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Kardinal Marx: Als „Familie Gottes“ füreinander da sein

Mit Beginn der Fastenzeit ruft Kardinal Reinhard Marx dazu auf, sich Gedanken zu machen, was sich durch die Zeit der Pandemie verändert hat und welcher Auftrag sich für die Zeit nach Corona daraus ableitet. „Was haben wir gelernt?“ und „Was dürfen wir nicht vergessen?“, fragt der Erzbischof von München und Freising in einem Hirtenbrief, der am ersten Fastensonntag in den Gottesdiensten verlesen wird. Wichtig seien vor allem drei Impulse: „das Gedenken an die Toten, die Aufmerksamkeit für die Familien und die Feier des Gottesdienstes“. „Ich möchte Sie einladen, darüber in den Pfarreien nachzudenken und sich jetzt auf den Weg zu machen, die ,Nach-Corona-Zeit‘ gut zu gestalten“, so Kardinal Marx.

Für viele sei es eine besonders schmerzliche Erfahrung gewesen, dass Angehörige einsam gestorben seien und dass auch die Begräbnisse nur in einem sehr kleinen Rahmen stattfinden konnten. „Ich möchte Sie ermutigen, sich darüber Gedanken zu machen, wie wir der Verstorbenen noch einmal gedenken können in der Gemeinschaft der Pfarrei oder des Dorfes oder der Stadt“, appelliert Kardinal Marx in seinem Hirtenbrief. Die Erinnerung an die Toten der Jahre 2020 und 2021 empfinde er als „einen wichtigen Auftrag an uns als Kirche und für die ganze Gesellschaft“.

Die Pandemie habe auch die Familien durch die Belastungen in Schule und Arbeit sowie durch die fehlende Möglichkeit zur Begegnung an ihre Grenzen gebracht. In seinem Hirtenbrief erinnert der Kardinal daran, dass die Kirche den Titel „Familie Gottes“ von Anfang an trage. Das bedeute, „dass wir als Pfarrei, als Gemeinschaft ähnlich wie eine Familie füreinander da sein sollen, auch in den Herausforderungen des Lebens.“ Die Pfarreien bestärkt er darin, noch aufmerksamer zu sein „für das Leben der Familien, für die Alleinlebenden, für die Beziehung der Generationen untereinander“. Zur Familie gehörten auch die Mitglieder über die engere Verwandtschaft hinaus, „es ist ein großes Netzwerk, das uns verbindet“, bekräftigt der Kardinal.

Aufgrund der Hygienebeschränkungen und um Risiken zu vermeiden, hätten viele Gläubige zuletzt auf den Besuch des Sonntagsgottesdienstes verzichtet. Es seien Stimmen laut geworden, so der Kardinal, die vermuteten, dass manche dem Gottesdienst auch künftig fern blieben. Diese Hypothese stellt der Erzbischof in seinem Hirtenbrief in Frage: „Kann es nicht auch sein, dass manche neu entdecken, dass es ein großes Geschenk ist, am Sonntag zusammen zu kommen und das Fest des neuen, unzerstörten Lebens miteinander zu feiern?“ Konkret bittet der Erzbischof darum zu überlegen: „Wie können wir den Gottesdienst noch besser, geistlicher, ausstrahlender, miteinander feiern?“ Darüber solle man vor Ort ins Gespräch kommen. Denn die Eucharistiefeier am Sonntag solle auch in Zukunft „der Sammelpunkt und das Herzstück des Lebens einer Pfarrei oder einer Ordensgemeinschaft sein“.

Der Hirtenbrief steht ab Freitag, 19. Februar, unter www.erzbistum-muenchen.de/kardinal-marx/im-wortlaut#Hirtenworte auch in Leichter Sprache zur Verfügung. An gleicher Stelle finden sich Vorschläge für Fürbitten, ebenfalls auch in Leichter Sprache. Außerdem ist dort sowie auf den Social-Media-Kanälen des Erzbistums eine Videobotschaft des Kardinals zum Hirtenwort verfügbar. (ls)

Bericht: Erzbischöfliches Ordinariat

Foto: Hötzelsperger

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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