Brauchtum

Lübben übergibt Deutsches Trachtenfest in die Oberpfalz

Die Stadt Lübben (Spreewald) / Lubin (Błota) hat am Samstagabend den Staffelstab für die Ausrichtung des Deutschen Trachtenfestes 2022 an die Kommune Bruck i.d. Oberpfalz übergeben. „Ab heute fliegt die Zeit“, sagte Lübbens Bürgermeister Lars Kolan mit Blick auf die umfangreiche Vorbereitung seiner Kommune auf das Fest und bot an, seine Erfahrungen dazu mit den Nachfolgern zu teilen. Thomas Ebeling, Landrat des Landkreises Schwandorf, zu dem Bruck gehört, nannte den ausrichtenden Verein Enzian Bruck einen „erfahrenen Akteur, der ein wunderbarer Gastgeber sein werde“.

In Lübben geht am heutigen Sonntag das 9. Deutsche Trachtenfest mit einem Ökumenischen Gottesdienst sowie dem großen Festumzug mit rund 70 Bildern zu Ende. Seit Freitagabend waren rund 2.500 Trachtenträger aus ganz Deutschland sowie Polen, der Ukraine und den Niederlanden in der Stadt unterwegs, um ihre Trachten, ihre Tänze und ihr Brauchtum zu präsentieren. Das Deutsche Trachtenfest findet alle 3-5 Jahre statt und wird jeweils vom Deutschen Trachtenverband an einen seiner Landesverbände und eine ausrichtende Kommune vergeben.

„Wir tragen Tracht, weil wir damit zeigen wollen, was zu uns gehört“, sagte DTV-Präsident Knut Kreuch beim offiziellen Empfang des Lübbener Bürgermeisters am Samstagnachmittag. „Das Wort Tracht kommt von tragen – und wir Trachtler tragen Verantwortung fürs Heute: Wir tragen unsere Heimat auf der Haut und sorgen damit für ein der Zukunft zugewandtes Bild von Heimatpflege.“ Menschen, die Tracht tragen, seien Ehrenamtler, die sich ins gesellschaftliche Leben einbringen, sagte er weiter – sei es in der Heimatforschung, im Sportverein oder in der Kommunalpolitik. „Dieses Ehrenamt macht unser Leben bunt und vielfältig.“

Bürgermeister Lars Kolan bedankte sich bei allen 160 freiwilligen Helfern, bei den Organisatoren, Sponsoren, Förderern und Unterstützern des Deutschen Trachtenfestes 2019. Es freue ihn, sagte er, dass sie dem Ansinnen der Stadtverwaltung, das Fest in den Spreewald zu holen und damit das hiesige Trachtenwesen zu stärken und die Reiseregion bundesweit noch bekannter zu machen, so umfangreich gefolgt sind. „Das Thema Tracht bewegt die Menschen in unserer Region“, resümierte er. „Und das wird es über dieses Fest hinaus tun. Wer wird künftig Trachten tragen? Wie pflegen wir dieses Erbe? – Auf diese Fragen werden wir weiterhin Antworten suchen und in kleinen und großen Projekten finden.“

Landrat Stephan Loge nannte das Trachtenfest einen ganz besonderen Höhepunkt in der Region. Der Spreewald könne einmal mehr zeigen, dass er mehr zu bieten habe als Gurken, nämlich mit dem Biosphärenreservat Spreewald eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft und mit dem kulturellen Erbe der Sorben/Wenden lebendiges Brauchtum, eine große Trachtenvielfalt und gelebte Zweisprachigkeit. „Ich bin mir sicher“, sagte Stephan Loge angesichts zahlreicher junger Menschen auf den Bühnen des Trachtenfestes, „dass das Ansinnen diese Traditionen weiter zu pflegen verwirklicht wird“.

DTV-Präsident Knut Kreuch zeichnete mehrere Trachtler mit der Deutschen Trachtennadel in Gold aus. Lübbens Bürgermeister Lars Kolan, der eine niedersorbische Tracht trägt und für das Trachtenfest 2019 verantwortlich zeichnet, erhielt sie – ebenso wie Ines Mularczyk, die als Projektleiterin des Trachtenfestes „sich um das deutsche Trachtenwesen verdient“ gemacht habe, so Knut Kreuch. Charles und Marlies Koppehele von Vorstand des mitausrichtenden Mitteldeutschen Heimat- und Trachtenverbandes (MHTV), erhielten ebenfalls die Deutsche Trachtennadel in Gold. Der MHTV umfasst als landesübergreifender Verband die Trachtenträger in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin.

Bericht und Foto: Stadt Lübben
Bildunterschrift: v.l.: DTV-Präsident Knut Kreuch, Landrat Thomas Ebeling 2. v.r. Lübbens Bürgermeister Lars Kolan

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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