Kultur

Kolping-Theater-Freuden in Aschau i. Chiemgau

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

In Niederaschau hat beim Duxer schon wieder eine neue Wirtschaft aufgemacht: die „Goldene Geiß“. Leider hat sie immer nur zu den Aufführungen des Kolpingtheaters geöffnet, das ist besonders schade, denn es geht schnackerlfidel darin zu, besonders in der Zeit um Kirchweih, es gibt guten süffigen Wein und schäumendes Bier und hie und da eine Mordsrauferei. Es war irgendwann zu Kirchweih in der guten alten Zeit vor Anno 14, in dem die Aschauer Theaterer ihr Anzengruber-Stück „Die Widerspenstigen“ spielen lassen. Es ist die Zeit ohne Fernsehen, wo man noch zum Wirt geht, zum Kirchweihtanz und zu einer Wirtshausrauferei. Es ist die Zeit, wo die Menschen alle ein Etikett aufgepappt haben: die stolze Ev (Anna Trost) und der starke Pankraz (Florian Thalhammer), die trutzige Liesl (Veronika Neumüller) und der schneidige Wegmacher Martin (Moritz Hecker), die Wirtshanni (Jenny Pelzl) und der Kanzleijager (Markus Aicher) und wo Sitte und Moral in der Gesellschaft einen ganz hohen Stellenwert haben. Es ist die Zeit, wo über Sitte und Moral noch das ganze Dorf wacht und – wenn es sonst keiner tut – auch noch Kaiser Karl aus dem Untersberg erscheint und die Frevler beim Haberfeldtreiben in Acht und Bann tut. Es geht ganz schön turbulent her auf der Bühne im Duxer Stadl, der für zehn Theaterabende zur „Goldenen Geiß“ umfunktioniert wurde.

Hier beschließen die Burschen und Dirndln des Ortes in der Wirtsstube, am Kirchweihtag der Hübner Liesel, die am Ort nur als „die Trutzige“ bezeichnet wird, mit einer Lumperei den rechten Weg zu weisen und sie auf ein rechtes Maß zurecht zu stutzen. Die Geschichte entwickelt sich allerdings anders, als von den Anstiftern erhofft und der Wegmacher Martin hat allerhand zu tun, die Geschichte mit der Liesl wieder gerade zu biegen, ehe sie völlig aus dem Ruder läuft. Bald zart und bald herb, entwickelt sich die Liebesgeschichte weiter und weil Liebe so schön ist, knüpfen gleich drei Pärchen zarte Bande. Doch plötzlich ist alles ganz anders und voller Entrüstung marschiert das ganze Dorf beim Haberfeldtreiben vor der Hütte der Liesl am Berg auf und fordert unter der Führung von Kaiser Karl vom Untersberg Sitte und Moral ein. Der Wegmacher Martin tritt als Nothelfer für die bedrängte Liesl ein, ohne ihre Ehre aber völlig reinwaschen zu können. Auch der königliche Forstadjunkt Spielmann, der so titulierte Kanzleijager hat es nicht einfach, bekommt er doch vom starken Pankraz 50 Übergelegte auf den Allerwertesten sauber abgezählt – und das Publikum zählt mit. Wie sich die drei Pärchen schließlich doch noch kriegen und wie es mit der Wirtschaft von der „Goldenen Geiß“ in Niederaschau schließlich weitergeht, sollte sich in den nächsten Tagen jeder unbedingt selber ansehen. Das Kolpingtheater Aschau spielt die ländliche Komödie „Die Widerspenstigen“ von Ludwig Anzengruber unter der Regie von Marianne Neumüller und Ute Trost am Mittwoch, 28. Juni, Freitag, 30. Juni, Samstag, 1. Juli, Sonntag, 2. Juli, Dienstag, 4. Juli, Donnerstag, 6. Juli, Freitag, 7. Juli, und Samstag, 8. Juli jeweils um 19.30 Uhr im Duxer Stadl in Aschau. Elf Hauptdarsteller und ein gutes Dutzend Nebenrollen sorgen für stete Bewegung auf der Bühne, die hauseigene Musik und die Bewirtung lassen keine Wünsche offen. Einlass/Bewirtung ab 18.30 Uhr; Kartenvorverkauf bei der Tourist Info Aschau, Telefon 08052-90490, Tourist Info Sachrang, Telefon 08057-909737, in allen bekannten Vorverkaufsstellen von München Ticket und im Internet unter www.muenchenticket.de; Restkarten an der Abendkasse.

Bericht und Bilder: Heinrich Rehberg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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