Kirche

Kardinal Marx ruft zu „respektvoller Kommunikation“ auf

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Zu Pfingsten ruft Kardinal Reinhard Marx in der gesellschaftlichen Debatte über den Umgang mit der Corona-Pandemie und den Weg aus dem „Lockdown“ dazu auf, „eine wirklich authentische, respektvolle Kommunikation miteinander zu versuchen, einander grundsätzlich Vertrauen zu schenken“. Christen müssten hier Vorbilder sein: In Krisen wie dieser „hat die Kirche sicher nicht die Aufgabe, die Angst der Menschen zu vergrößern, Misstrauen zu säen, Spaltungen zu vertiefen“, mahnt der Erzbischof von München und Freising laut Manuskript in seiner Predigt am Pfingstsonntag, 31. Mai, im Münchner Liebfrauendom. Im Gegenteil sei es die Aufgabe, „zu helfen, dass in allem Ringen, Fragen und Suchen, Diskutieren und Streiten die Fähigkeit aufeinander zu hören, die Kraft des Vertrauens und das gemeinsame Ziel – das Heil aller Menschen – nicht aus dem Blick geraten“.

Es gebe laut Marx derzeit ein „Durcheinander von Meinungen und Positionen“ wie auch Diskussionen, „die an Schärfe zugenommen haben“. Man bekomme den Eindruck, „dass viele gar nicht mehr zuhören und verstehen wollen, sondern nur noch ihre Behauptungen und Positionen laut in die gesellschaftliche Debatte werfen“. Auch in der Kirche sei laut Marx zu sehen, dass „ein wirkliches Verstehenwollen, ein Hören aufeinander, eine Bereitschaft, die verschiedenen Positionen und theologischen Meinungen miteinander ins Gespräch zu bringen, eher abnimmt“. So würden immer wieder angebliche Wahrheiten behauptet, aber „es wird nicht gemeinsam um die Wahrheit gerungen“.

Die Bibel zeige, dass „das Unglück der Menschen oft mit misslungener Kommunikation und Misstrauen gegenüber Mitmenschen und auch gegenüber Gott“ beginne. Vor diesem Hintergrund verweist Marx auf den Kern von Pfingsten, die Herabkunft des Heiligen Geistes, „der Menschen befähigt, einander zu verstehen, obwohl sie so verschieden sind und unterschiedliche Sprachen sprechen“. Deshalb sei Pfingsten der „Ausgangspunkt einer neuen Welt, einer neuen Schöpfung, die das Misstrauen und die zerstörte Kommunikation überwindet“. Der pfingstliche Geist wolle „die Vielfalt der Meinungen und Sprachen und Kulturen, die Vielfalt der menschlichen Biographien“ aber nicht zerstören, sondern sie im Gegenteil „füreinander öffnen, damit ein Reichtum entsteht und ein Verstehen, das zum gemeinsamen Zeugnis werden kann und werden soll“. (hs)

Bericht: Erzbischöfliches Ordinariat

Foto: Rosi Hötzelsperger – Pfingstpilgern aus dem Vorjahr im Chiemgau

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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