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LAG Mangfalltal-Inntal: Hausärzteversorgung in unserer Region

Der Rückgang von Hausarztpraxen in den ländlichen Regionen Deutschlands ist mittlerweile ein bekanntes und zunehmend drängendes Phänomen. Der Landkreis Rosenheim steuert in einem gemeinsamen Projekt mit den Partnergemeinden Obing, Kienberg und Pittenhart aus dem Nachbarlandkreis Traunstein aktiv dem Trend entgegen. Die Ergebnisse der Projektstudie liegen nun vor.

Die Gesundheitsregionplus im Landkreis Rosenheim untersuchte im LEADER-Projekt „Attraktiv für Hausärztinnen und Hausärzte: eine Region kümmert sich“ im Rahmen einer Studie, welche Möglichkeiten sich den beteiligten Kommunen bieten, um den Erhalt der hausärztlichen Versorgung in der Region rund um Rosenheim aktiv zu unterstützen. Dabei waren die Besonderheiten der Region zu berücksichtigen und Handlungsempfehlungen abzuleiten, die sich an den Landkreis bzw. die Gemeinden richten und die einzeln oder gemeinsam umgesetzt werden können.

Die beiden LAGen Mangfalltal-Inntal und Chiemgauer-Seenplatte kooperierten in dem Projekt, das europäische Förderprogramm LEADER unterstützte mit knapp 20.000 €.

Die Ergebnisse der Studie machen deutlich: Ärzte und Ärztinnen müssen dabei unterstützt werden, rechtzeitig medizinischen Nachwuchs an die Region zu binden, z.B. in dem sie Studenten Famulaturplätze – so heißt das Praktikum bei Medizinern – anbieten. Denn wer einmal eine längere Zeit in einer attraktiven Region gelebt und gewirkt hat, ist viel leichter zu motivieren, sich dort langfristig zu etablieren. Dabei hilft es auch, den Austausch zwischen den Ärzte-Generationen in der Region zu fördern.

Die Aufgabe, die Ärzte dabei zu unterstützen, obliegt der Politik: Die Studie ruft vor allem die Gemeinden auf, rechtzeitig aktiv Gespräche mit den ortsansässigen Hausärzten zu führen, günstige Wohnungen für potenzielle Famulanden zur Verfügung zu stellen und die Famulaturplätze durch aktive Werbung sichtbar zu machen. Das soziale Netzwerk in der Gemeinde kann dabei gut unterstützen: Studenten aus der Region ansprechen, die Besonderheiten der Region kommunizieren, auch Patienten behutsam in die Kommunikation einbeziehen, es ist ein ganzer Strauß an Maßnahmen, der nötig und hilfreich ist.

Somit ist der vertrauensvolle kommunikative Auf- und Ausbau der Beziehungen zwischen Politik, Hausärzt*innen, Bevölkerung und starken Partnern der Studie zufolge ein wesentlicher Faktor, um Hausarztsitze langfristig in der Region zu halten.

Die Gesundheitsregionplus im Landkreis Rosenheim will in den nächsten Wochen und Monaten entsprechend unterstützende Aktionen z.B. in Form von Themen-gruppen, Veranstaltungen, Gesprächsleitfäden u.ä. erarbeiten, um die Gemeinden in diesem Zusammenhang zu unterstützen.

Die LAG Mangfalltal-Inntal ist ein Zusammenschluss von 16 Gemeinden, die LAG Chiemgauer-Seenplatte von 24 Gemeinden, die unter Beteiligung der Bür-gerschaft und der lokalen sowie regionalen Akteure jeweils eine gemeinsame Lokale Entwicklungsstrategie (LES) für die LEADER-Förderperiode 2014 – 2020 erarbeitet haben und diese nun unter Nutzung von LEADER-Fördermitteln umsetzen. Wenn Sie mehr erfahren oder aktiv mitwirken wollen, besuchen Sie die Webseiten der jeweiligen LEADER-Region www.lag-mangfalltal-inntal.de oder www.chiemgauer-seenplatte.de.

Bericht: LAG-Management

Foto: Rainer Nitzsche – Dr. Habersetzer, Hausarzt am Samerberg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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