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Landkreis Rosenheim: Impfquoten Schlusslicht in Bayern

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Wie bereits im Jahr zuvor liegen Stadt und Landkreis Rosenheim bei nahezu allen Durchimpfungsraten bei den Schulanfängern in Bayern auf dem letzten Platz. Das hat eine aktuelle Auswertung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit für das Schuljahr 2016/17 gezeigt. Hierzu gehören die wichtigen Schutzimpfungen wie Masern, Keuchhusten, Kinderlähmung und Hepatitis B. Der Unterschied zu den landesweiten Impfraten beträgt dabei zwischen sechs und 28 Prozent.

Vor diesem Hintergrund sieht der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes im Landratsamt Rosenheim Dr. Wolfgang Hierl dringenden Handlungsbedarf und appelliert an die Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen: „Masern und Keuchhusten sind keine harmlosen Kinderkrankheiten. Sie sind hochansteckend und können einen schweren Verlauf mit bleibenden Schäden nehmen. Die Masernerkrankung kann Mittelohr- und Lungenentzündung verursachen und in einigen Fällen zu einer schwerwiegenden Gehirnentzündung mit bleibenden Schäden oder sogar zum Tod führen. Gerade Neugeborene und Säuglinge haben bei Keuchhusten ein hohes Risiko für schwerwiegende Komplikationen, nicht selten kommt es zu lebensgefährlichen Atemstillständen. Impfungen sind der wirksamste Schutz. Die Impfstoffe sind sicher und in der Regel gut verträglich.“

Bei den Kindern in der Region Rosenheim, die mindestens einmal gegen Masern geimpft waren, lag im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung für das Schuljahr 2016/17 die Impfquote bei 90,2 Prozent, für mindestens zwei Impfungen bei 80,8 Prozent und damit deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von 96,6 bzw. 92,2 Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine Impfquote von 95 Prozent. Bei der Keuchhustenimpfung lag die Quote für eine vollständige Grundimmunisierung bei 88,9 Prozent und damit ebenfalls deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von 95,3 Prozent.

Hierl warnt vor einer Verharmlosung der Infektionskrankheiten: „Es ist ein Irrglaube, dass Kleinkinder schwerwiegende Infektionskrankheiten wie Masern und Keuchhusten für eine gesunde Entwicklung durchmachen müssten. Das Gegenteil ist der Fall: Eltern riskieren die Gesundheit ihrer Kinder und nehmen ernste Schäden in Kauf, wenn sie ihre Kinder nicht nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission impfen lassen“, so Hierl.

Im Jahr 2017 wurden für Stadt und Landkreis Rosenheim 180 Keuchhustenerkrankungen gemeldet, im Jahr davor waren es 215. Die Region Rosenheim lag dabei mit der Rate der Neuerkrankungen deutlich über dem landesweiten Niveau. 2018 wurden bereits 133 Erkrankungsfälle gemeldet. Keine Entwarnung gibt es auch bei den Masernerkrankungen: „Auch wenn wir in Rosenheim in den letzten beiden Jahren vor Masernausbrüchen verschont geblieben sind, so müssen wir aufgrund der bestehenden Impflücken jederzeit mit einem Masernausbruch, zum Beispiel in Schulen oder Kindergärten rechnen“, sagt Hierl.

Informationen und Beratung zur Masernimpfung gibt es bei den Haus- und Kinderärzten in der Region oder direkt beim Gesundheitsamt in Rosenheim.

Mehr Informationen zum Thema gibt es auch im Internet unter:

Bericht: Landratsamt Rosenheim

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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