in dem heute Abend aufgespielt wird? Die Stücke aus dem Notenteil sofort hören, ohne lange nach der schönsten und möglichst originalgetreuen Quelle im Internet suchen zu müssen: Wie klingt der verzwickte dritte Teil? Wo kann ich die passende CD bestellen – und wo die komplette Notenausgabe?

Wenn man solche Informationen spontan bei der Hand haben wollte, war man in der Vergangenheit manchmal entweder aufgeschmissen – weil die aktuelle Ausgabe der „zwiefach“ nicht im Handtascherl, sondern wohlbehütet daheim auf dem Kasterl gelegen ist. Oder man hat einen Haufen Zeit damit verbracht, im Internet nach Aufnahmen, Videos, Bestellinformationen und Hintergründen zu suchen, die man dann erst sortieren und auswählen musste. Mit der neuen Digitalausgabe kann da wunderbar geholfen werden! Mit viel Gespür für sinnhafte Inhalte und großer Freude an der Sach’ ist die digitale „zwiefach nämlich eine ehrlich nützliche Ergänzung zur gedruckten Ausgabe – oder auch eine Alternative für die, die mit dem Papier vielleicht nichts anfangen können, aber trotzdem gerne aktuelle Informationen aus der Welt der Volksmusik und -kultur hätten.

Die zwiefach-App kann man kostenfrei über die gängigen Portale wie Amazon, Google Play oder iTunes herunterladen. Dann kann man die jeweiligen Ausgaben zum Abopreis beziehen und online lesen, hören und genießen! Ein Heft für Sänger, Tänzer und Musikanten, das dank der Möglichkeiten des Internets zum Klingen gebracht wird – eine schöne Möglichkeit, Tradition in modernen Zeiten zu leben!

Die „zwiefach“ erscheint 6 x im Jahr, digital und als Druckausgabe. Informationen und Abokonditionen findet man unter www.zwiefach.de . Selbstverständlich können hier auch Einzelausgaben bestellt oder nachbestellt werden.

Ein Testabo erhalten Sie hier. Die digitale Version ist hier zu finden.

Bericht, Foto und weitere Informationen: www.zwiefach.de

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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