Natur & Umwelt

Landkreis Rosenheim: Biotonne ja oder nein?

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Das Thema Bioabfallsammlung wird im Landkreis Rosenheim auf den Prüfstand gestellt. Der Umweltausschuss beschloss, einen Vergleich der bisher etablierten „Biotonne im Bringsystem“ mit der „Biotonne im Holsystem“ erstellen zu lassen. Die ermittelten Daten sollen Grundlage sein für eine Entscheidung, wie der Bioabfall im Landkreis zukünftig gesammelt werden soll.

Den Antrag auf den Vergleich hatte die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen gestellt. Dies hatte für Verwunderung gesorgt, weil Landrat Otto Lederer schon im vergangenen Jahr eine entsprechende Initiative angekündigt hatte. Über den Weg herrschte aber Einigkeit und so befürwortete der Umweltausschuss den Antrag einstimmig. Die Landkreisverwaltung ist nun beauftragt, eine Sortier- oder Hausmüllanalyse in Auftrag zu geben, um zu ermitteln, wie viel Bioabfall im Hausmüll vorhanden ist. Zudem wird eine Machbarkeitsanalyse erstellt, wie die Sammlung und Verwertung von Bioabfall weiterentwickelt werden kann.

Zu klärende Fragen sind unter anderem, wie viel Bioabfall steckt noch im Hausmüll, wie häufig müsste eine Biotonne geleert werden oder wie viele Fahrzeuge und Behälter sowie Personal braucht es? Der zuständige Sachgebietsleiter Georg Kirchhuber zeigte mit ein paar Zahlen die Unklarheiten auf. „Wir wissen nicht, ob 5.600 Tonnen oder 20.000 Tonnen Bioabfälle im Hausmüll enthalten sind. Bei 10.000 Tonnen brauchen wir 11 Fahrzeuge, die müssen europaweit ausgeschrieben werden. Dazu brauchen wir 11 Fahrer und 11 Müllwerker.“

Im Landkreis Rosenheim werden biologisch abbaubare pflanzliche Materialien aus den Gärten, so genannte Grünabfälle, auf fast allen Wertstoffhöfen und auf den Kompostieranlagen in Bruckmühl, Eiselfing und Aschau angenommen und verarbeitet. Zudem können alle Nahrungs- und Küchenabfälle bei den Wertstoffhöfen und den Kompostieranlagen in Bruckmühl und Eiselfing abgegeben werden. Hierzu gibt es Landkreis kostenfrei 10-Liter-Kunststoffbehälter und passende Papiertüten aus. Die gesammelten Nahrungs- und Küchenabfälle werden vom Kommunalunternehmen VIVO des Landkreises Miesbach verwertet.

Im Jahr 2019 haben die Bürgerinnen und Bürger pro Einwohner knapp 140 Kilogramm an Grün-, Nahrungs- und Küchenabfällen gesammelt. Sie liegen damit über dem oberbayerischen und dem bayerischen Durchschnitt. Diese sind nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Umwelt gut 130 Kilogramm bzw. knapp 134 Kilogramm pro Einwohner.

Das Bayerische Abfallgesetz verpflichtet Landkreise, Bioabfälle aus privaten Haushalten getrennt zu erfassen, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist. Das bedeutet, der Gesetzgeber erlaubt einen weiten Handlungsspielraum und ermöglicht unterschiedliche Formen von Hol- und Bringsystemen.

Bericht: Landratsamt Rosenheim

Bildnachweis: stock.adobe.com/maerzkind

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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