Land- & Forstwirtschaft

Landwirtschaft in Oberstuff auf dem Samerberg

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Zum erfolgreichen Abschluss des Grundlagenseminars der Akademie für Diversifizierung erhielten 81 landwirtschaftliche Unternehmerinnen und Unternehmer von Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber  ihre Urkunde. Mit einer solchen Diversifizierung oder auch Einkommensergänzung zusätzlich zur landwirtschaftlichen Urproduktion, soll die Existenz des Betriebes gesichert werden. Mit dabei aus dem Landkreis Rosenheim war Isolde Weyerer von Oberstuff am Samerberg. Bei einem Besuch auf dem „Oberstufferhof“ gewährte sie einen Einblick in ihre Kurs-Erlebnisse.

„Der Kurs für die unternehmerische Fortbildung ist Voraussetzung für die Teilnahme an weiteren Spezialisierungskursen, sich Weiterbilden und Fachwissen Aneignen ist mir genauso wichtig wie Ideen und Anregungen sammeln, damit wir mit unserem Betrieb auch fortan gut und professionell aufgestellt sind“ – so die zukünftige Bäuerin mit ihrem Ziel, für ihre Familie und für ihren Hof eine bessere Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Ein wichtiger Punkt beim Kurs war für sie das Zeitmanagement in Bezug auf Familie, Bauernhof und Vermietung. Zum Abschluss von diesem Kursteil wurde ein eigenes, betriebsindividuelles Konzept nach vorher erlernten Themen erstellt und von ihr den übrigen Teilnehmern präsentiert. Zum Ende der sechs Monate dauernden Fortbildung mit 13 Seminartagen hat die dreifache Mutter und Vermieterin für sich festgestellt: „Ich kann den Kurs allen empfehlen, die in diesen Betriebszweig neu einsteigen wollen oder sich intensiver mit dem vorhandenen Vermietungsangebot am Hof auseinandersetzen wollen. Es hat wirklich Spaß gemacht, mit den Kursteilnehmerinnen bin ich nach wie vor in Kontakt und wenn im Herbst der geplante Kurs für Profi-Gastgeber gemacht wird, bin ich nach Möglichkeit wieder dabei“.

Vom gefüllten Kühlschrank bis zur neuen Homepage – Erste Maßnahmen hat Frau Weyerer bereits auf ihrem Hof im laufenden Betrieb umgesetzt, dazu erklärt sie: „Jetzt besteht für unsere Gäste die Möglichkeit schon vor ihrer Ankunft einen gefüllten Kühlschrank zu bestellen, hier werden vor allem regionale sowie biologisch erzeugte Produkte angeboten“. Für ihre Zukunft plant Isolde Weyerer aufgrund der erlernten Kenntnisse die Neugestaltung  einer Homepage sowie  Verbesserungen bei der Vermietung. Schön ist es für sie, dass auf ihrem Mehr-Generationen-Hof die Arbeiten und Aufgaben aufteilt sind, sie selbst sorgt sich hauptverantwortlich um die Betreuung der Gäste im „Jägerhäusl“, einem Zuhaus des Hofes mit Betten für 4 Personen, ihr Mann Michael  ist Agraringenieur und Beamter der Landwirtschaftsverwaltung, Irmi und Georg Weyerer sind die Betriebsleiter und Veronika Weyerer als Senior-Bäuerin hilft ebenfalls in Haus und Hof mit.

Frühjahrs-Besuch auf dem „Oberstufferhof“  – Freude an Familie, Stall, Haus und Hof ist die Grundvoraussetzung für Isolde Weyerer, dass sie ihr Arbeitspensum tagtäglich schafft. Ihre Hauptsorge gilt der Familie mit den drei Kindern im Alter von 12 Jahren, zweieinhalb Jahren und vier Monaten. Seit 2009 hilft sie mit bei der Hof-Bewirtschaftung nach den Richtlinien des Naturlandverbandes, die Vermietung des hofnahen „Jägerhäusl“ aus dem Jahr 1850 als Ferienhaus des Bergbauernhofes erfolgt hauptsächlich über die Seite „Hüttenland“. Der „Oberstufferhof“ hat 25 Milchkühe mit eigener Nachzucht, wobei das Jungvieh den Sommer über auf der eigenen Alm im Spatenau-Gebiet verbringt.

Ministerin Kaniber: „Sie  bauen neue Standbeine auf“  –   „Es verdient besonderen Respekt unter den außergewöhnlichen Herausforderungen des vergangenen Jahres eine so umfassende Weiterbildung und zusätzliche Qualifizierung zu absolvieren. Vor allem neben der Arbeit auf dem Bauernhof und den familiären Verpflichtungen“, sagte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei der Urkundenverleihung und sie fügte hinzu: „Durch Ihr großes Engagement steigern Sie die Attraktivität des ländlichen Raums und erhöhen die Wertschöpfung in der Re-gion. Gleichzeitig stärken Sie aktiv den Erzeuger-Verbraucher-Dialog. Damit wird unsere Heimat nicht nur ein Stück lebenswerter, es werden auch Arbeitsplätze gesichert oder sogar neu geschaffen. Und letztlich bauen Sie für Ihren Betrieb neue Standbeine auf“.

Fotos: Hötzelsperger/Privat – Isolde Weyerer bei den Gartenarbeiten sowie mit ihrem „Jägerhäusl“, das für vier Personen einen schmuckes Ferienhaus ist.

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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