Kirche

Marx würdigt Franz Henrich als Beweger, der Möglichkeiten sah

Mit einem Requiem hat Kardinal Reinhard Marx den verstorbenen ehemaligen Direktor der Katholischen Akademie in Bayern, Prälat Franz Henrich, verabschiedet. Im besten Sinne sei Henrich „ein Beweger und ein unruhiger Geist” gewesen sowie „ein Mensch, der etwas in Gang brachte, der eine Idee hatte, nach vorne schaute und Möglichkeiten sah, die da sind”. Die Akademie, die Franz Henrich 33 Jahre lang leitete, sei für diesen „nicht nur der Wirkungsort, sondern der innere Lebensraum“ gewesen, sagte der Erzbischof von München und Freising in seiner Predigt in der Schwabinger Pfarrkirche St. Sylvester am Donnerstag, 10. Juni. Henrich war am 4. Juni 2021 im Alter von 89 Jahren in München gestorben.

Marx erinnerte sich an die Zeit seiner frühen kollegialen Begegnungen mit Franz Henrich auf Konferenzen für Leitende von Bildungseinrichtungen. Ab 1989 wirkte Marx als Direktor des Sozialinstituts Kommende Dortmund im Erzbistum Paderborn. Mit Franz Henrich habe er sich in dieser Zeit „sehr gut verstanden“, da sie in gegenseitigem Respekt „streiten konnten und einander ernstgenommen haben“. Ihm sei in guter Erinnerung, wie der Verstorbene Kirche verstand, und sie präsent gemacht habe in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft mit seiner „Überzeugung, dass das Evangelium und der Glaube an Christus jedem Denken standhält“. Dies sei „der Geist der Akademie“ und zähle zum Erbe Franz Henrichs. Der „Lebensort Akademie“ sei zugleich ein Auftrag und werfe die Frage auf, wie Kirche in Zukunft sein wolle. „Eine geordnete Gruppe, die um sich kreist“ oder „ein Zeichen, ein Sakrament, ein Werkzeug mitten in der Welt im Dialog mit der Welt?“.

Am 8. November 1931 in Niedergailbach im saarländischen Kreis Homburg/Saar geboren, studierte Franz Henrich ab 1952 zuerst in Mainz und später in München Philosophie und Theologie. 1957 trat er in das Priesterseminar der Diözese Speyer ein. 1959 zum Priester geweiht, war Henrich unter anderem als Kaplan sowie in der Jugendseelsorge im Bistum Speyer tätig, arbeitete nebenbei auch wissenschaftlich und wurde 1966 schließlich zum Doktor der Theologie promoviert. Am 1. März 1967, im Alter von 35 Jahren, ernannte ihn der damalige Erzbischof von München und Freising, Kardinal Julius Döpfner, zum Nachfolger von Karl Forster, dem Gründungsdirektor der Katholischen Akademie in Bayern. Von 1968 bis 1998 war Franz Henrich Mitglied im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks, ab 1972 als Vorsitzender von dessen Hörfunkausschuss. Am 30. September 2000 schied Franz Henrich als Direktor der Katholischen Akademie aus, blieb dem Haus aber weiterhin verbunden.

Bericht: Erzdiözese München und Freising

Bildrechte: Anne Kirchbach – Akademiedirektor Franz Henrich im Jahr 1995

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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