Leitartikel

Kräuterweibe-Tipp: Das Gänseblümchen 

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Zum heutigen Kräuter-Tipp weiß Kräuterweibe Maria Zierer aus Prien-Siegharting folgendes englisches Sprichwort: „Wenn Du mit dem Fuß gleichzeitig auf sieben Gänseblümchen treten kannst, dann ist der Frühling da“. Der lateinische Name für Gänseblümchen lautet „Bellis perennis“. Es wird auch noch liebevoll Augenblume, Tausendschön, Regenblume, Maßliebchen und Marienblümchen genannt. Schon die meisten Kinder kennen das Spielchen „Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich…“ beim Blütenblätter-Zupfen.

Das Gänseblümchen hat Saponine, ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Schleim und Anthoxanthin als Inhaltsstoffe, außerdem enthält es viel Vitamin C, viele Mineralien und Spurenelemente, insbesondere Kalium und Calcium. Am besten sammelt man die Blätter und Blüten zwischen April und August, da in dieser Zeit der Wirkstoffgehalt am höchsten ist. Es wirkt entzündungshemmend, schleimlösend, auswurffördernd, schmerzlindernd, juckreizlindernd, stoffwechselfördernd, harntreibend und reinigend. Der bekannte Kräuter-Pfarrer Künzel schrieb: “Eine Prise Maßliebchen soll man jeder Mischung für Kindertee beifügen. Es hat es in sich, Kindern, die trotz guter Kost nicht gedeihen wollen, auf die Beine zu helfen.“

Ergänzend dazu weiß Maria Zierer, dass das Gänseblümchen volksheilkundlich als Mittel bei Hauterkrankungen, Menstruationsbeschwerden, bei festsitzenden, verschleimten Husten und Appetitlosigkeit angewendet wird. Außerdem äußerlich bei Verstauchungen, Zerrungen, Insektenstichen und blauen Flecken. Das Gänseblümchen kann vielfältig, nämlich frisch, getrocknet, als Tee, Tinktur und als Auflage verwendet werden.

Gänseblümchen ist auch eine Wetteranzeige-Pflanze

Interessant ist, dass das Gänseblümchen sich am Morgen öffnet,  den ganzen Tag blüht und   die Blüte sich am Abend wieder schließt. Wenn Sie jedoch am Morgen geschlossen bleiben, wird es an diesem Tag sicher noch regnen – daher wird sie auch Wetteranzeiger-Pflanze genannt. Dazu hat das Kräuterweibe noch folgende nette Erinnerung: „Meine Nichte und mein Neffe waren an einem Gründonnerstag bei mir und wir machten uns an diesem Tag die Kräutersuppe. Ich schickte die Kinder dann noch raus um zur Garnierung der Suppe Gänseblümchen zu holen. Da es aber an diesem Tag regnete fanden und brachten sie nur geschlossene Blütenköpfchen. Als wir jedoch die Blüten auf die warme Suppe gaben öffnete sich jede einzelne Blüte. Das war einfach bezaubernd anzuschauen“.

Weiter informiert sie: „Die Blätter des Gänseblümchens kann man unter anderem wie Feldsalat zubereiten. Voll geöffnete Blüten können in Salat und aufs Butterbrot gegeben, einfach frisch gezupft gegessen oder zu einem Gänseblümchensalz verarbeitet werden. Dazu nehme ich eine Handvoll frische Gänseblümchenblüten und zerkleinere sie im Mörser. Dann vermische ich dies mit einem guten (nicht raffinierten, unjodierten) Steinsalz und gebe es dünn auf ein Backblech zum Trocknen“. Ein weiteres Rezept lautet: „Gerne mache ich auch einen Hustenhonig, den mir eine Kräuterfrau empfohlen hat. Dazu in ein Honigglas schichtweise Honig und die sogenannten „Hustenpflanzen“ wie zum Beispiel Gänseblümchen, Schlüsselblumenblüten, Thymiankraut, Veilchenblüten oder Spitzwegerichblätter geben. An einem dunklen, warmen Ort vier Wochen stehen lassen, mehrmals wenden, damit sich alles gut mit dem Honig vermischt und dann abseihen. Bei verschleimten Husten soll man 3-  bis 4-mal täglich einen Teelöffel einnehmen“. Bitte beachten Sie, dass geschützte Pflanzen wie beispielsweise die Schlüsselblume nicht in der freien Natur gepflückt werden dürfen. Diese können Sie in der Apotheke erwerben.

Fotos: Hötzelsperger – Gänseblümchen bzw. Gänseblümchen-Wiese

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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