Wirtschaft

Kleiner Keferloher Montag – Großer Bilderrückblick

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Keferloher Montag  am ersten September-Montag hat eine lange Tradition, diese ist sogar länger als die des Münchner Oktoberfestes. Heuer fiel er erstmals wegen einer Pandemie aus. Um dennoch etwas für die Traditionspflege zu tun, versammelten sich die Freunde von Keferloh im kleinen, corona-konformen Kreis.

Ehrenvorsitzender Anton Reichelmair war mit dabei, als sich die Vorstands-Mitglieder vom Verein der Keferloher Freund auf Gut Keferloh trafen. „Es war schon etwas wehmütig, aber froh waren wir auch, dass wir uns wenigstens mal wieder treffen und sehen konnten“. Hannes Bußjäger, neuer Vereinsvorsitzender ergänzte seine Eindrücke mit den Worten: „Die Politiker-Reden, die Blasmusik und Trachtler-Auftritte, die landwirtschaftlichen Wettbewerbe, die Ausstellung und der Markt haben uns schon gefehlt, so wollen wir hoffen, dass sich bis zum nächsten Jahr wieder das alles machen lässt“. Wenn es 2021 am dann 6. September wieder einen Keferloher Montag gibt, dann – so versicherten Landrat Christoph Göbel vom Landkreis München und Bürgermeister Klaus Korneder von der Gemeinde Grasbrunn – werden die Keferloher auch wieder die traditionelle Unterstützung seitens der Kommunen bekommen. „Für nächstes Jahr haben wir auch schon wieder neue Ideen, um dem Keferloher Montag wieder landwirtschaftliches und gesellschaftliches Leben zu geben“ – so das langjährige Vorstandsmitglied Sepp Hornburger. Er war zusammen mit seiner Musikgruppe „Mia sans“ tags zuvor dabei, als die Pfarrei Putzbrunn vor dem schön hergerichteten Platz  der Kirche St. Ägidius auf Gut Keferloh den traditionellen Gottesdienst feierte. Die weitere volksmusikalische Gestaltung des von Prälat Josef Obermaier zelebrierten Gottesdienstes lag mit Auszügen aus der Fischbachauer Messe bei den Frauen des Grasbrunner Dreigesangs.

Zur Geschichte des Keferloher Montags

Der „Keferloher Montag“ blickt zwischenzeitlich auf eine über 1050jährige Tradition und Geschichte zurück und ist weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt.  Der Name “Keferloh” steht nicht nur für den weltberühmten Maßkrug, sondern vor allem für den seit 955 abgehaltenen “Keferloher Markt”. Der Keferloher Montag war einst die größte Menschenansammlung im Königreich Bayern sowie das größte Bierfest im ganzen Land. Der ehemalige Viehmarkt hat sich zu einem der ältesten Markt- und Volksfeste Bayerns entwickelt. Mit dem Aufkommen des Oktoberfests in München versank der Markt allerdings in einen Dornröschen-Schlaf. Bekannt blieb er allenfalls der „Keferloher“, der Ur-Maßkrug der Bayern.  Traditionell tritt jedes Jahr ein Politiker als Festredner auf. Dabei wird einen Strohhut getragen, der an die Landwirte erinnert, die früher den Keferloher Montag besuchten. Es galt damals als Ehre, dort gewesen zu sein, weswegen die Landwirte in der Wirtschaft ihren Hut aufbehielten, um mit dem “Buschen” zu zeigen, dass sie dort gewesen sind.  Aus diesen historischen Hintergrund heraus machen es sich die Keferloher Freunde zur Aufgabe, den Keferloher Montag mitsamt dem Keferloher Buschn mit Hut sowie den originalen bayerischen Maßkrug – den Keferloher – wieder ins Gedächtnis der Menschen zu bringen. Ehrenvorstand Anton Reichlmair und die „Die Keferloher Freunde e.V.“ haben die alte Tradition   nach einem langen Dornröschenschlaf wieder aufleben lassen. Die Keferloher Freunde e.V. organisieren und koordinieren den Keferloher Montag sowie alle Maßnahmen, die dem Erhalt des Keferloher Montags sowie der Brauchtumspflege dienen.

Weitere Informationen: www.keferloher-montag.de

Foto/s: Hötzelsperger – Eindrücke aus den vorjährigen Festtagen „Keferloher Montag“

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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