Kirche

“Kirchliche Rituale können Trauernden helfen“

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die kirchlichen Rituale in den Tagen um Allerheiligen können Trauernden in ihrem Schmerz helfen, erläutert Heidrun Oberleitner-Reitinger, Trauerbegleiterin und Leiterin des katholischen Bestattungsdienstes München, in der neuen Folge der Videoreihe „Mittwochsminuten“, die am Mittwoch, 28. Oktober, erscheint. „Im gemeinsamen Feiern verbinden wir uns untereinander. Wir, die Lebenden, und wir Lebenden mit den Verstorbenen, und diese Verbindung trägt und hält uns.“ Beim Gräberumgang an Allerheiligen werde für die Verstorbenen gebetet, sagt Oberleitner-Reitinger, im Gottesdienst an Allerseelen „werden die Namen aller Verstorbenen des letzten Jahres verlesen, weil wir glauben, dass jeder Mensch ein einzigartiges Geschöpf und nicht vergessen ist.“

Viele Trauernde, die während der Coronazeit einen geliebten Menschen verloren hätten, litten darunter, dass Trauergottesdienste und Beisetzungen nicht in der üblichen Form hätten stattfinden können, erklärt Oberleitner-Reitinger. Ohnehin machten Trauernde ein Wechselbad der Gefühle durch: „Im einen Moment sind sie vielleicht wütend und verletzt, im anderen Moment spüren sie Schmerz und Trauer, ein anderes Mal ist es Liebe und Dankbarkeit. Und sie erleben zugleich von vielen vorher vertrauten Menschen, Nachbarn, Freunden, Arbeitskollegen, dass die sich zurückziehen, dass sie nicht mehr anrufen.“ Das sei schwer auszuhalten, gerade in den dunkleren und kürzeren Herbsttagen.

Hilfreich sei neben Ritualen auch die Nähe von Menschen, „die einfach da sind, die zuhören, aushalten, keine Ratschläge geben.“ Wer Unterstützung suche oder Fragen habe, könne sich auch an Seelsorger und Seelsorgerinnen sowie an kirchliche Einrichtungen wie die Telefonseelsorge wenden, lädt Oberleitner-Reitinger ein: „Sprechen Sie uns gerne an. Wir sind für Sie da!“

Der katholische Bestattungsdienst unterstützt im Trauerfall Angehörige, Seelsorger und Seelsorgerinnen sowie Pfarreien in organisatorischen und inhaltlichen Fragen. Aufgenommen wurden die aktuellen „Mittwochsminuten“ auf dem Münchner Nordfriedhof. Die Videoreihe erscheint jeden zweiten Mittwoch ab 12 Uhr im Internet unter www.erzbistum-muenchen.de/mittwochsminuten sowie auf den Social-Media-Kanälen der Erzdiözese München und Freising. (gob)

Bericht: Erzbischöfliches Ordinariat

Foto: Hötzelsperger

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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