Leitartikel

Kulturförderverein Prien: Führungswechsel nach 36 Jahren

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Seit es den Kulturförderverein von Prien gibt – und das sind 36 Jahre – war Dr. Friedrich von Daumiller dessen Vorsitzender. Nun gab er das Amt an seinen bisherigen Dritten Vorsitzenden Georg Klampfleuthner von der Inseltöpferei Frauenchiemsee ab. Der Wechsel vollzog sich bei der nunmehr wieder möglichen Jahresversammlung, die bei schönstem Sommerwetter im Kleinen Kurgarten von Prien mit Rechenschaftsberichten für die Jahre 2019 und 2020 abgehalten wurde.

Für Dr. Friedrich von Daumiller war es Erleichterung und Bedürfnis zugleich, dass die Versammlung möglich war. Freudig war er ob des guten Besuches, dabei hieß er unter den Mitgliedern vor allem Lenz Hamberger als „Urgestein der Künstler“ willkommen. Erster Bürgermeister Andreas Friedrich, der kraft Amtes und Satzung Zweiter Vorsitzender ist, sprach in seinem Grußwort vom Kunstleben in Prien, das wieder zurückkommt und auch von der Jugend angenommen wird. Ehe Vorsitzender Daumiller seinen letzten Jahresbericht abgab, gedachte er und die gesamte Mitgliederschar dem jüngst verstorbenen Priener Ehrenbürger Hans-Jürgen Schuster sowie den 22 weiteren Mitgliedern, die seit der letzten Zusammenkunft verstarben. Erfreulich war hingegen, dass der Kulturförderverein inzwischen wieder einen Mitgliederzuwachs verzeichnen kann, dazu der Vorsitzende: „Zuletzt hatten wir am 28. Mai 2019 genau 498 Mitglieder, derzeit haben wir 506 Kunstinteressierte in unseren Reihen. Wichtig ist, dass wir immer wieder neue Mitglieder bekommen, die sich für die heimische Kultur und unsere Angebote interessieren, deswegen bitte ich Euch um Eure Mithilfe“.

36 Jahre Priener Kultur-Rückblick

Allein der Blick auf die Zeit seit der letzten Jahresversammlung war voll von Informationen über Ausstellungen und Aktivitäten, die sich aktuell in der Priener KunstZeit in guter Zusammenarbeit mit der Priener Marketing GmbH (PriMa) bewährten. „Überhaupt ist das Miteinander mit der PriMa richtig prima, dafür gilt vor allem der Geschäftsführerin Andrea Hübner, ihrer Assistentin Martina Lehmann und ihrem ganzen Team ein Extra-Dank“, so der Vorsitzende, der dann an die Vereinsgründung am 14. Mai 1985 erinnerte. Für diese hatte er als örtlicher Notar die notwendige Satzung vorbereitet. Hierzu erinnerte vom Daumiller: „Nachdem 1984 das Neue Rathaus bezogen wurde, beschloss der Gemeinderat das Alte Rathaus einer Galerie-Funktion und der Bildenden Kunst zuzuführen. Damit entstand das Kunst-Interesse von Priener und Chiemseer Bürgern und so wurde auf Initiative von den damaligen Bürgermeistern Lorenz Kollmannsberger und Willi Keßler sowie von Verwaltungs-Oberamtsrat Fritz Aigner zur Gründungsversammlung eingeladen, der im Nebenzimmer vom Bayerischen Hof 51 Personen beiwohnten“. Bei der ersten Wahl waren Fritz von Daumiller Erster und Lorenz Kollmannsberger Zweiter Vorsitzender. Zum Schatzmeister wurden Gerhard Ruf und zum Schriftführer wurde Fritz Aigner gewählt. Im Jahr 1981 wurde die Vorstandschaft mit der Wahl des Münchner Messechefs und Wahl-Prieners Gerd vom Hövel als Drittem Vorsitzenden erweitert. Weitere Eckpunkte des Vereins waren 2002 der Beitritt mit der Künstlerkolonie Frauenchiemsee zur Künstlergemeinschaft „Euro-Art“, der mit Sitz in Brüssel 21 Länder angehören. Die Herausgabe des Bildbandes „Künstlerlandschaft Chiemsee“ sowie die Unterstützung der Gemeinde Prien bei der Beschaffung von Kunstwerken und bei baulichen Verbesserungen bei der Galerie im Alten Rathaus folgten und so traute sich Dr. von Daumiller diesen optimistischen Blick in die Zukunft: „Die Chiemseemaler mit ihrer fast 200jährigen Tradition einerseits und andererseits der derzeitige Schwung in der zeitgenössischen Kunst machen es zusammen mit dem HeimatMuseum und mit dem KronastHaus möglich, dass Prien a. Chiemsee zu einer kleinen Kunst-Metropole zwischen München und Salzburg geworden ist“. Zufriedenstellend und aufschlussreich waren die Rechenschaftsberichte von Schatzmeister Dr. Gregor Rieger und von Kassenprüfer Gerhard Ruf, deren Zahlen trotz „Ausgaben-Überschuss“ zufriedenstellend ausfielen, weil mit den Ausgaben viele Kunstwerke-Anschaffungen für die Gemeinde und damit gemäß der Satzung verbunden waren.

Ergebnisse der Neuwahlen

Nachfolger für Dr. Friedrich von Daumiller wurde Georg Klampfleuthner, der bereits seit neun Jahren sein Stellvertreter war. Bürgermeister Andreas Friedrich bleibt durch sein Amt Zweiter Vorsitzender und zur neuen Dritten Vorsitzenden wurde Kuratorin Inge Fricke gewählt, die ihr Amt mit den Worten „Freue mich auf die Teamarbeit und auf die Jugend“ annahm. Bei den 62 wahlberechtigten Mitgliedern blieben Dr. Gregor Rieger und Petra Fischer-Rados in ihren Ämtern als Schatzmeister bzw. Schriftführerin im Amt. Eine Änderung gab es bei der Besetzung des Beirates. Für die ausscheidende Hildegard Dittberner erklärte sich der vormalige Priener Bürgermeister Jürgen Seifert bereit, zukünftig im Priener Kulturförderverein mitzuwirken. Wie bisher gehören diesem Gremium Rudolf Eberhard, Ute Gladegau, Andreas Grutsch und Gerhard Märkl an. Bis zu fünf weitere Beiratsmitglieder können vom Vorstand noch berufen werden. Bei den Kassenprüfern bleibt Gerhard Ruf im Amt,  seinem bisherigen Mithelfer Hans Wappmannsberger folgt im Rahmen der Neuwahl Birgit Feßler nach.

Seine erste Aufgabe als neuer Vorsitzender nutzte Georg Klampfleuthner mit folgenden Worten: „36 Jahre, lieber Fritz, das ist aller Ehren wert. Kunstschaffende und Kunstliebhaber hast Du zusammengeführt, Du hast aus dem Kulturförderverein einen Kultverein gemacht. Für mich warst Du Für mich warst Du im Kulturförderverein immer Vorbild und Leitfigur.  Deswegen Dir und Deiner Frau Margit ein herzliches Vergelt´s Gott“. Als Dankes-Geschenk überreichte er ein Schwanen-Werk seiner Tante Klampfleuthner-Kirchner sowie einen Blumenstrauß an Margit von Daumiller. Bürgermeister Andreas Friedrich schloss sich den Dankesworten und Glückwünschen an und überreichte namens der Gemeinde einen Präsentkorb vom Priener Regionalmarkt (über Ehrungen berichten wir noch gesonderte).

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Jahresversammlung des Kulturfördervereins Prien mit Neuwahlen in der Vorstandschaft

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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