Kirche

Kardinal Marx zum Beginn vom Marienmonat Mai

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Zum Beginn des Marienmonats Mai hat Kardinal Reinhard Marx zum Grundvertrauen aufgerufen und vor überzogenen Erwartungen an den Staat gewarnt. „Der Staat ist nicht allmächtig und die Erwartungen der Menschen sind manchmal überzogen“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Samstagmorgen, 1 Mai, bei einer Bischofsmesse im Münchner Liebfrauendom zu Ehren der Gottesmutter, die an diesem Tag besonders als Patrona Bavariae, Schutzfrau Bayerns, verehrt wird.

„Seit 14 Monaten hält uns die Pandemie im Griff, kein Tag vergeht, ohne dass wir in irgendeiner Weise darüber nachdenken, dass neue Informationen kommen, neue Hoffnung oder neue Hoffnungslosigkeit sich breit macht“, stellte Kardinal Marx die Lebenssituation der Menschen dar. Diese Pandemie werfe auch eine neue Perspektive auf den Staat auf. „Ein wesentlicher Punkt ist ein Grundvertrauen.“ Zwar sei der Staat eine menschliche Einrichtung, da sei Vertrauen – im Gegensatz zum Vertrauen auf Gott – nicht grenzenlos und es sei immer wieder zu prüfen. „Dass der Staat und die Politik Fehler machen, das wissen wir“, so Marx; es gelte jedoch darauf zu vertrauen, „dass wir miteinander unterwegs sind, dass in Diskussionen und Abstimmungen, in der Wissenschaft, in den Parlamenten, in der Öffentlichkeit versucht wird, irgendwie einen gemeinsamen Weg zu gehen und wir nicht einander abgrundtief misstrauen“. Ein solch großes und grundsätzliches Misstrauen „wäre der geistige und dann der wirkliche Bürgerkrieg, der in der Geschichte ja auch immer wieder passiert ist“, mahnte Marx.

Dass das Grundvertrauen ineinander da sein müsse, gelte erst recht, „wenn wir uns als Christen auf den Weg machen, mitten in der Gesellschaft“, hob der Erzbischof von München und Freising hervor. Es gelte für Christinnen und Christen „unseren Auftrag wahrzunehmen inmitten der Welt, gerade in dieser Krise“, so Marx. „Und da schauen wir auf die Schutzfrau Bayerns, auf die Schutzfrau Maria.“ Das Gebet mit ihr sei „die Quelle gegen die Hoffnungslosigkeit, gegen die Furcht“. Kardinal Marx betonte: „Dieses Land wird geschützt, wenn Menschen da sind, die ohne Angst, mit Mut, die ohne Furcht und mit großer Hoffnung diese Welt gestalten im Blick auf die neue Welt, die uns geschenkt ist in Jesus von Nazareth, dem Sohn Mariens.“

Im Marienmonat Mai wird die Gottesmutter in den bayerischen Diözesen traditionell besonders verehrt, üblicherweise bitten die Gläubigen in Andachten, Gottesdiensten und Wallfahrten um ihre Hilfe und Fürsprache. Papst Benedikt XV. benannte Maria offiziell als Schutzfrau Bayerns. 1917 wurde das Fest der Patrona Bavariae erstmals in allen bayerischen Diözesen begangen. (glx)

Bericht: Erzbischöfliches Ordinariat

Foto: Hötzelsperger – Mutter Gottes (Pfarrhof Tuntenhausen)

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Samerberger Nachrichten

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!