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Kneipp-Bund: 2 Professuren für Naturheilverfahren

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Dank der Unterstützung des Kneipp-Bund e.V. und der Stadt Bad Wörishofen, sowie vier weiterer Stifter, gibt es an der renommierten Berliner Charité nun zwei reguläre Haushaltsprofessuren für Naturheilverfahren in Deutschland. Nach jeweils zwei Förderphasen wurden die seit 2010 bestehenden Stiftungsprofessuren von Prof. Dr. med. Benno Brinkhaus und Prof. Dr. med. Andreas Michalsen zu regulären Haushaltsprofessuren verstetigt. Mit dieser Entscheidung würdigt die Charité-Leitung die national und international sehr erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Integrativen Medizin im Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité – Universitätsmedizin Ber-lin und am kooperierenden Immanuel Krankenhaus Berlin. „Mit diesem Schritt bekommen die Naturheilverfahren nun ihren festen Platz in Wissenschaft und Forschung“, freut sich Kneipp-Bund-Präsident Joachim K. Rudolph. Bad Wörishofens Bürgermeister Stefan Welzel sieht darin zudem die Anstrengungen der vergangenen Jahre bestätigt: „Die wissenschaftliche Untermauerung der Na-turheilkunde ist für die Kneipp-Heilbäder und Kneipp-Kurorte immens wichtig – gerade zum jetzigen Zeitpunkt, wo die Kur wieder Pflichtleistung der Kran-kenkassen ist.“
Ermöglicht wurde die Verstetigung der Professuren mithilfe der langjährigen finanziellen Unterstützung durch ein Stifterkonsortium, zu dem neben dem Kneipp-Bund e.V. und Stadt Bad Wörishofen auch die Software AG-Stiftung , die BKK24, das Immanuel-Krankenhaus GmbH und die Immanuel Albertinen Diakonie gGmbH gehören. In den kommenden Jahren wird diese wichtige Ar-beit in den Bereichen Lehre, Forschung und Patientenversorgung auch weiter-hin durch das Stifterkonsortium gefördert.

Prof. Brinkhaus und Prof. Michalsen gelang es in den letzten 10 Jahren auf be-eindruckende Weise, durch wissenschaftlich hochwertige Studien Evidenz für die Wirksamkeit von komplementärmedizinischen Therapieverfahren zu schaffen und gleichzeitig die Erkenntnisse in den klinischen Alltag zu implementieren. Brinkhaus, auch stellvertretender Leiter des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Berliner Charité, führt aktuell ein systematisches Review zur Evaluation der wissenschaftlichen Evidenz der Hydrotherapie nach Kneipp durch. Seit 2010 läuft die vielbeachtete „Kneipp-Pflegestudie“ (Naturheilkundliche Maßnahmen in Seniorenwohnheimen), erste Ergebnisse wurden Mitte 2015 veröffentlicht. Darüber hinaus waren die Mitglieder des Kneipp-Bund e.V. an einer Online-Befragung der Charité zu Selbsthilfestrategien und naturheilkundlichen bzw. komplementärmedizini-sche Präventionsmaßnahmen während der COVID-19 Pandemie beteiligt.
Auf diesem gut bereiteten wissenschaftlichen Boden kündigten die Professoren Brinkhaus und Michalsen für die kommenden Jahre wichtige weitere Mei-lensteine an: „Wenn inzwischen rund zwei Drittel der Bevölkerung in Deutsch-land Naturheilverfahren und Komplementärmedizin in Anspruch nehmen, bedarf es endlich auch öffentlicher Forschungsgelder für die Überprüfung der Evidenz für die Vielzahl an Therapieverfahren“, fordert Brinkhaus. Die Förde-rung der notwendigen Wissenschaft könne nicht allein durch private Förderer erfolgen. Die immer stärkere Nachfrage nach einer Ergänzung der Schulmedi-zin durch Komplementärmedizin verlangt auch, sich Fragen der Sicherheit und Kosteneffektivität der Verfahren zu stellen. „In der modernen Gesundheitsver-sorgung müssen sich Komplementärmedizin und Schulmedizin auf Augenhöhe begegnen und die große Chance erkennen, ihre verschiedenen Perspektiven zum Wohl der PatientInnen zu integrieren“, betont Michalsen. Kommunika-tion und Diskurs der Therapierichtungen voranzubringen, ist daher ein wichti-ges Zukunftsziel.
Aus diesem Anlass fand am 22. September 2021 ein Symposium „Perspektiven von Naturheilkunde und Integrativer Medizin im Kontext von Prävention in der Universitären Medizin“ in der Kaiserin-Friedrich-Stiftung in Berlin-Mitte statt.

Bericht: Kneipp-Bund e.V. – Bundesverband für Gesundheitsförderung und Prävention

Foto: Hötzelsperger  (Kurgarten im Kneipp-Kurort Prien a. Chiemsee, Büste von Pfarrer Sebastian Kneipp)

Der Kneipp-Bund e.V. als Bundesverband für die rund 550 Kneipp-Vereine in Deutschland setzt sich für Gesundheitsförderung und Prävention ein. Mit über 160.000 Mitgliedern ist der Kneipp-Bund e.V. die größte private deutsche Gesundheitsorganisation. Das ganzheitliche Gesundheits-konzept des Kneipp-Bund profitiert von über 100 Jahren Erfahrung und entwickelt sich unter Einbeziehung innovativer Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung weiter. Unser Ziel: Ge-sunde Menschen. Ein gesundes Leben im Einklang mit der Natur führen und auf diese Art aktiv vorbeugen und Heilung finden. Diesen ganzheitlichen Ansatz hat Pfarrer Sebastian Kneipp (1821 bis 1897) zur Grundlage seiner Heilverfahren gemacht – mit Erfolg. Sein Konzept hat überdauert und sich stetig weiter entwickelt. Aus der ursprünglichen Wasser- und Kräuterheilkunde ent-stand ein anerkanntes Naturheilverfahren, das auf den fünf Elementen Wasser, Bewegung, Heil-pflanzen, Ernährung und Lebensordnung basiert. Im Dezember 2015 wurde das „Kneippen als traditionelles Wissen und Praxis nach der Lehre Sebastian Kneipps“ von der Deutschen UNESCO Kommission in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.kneippbund.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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