Kirche

Kirchen in Frasdorf: Wie im Himmel

Frasdorf ist ein Ort, der viel für seine Besucher bietet. Ob es das Geschenk der malerischen Berglandschaft rund um die Gemeinde ist, Gaststätten deren Ruf weit über die Ortsgrenzen hinaus reicht, oder das Berg- und Höhlenmuseum – für nahezu jede Geschmacksrichtung lässt sich etwas finden. Dabei übersehen Kulturinteressierte oft, dass Frasdorf auch ein Dorf ist, das vier Kirchen und acht Kapellen im Gemeindegebiet hat. Nicht zu vergessen die drei Marterl, die hier am Wegesrand stehen. Angesichts dieser Menge an Gotteshäusern könnte manch einer den Verdacht bekommen, dass hier der liebe Gott selbst einmal im Urlaub war und Hand angelegt hat.

Welche Gebäude aber bekommen Gläubige in Frasdorf zu sehen? Gehen wir chronologisch vor und starten wir unseren Rundgang in Umratshausen. Dort ist die Kirche Heilig Blut ein beeindruckend großes Gebäude, was für Fachleute ein Hinweis darauf ist, dass einst eine Wallfahrt zu ihr stattgefunden haben muss. Dokumente belegen das zwar nicht, doch Volksüberlieferungen lassen daran keinen Zweifel. Erstmals erwähnt wurde Heilig Blut im Jahr 1365, es gibt jedoch Schriftstücke, die eine Kirche bereits im Jahr 958 notieren. In den folgenden Jahrhunderten musste das Gebäude einige Rückschläge hinnehmen. So nagte 1625 ein Brand an der Substanz, 1825 stürzte der Turm plötzlich ein und 1898 brannte es erneut. Für Besucher sind die Gemälde aus mehreren Stilepochen interessant, am auffälligsten sind dabei wohl die barocken Deckenmalereien des österreichischen Künstlers Joseph Adam Mölck.

Gehen wir unter der Autobahn durch und schauen wir in die Ortsmitte. Dort wurde bereits 1135 eine Kirche erwähnt. Die heutige große Kirche St. Margaretha wurde allerdings um 1500 in der Spätgotik errichtet. Experten vermuten, dass ein Brand, der die Urkirche zerstörte, der Startschuss war für den Neubau im Jahr 1496. Über die Jahre kamen dann viele Umbauten und Renovierungen dazu. Am einschneidendsten waren da wohl der Neubau des Turms in den Jahren 1764/65 und die Verlängerung des Kirchenschiffs nach Westen 1934. Interessant dabei: Immer wieder wurde bei den Sanierungsarbeiten lange verborgene Kunst wie alte Gewölbemalereien oder ein wertvoller gotischer Fries entdeckt.

Kunstliebhaber dürfen sich in Frasdorf vor allem auf die Wallfahrtskirche St. Florian freuen. Sie wurde im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts geweiht und glänzt mittlerweile durch einen künstlerisch äußerst wertvollen spätgotischen Hauptaltar, den kurz darauf entstandenen Wolfgangsaltar und die kunstvollen Deckenfresken, die Szenen aus der Florianslegende zum Inhalt haben.

Wesentlich jünger ist die Kirche bei unserer letzten Station: Die Christkönigskirche Wildenwart. Sie wurde erst in den Jahren 1933/34 erbaut und erinnert in ihrer Gestaltung an die Barockzeit. Im Inneren entdecken Besucher mehrere kunstvoll gestaltete Altäre und die im Jahr 1953 erbaute Orgel von Leopold Nenninger.

An dieser Stelle belassen wir es mit unserem kirchlichen Streifzug durch die Gemeinde. Dieser ist übrigens nicht nur für Besucher aus der Ferne spannend. Auch viele Menschen aus der näheren Umgebung können in Frasdorf noch so manche Entdeckung in Sachen Kirchengeschichte und -kunst machen. Am besten, man verbindet einen Besuch in einem der vier Gotteshäuser mit einem Ausflug in die Natur rund um den Ort. Mehr Seelenfrieden geht eigentlich nicht.

Text: af – Bilder: Gemeinde Frasdorf

Beitrag entstand in Kooperation mit dem Wendelstein Anzeiger – www.wendelstein-anzeiger.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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