Wirtschaft

LAG Mangfalltal-Inntal: neue Projekte

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Auf der ersten physischen Sitzung des LAG-Entscheidungsgremiums – natür-lich mit entsprechendem Abstand und Hygienekonzept – gibt dieses drei neue Vorhaben zur Förderung frei:
Umsetzung Ausstellungskonzept Heimathaus Blaahaus in Kiefersfelden
Die einzigartige Sammlung im Blaahaus in Kiefersfelden zur Industriege-schichte der Region ist etwas ganz Besonderes: mit allerlei Raritäten zur Orts- und Regionalgeschichte ausgestattet wird dort die Erfindungsgabe der Kiefe-rer gezeigt. Indem sie den Energieträger und Transportweg Kieferbach zu nut-zen wussten, siedelten sie florierende Industriezweige mit Eisen, Zement und Marmor an. Die Industriearbeiter hatten im Vergleich zur landwirtschaftlichen Arbeiterschaft sogar so genannte „Freizeit“, so dass auch die Kulturgeschichte der Region hier ihren Ausgang nahm. In enger Zusammenarbeit mit der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern werden die zahlreichen und oft kuriosen Ausstellungsstücke im Heimathaus nun neu sortiert und die museale Konzeption modernisiert.
Das LAG-Gremium hat nun eine Förderung mit gut 190.000 € LEADER-Mitteln befürwortet. Damit kann Kiefersfelden den Förderantrag bei zuständigen Landwirtschaftsamt in Rosenheim stellen.

Leerstandskonferenz Mangfalltal . Das (halb)leerstehende, meist zu groß gebaute Einfamilienhaus im so genannten „Donut-Ring“ unserer Orte ist Teil eines gewohnten Bildes geworden. Kein Nahversorger in der Nähe, wenig Möglichkeiten für fußläufiges Einkaufen und kein adäquater öffentlicher Raum für zufällige Begegnungen. Das verbindende Element zum Arbeitsort, den Nachbarsiedlungen und den Einkaufsstätten ist die Straße und das Auto. Es werden immer noch Bauge-biete für neue Einfamilienhausgebiete ausgewiesen, und gleichzeitig stehen auf der anderen Straßenseite die in die Jahre gekommenen Siedlungen viel-fach (halb)leer. Was tun? Die Leerstandskonferenz Mangfalltal greift dieses Thema auf und möchte Strategien im Umgang mit diesen „Immobilienleichen“ aufzeigen sowie neue Modelle von Lebensraumschaffung öffentlich diskutieren. Denn dieser (Halb)Leerstand ist kein eindimensionales, isoliertes Thema. Weder wird es von einer Person oder einer Expertise ausgelöst, noch wird jemand im Allein-gang eine Lösung entwickeln. Es ist das Ziel der Konferenz, die umfassenden Umstände aufzuzeigen, die zu dieser Problematik geführt haben, aber auch die Potenziale ungenutzter Einfamilienhäuser zu erfassen und kreativ Ideen für neue Nutzungen zu entwickeln. Gleichzeitig werden sich die Akteure mit dem Thema Wohnen auseinandersetzen und der Frage nach neuen Wohnfor-men für Heute und die Zukunft in Stadt und Land nachgehen. Auf der Tagung sollen Leerstandsbesitzende auf Leerstandsbefüllende treffen und Menschen mit Ideen, Initiatoren sowie Umsetzer*innen zusammenfinden. Die Konferenz wird in Kooperation mit der LAG Kreisentwicklung Miesbacher Land umgesetzt.

Bürgerengagement in Brannenburg: Rücksichtnahme auf die Almwirtschaft erwünscht
Naturbegeisterung und Freude am (Berg-)Wandern hat in unserer Region Tra-dition. Mehrere Faktoren führen jedoch dazu, dass die Zahl der Gäste zu-nimmt, und die Art der Fortbewegung in den Bergen rasanter wird. Mit viel eh-renamtlichem Engagement haben die Brannenburger Almbauern um Josef Bichler eine Infotafel zur Almwirtschaft und zu erwünschten Verhaltensregeln seitens der Biker erarbeitet. Die Tafel soll am Weg auf den Wendelstein im Almbereich installiert werden.
Die LAG Mangfalltal-Inntal ist ein Zusammenschluss von 16 Gemeinden, die unter Beteiligung der Bürgerschaft und der lokalen sowie regionalen Akteure eine gemeinsame Lokale Entwicklungsstrategie (LES) für die LEADER-För-derperiode 2014 – 2020 erarbeitet haben und diese nun unter Nutzung von LEADER-Fördermitteln umsetzen. Wenn Sie mehr erfahren oder aktiv mitwir-ken wollen, besuchen Sie die Website www.lag-mangfalltal-inntal.de oder ru-fen Sie an unter: 08061 / 90 80 71.

Bericht und Foto: LAG Mangfalltal-Inntal – Das beiliegende Foto zeigt den LAG-Vorsitzenden Anton Wallner (rechts im Bild) der den LEADER-Koordinator für Oberbayern Süd, Sebastian Wittmoser vom AELF in Rosenheim, seitens der LAG in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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